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Bei Neuemissionen sollten Anleger die ersten Wochen der Kursentwicklung abwarten

In unserer Serie Finanztipps für Kleinanleger finden Sie jede Menge wertvolle Tipps zur Geldanlage, u.a. wie Sie Investmentalternativen sehr gut vergleichen können und welche Tools wertvolle Hilfen bei der Auswahlentscheidung bieten. Insbesondere beim Investment in Aktien kommt es auf zwei Dinge an: Die Auswahl eines guten Indexfonds bzw. ETFs oder auch guter Einzelwerte, wie wir es beispielsweise bei den “Dividendenkönigen” beschrieben haben.

Es gibt auch Investitionsalternativen, bei denen der Investment- oder Kaufzeitpunkt für einige Prozent an “Mehr-Rendite” sehr entscheidend sein kann: Nach einer kurzen Unterbrechung aufgrund von Verwerfungen und Instabilitäten an den Finanzmärkten gibt es wieder Neuemissionen. Bei vielen Neuemissionen der letzten Jahre hat sich eine Strategie für das Erzielen eines günstigeren Einkaufskurses bewährt. Es gibt keine Anzeichen, dass diese Strategie auch bei den zukünftigen Börsengängen nicht mehr funktionieren würde.

Vermeidung der ersten, risikoreichen Handelstage

Insbesondere bei den sehr großen Neuemissionen wie beispielsweise bei Facebook (WKN: A1JWVX) oder bei Aufsplittung von Unternehmen wie bei PayPal (WKN: A14R7U) kommt es in den ersten Handelstagen meist zu sehr starken Kursbewegungen nach oben oder auch nach unten – bis sich schließlich ein stabiler Trendkanal ausbildet oder die Börsianer eine klare Bewertungsstrategie für die Zukunftsaussichten des jeweiligen Unternehmens gefunden haben.

Anleger, die an einer langfristigen Anlage interessiert sind, sollten in den ersten Handelstagen entweder den Markt sehr genau beobachten oder die Geldanlageidee einige Tage zurückstellen. Anfangs gibt es ein enorm hohes Handelsvolumen, weil insbesondere viele institutionelle Anleger sich neu aufstellen und die eigene Strategie überprüfen. Anleger, die die Aktie vielleicht gar nicht langfristig haben wollten, möchten Zeichnungsgewinne mitnehmen. Andere Anleger sehen eine Kurssteigerung am ersten Tag und möchten diese Aktie nicht verpassen. Und können vielleicht damit in eine klassische Bullenfalle tappen.

Wenn Sie sich dagegen anhand der vorliegenden Informationen wie beispielsweise auf den Investor Relations-Seiten des Unternehmens oder in der Wirtschaftspresse eine Meinung über das Unternehmen gebildet haben, dann können Sie sich einen eigenen, individuellen Höchstkurs vorstellen. Und diesen bei einigen der Discount- oder Online-Broker als Limit einer Kauforder eingeben.

Weitere Gründe für manchmal zufällige Kursbewegungen an den ersten Tagen

Insbesondere bei größeren Neuemissionen von Unternehmen, die bald in einen Aktienindex aufgenommen werden, entsteht eine hohe Aktiennachfrage, weil die Fonds möglichst schnell den Indexkandidaten aufnehmen möchten. Zusätzlich blicken die großen Nachrichtenagenturen wie Reuters, Bloomberg und weitere auf die Neuemissionen – womit eine oftmals globale Aufmerksamkeit gesichert wird. Daraus induziert sich eine weitere Nachfrage, die dann abebbt, wenn die Öffentlichkeit diese Aktie als normalen Bestandteil der Börsen sieht.

Darüber hinaus sorgt alleine schon die Erwartung einer hohen Volatilität an den ersten Handelstagen für einen regen Handel mit Finanzderivaten. Deshalb können sich Übertreibungen in beide Richtungen zumindest kurzfristig aufschaukeln, bevor der Kurs dann in einen allgemein als fair und angemessen empfundenen Kurstrend “einbiegt”.

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