Zuletzt aktualisiert: April 2026
Unser zweiter Finanztipp für Kleinanleger ist einer der wichtigsten: Wer ihn nicht befolgt, sollte mit dem Investieren gar nicht erst anfangen. Um als Kleinanleger erfolgreich zu investieren, müssen Sie auf geringe Spesen beim Wertpapierkauf achten. Unsere Empfehlung: Setzen Sie auf günstige Online-Broker wie Trade Republic, Scalable Capital oder – wenn Sie eine etablierte Direktbank bevorzugen – Flatex. Das ist im Grunde schon der gesamte Finanztipp – für die Begründung lesen Sie einfach weiter.
Ohne Broker läuft nichts
Wie in Folge 11 – Der Broker – Ihr Zugang zum Kapitalmarkt näher beschrieben, brauchen Sie einen Broker, um an einer Börse zu handeln. Diesem Broker geben Sie per Market- oder Limit-Order (mehr dazu in Folge 28 – Orderarten) den Auftrag, Aktien oder andere Wertpapiere zu kaufen.
Der Broker verlangt für seine Dienstleistung sogenannte Orderspesen. Bei klassischen Banken können zusätzlich jährliche Depotgebühren anfallen – bei den meisten aktuellen Online-Brokern sind diese inzwischen entfallen.
Diese „Einstiegsgebühren“ können die Rendite von Kleinanlegern erheblich belasten. Aus unserer Erfahrung bieten Direktbanken und Neobroker die günstigsten Konditionen. Die Hausbank ist in der Regel teurer – oft deutlich.
Verlangt eine Hausbank gerne einmal 30 € je Trade und zusätzlich jährlich Depotgebühren, bieten aktuelle Neobroker den gleichen Service wesentlich günstiger:
- Trade Republic – 1 € Fremdkostenpauschale pro Order, keine Depotgebühren
- Scalable Capital (Free Broker) – 0,99 € pro Order auf gettex/EIX, keine Depotgebühren
- Flatex – 5,90 € pro Inlandsorder, keine Depotgebühren
Rechnen wir einmal nach …
Für Kleinanleger, die 500 € in eine Aktie investieren wollen, gehen Ordergebühren spürbar in die Rendite.
Angenommen, Sie kaufen über Trade Republic (1 €/Trade). Damit Sie nach Abzug von Kauf- und Verkaufsspesen wieder bei null sind, muss Ihre Aktie um ca. 0,4 % steigen. Bei Flatex (5,90 €/Trade inkl. Börsengebühren) sind es etwa 2,4 %.
Nun kommt die Vermögenszuwachssteuer (in Deutschland Abgeltungsteuer, in Österreich Wertpapier-KESt) hinzu. Ordergebühren gelten nicht als Ausgabe. Steigt Ihre Aktie also um 2 % auf 510 €, werden von den 10 € Kursgewinn 25 % Steuer (2,50 €) fällig – obwohl Sie nach Gebühren noch keinen tatsächlichen Gewinn gemacht haben. Rechnen wir diesen Effekt ein, muss die Aktie bei Trade Republic etwa 0,5 %, bei Flatex etwa 3,3 % steigen, um wirklich im Plus zu sein.
Doch das war die gute Nachricht. Wie sieht es mit der Hausbank aus? 30 € je Trade entsprechen bei 500 € Anlage 6 % der Investitionssumme. Damit allein die Kauf- und Verkaufskosten gedeckt sind, muss die Aktie bereits um 12 % steigen. Inkl. Steuereffekt muss die Aktie sogar 580 € wert sein – ein Kursgewinn von 16 % –, damit Sie nicht im Minus landen. Etwaige Depotgebühren der Hausbank (oft bis zu 2 % p. a.) sind hier noch nicht einmal eingerechnet.
Fazit für den Kleinanleger
Tun Sie sich den Gefallen und wechseln Sie für Wertpapiergeschäfte zu einem günstigen Online-Broker. Wir verstehen, dass viele Anleger die persönliche Betreuung einer Hausbank schätzen – aber die Rechnung oben zeigt, welchen Preis diese Betreuung hat. Mit unserem Depotkonto-Vergleichsrechner finden Sie den für Ihr persönliches Anlageverhalten günstigsten Broker.
Wenn Sie einen günstigen Broker in unter fünf Minuten eröffnen möchten, empfehlen wir:
Depot bei Trade Republic eröffnen oder Depot bei Scalable Capital eröffnen
Häufige Fragen zum Discount-Broker
Lohnt es sich, von der Hausbank zu einem Discount-Broker zu wechseln?
In fast allen Fällen ja. Der Gebührenunterschied zwischen 30 € und 1 € je Trade entspricht – aufsummiert über wenige Jahre – mehreren Prozentpunkten Renditeunterschied. Ein Depotwechsel ist in der Regel kostenlos und digital in 10 Minuten beantragt.
Ist mein Geld bei einem Neobroker sicher?
Trade Republic besitzt seit Ende 2023 eine deutsche Vollbanklizenz und wird von der BaFin beaufsichtigt. Scalable Capital führt Depots über die Baader Bank AG. In beiden Fällen sind Einlagen auf dem Verrechnungskonto durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € abgesichert. Wertpapiere selbst gelten als Sondervermögen.
Welcher Broker ist für Sparpläne am günstigsten?
Trade Republic und Scalable Capital bieten beide ETF-Sparpläne ohne Ausführungsgebühren ab 1 € Sparrate. Flatex hat über 1.600 kostenlose ETF-Sparpläne, allerdings mit einer höheren Mindestsparrate von 25 € pro Monat.
Kann ich bei mehreren Brokern gleichzeitig ein Depot haben?
Ja, das ist sogar häufig sinnvoll – etwa ein Neobroker für Sparpläne und Einzelaktien plus ein spezialisierter Broker wie CapTrader oder LYNX für US-Direkthandel oder Optionen.


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