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Festgeld ist aktuell lohnender als sichere Anleihen oder Rentenfonds

Wenn Sie als Anleger auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage mit einem kurz- bis mittelfristigen Anlagehorizont sind, dann hat die Niedrigzinsphase der EZB Einiges verändert. Die Wertpapierklasse der festverzinslichen Wertpapiere hat erheblich an Glanz eingebüßt: Bei sehr niedrigen Zinskupons schlagen insbesondere die unveränderten Gesamtkosten von Rentenfonds überdurchschnittlich auf die Rendite durch und können damit eine an sich vorteilhafte Geldanlage für einige Zeit ins Minus drehen. Betrachten Sie deshalb gemeinsam mit uns die drei Alternativen: Festverzinsliche Bundeswertpapiere, zwei Fonds von Großvertriebsorganisationen wie der Fondsgesellschaft der Deutschen Bank und der Sparkassen und Festgelder in Europa mit Einlagensicherung.

Dieser Blick in den aktuellen Status der Anlageformen können Sie dazu nutzen, das Spar- und Geldanlageverhalten “feinzutunen” oder zu optimieren.

Der Blick auf die Rentenfonds zeigt: Bis zu einer Zinserhöhung werden diese nicht sehr attraktiv sein

Als Einstieg könnten Sie einen beeindruckenden Artikel im Online-Angebot des Spiegels lesen, der einige Grundsätze der Geldanlage andeutet, die Sie in ähnlicher und detaillierterer Form auch in unserem Angebot finden können: Hermann-Josef Tenhagen, langjährigen Leserinnen und Lesern als Fachautor erst bei der Stiftung Warentest und jetzt mit einem eigenen Portal bekannt, beschreibt die Risikostreuung der Finanzprodukte und dass Rentenfonds (Was ist ein Rentenfonds?)  früher einmal attraktiv gewesen sind.

Wir sind davon überzeugt, dass die Rentenfonds sehr unattraktiv geworden sind, wenn wir uns die aktuellen Marktkonditionen ansehen.

  1. Die Management- bzw. Verwaltungsgebühren schmälern bei niedrigen Zinsen die Rendite erheblich. Einige Fonds nähern sich sogar der Null-Rendite-Linie oder müssen gar eine negative Rendite ausweisen.
  2. Viele Geldanleger haben noch nicht das Angebot von DieKleinanleger.com und insbesondere den Depotvergleich gelesen: Sie zahlen dann eine hohe Depotgebühr für die Depotführung in der Filialbank, obwohl Discont- und Onlinebroker mindestens genauso gut sind.

Die Rendite praktisch aller Rentenfonds setzt sich – verkürzt gesprochen – aus folgenden Bestandteilen zusammen: Rendite aus den erworbenen festverzinslichen Wertpapieren (z. B. Staatsanleihen, Anleihen von Unternehmen höchster Bonität) abzüglich Gesamtkosten bestehend aus Management- und Verwaltungsgebühren, erhöhten Depotgebühren und ggf. Erfolgsbeteiligung. Rentenfonds unterscheiden sich zudem gegenüber Aktienfonds dadurch, dass es nur wenig Chancen für das Fondsmanagement gibt, zusätzliche Erträge zu erwirtschaften. Bei Aktienfonds kann dies beispielsweise eine Wachstums-, Dividenden- oder Blue Chip-Strategie sein (bspw. hier). Bei Rentenfonds bleibt nur die Beimischung von Anleihen mit Zinsaufschlag bzw. einer niedrigeren Bonität, weshalb die Anleger dann in einen anderen Rentenfonds wechseln müssten. Bei historisch niedrigen Zinsen funktioniert auch das Anleihe-Trading vergleichsweise schlecht.

Die produktspezifischen Nachteile des Rentenfonds mischen sich deshalb derzeit mit ungünstigen Marktbedingungen. Wenn Sie die aktuelle Performance von zwei viel verkauften Produkten der Deutschen Bank oder der Sparkassen-Gruppe betrachten, dann lässt sich dieser Renditenachteil bzw. die schlechte Wertentwicklung detailliert darstellen.

Die Fondsgesellschaft DWS bietet unter der Wertpapierkennnummer 847403 seit beinahe fünfzig Jahren einen Fonds an, der zu Zeiten höherer Zinsen sicherlich seine Berechtigung hatte. Der Fonds mischt nach Angaben des Emittenten “Staatsanleihen, Anleihen staatsnaher Emittenten und Covered Bonds”. Allerdings scheint es sehr schwierig zu sein, mit dieser Strategie derzeit überhaupt eine Rendite erwirtschaften zu können! Grundsätzlich fällt zudem die jährliche Verwaltungsgebühr in Höhe von 0,70 % an, was zu einer Renditeschmälerung führt.

Die Renditeentwicklung abgefragt bei einem Online- oder Discontbroker liefert Ihnen am 27.05.2016 folgende, interessante Werte: 1-Jahres-Rendite MINUS 0,25 %, 3-Jahres-Gesamtrendite PLUS 3,71 %! Ziehen Sie von diesen Werten noch den Ausgabeaufschlag von 2,50 % ab, dann ist dieser Rentenfonds bei einer Betrachtung eines 3-Jahres-Zeitraumes nicht als vorteilhaftes Investmentvehikel erkennbar.

Ein Blick in das “Sparkassen-Lager” zeigt ähnliche Probleme an der Rentenfonds-Front. Die eigentlich regional aufgestellten Sparkassen verlassen sich bei der Geldanlage auf den zentralen Dienstleister Deka-Fonds. Die Fondsgesellschaft selbst konnte zwar den eigenen Betriebsgewinn steigern, wie die Welt berichtete, hat aber bei einigen Rentenfonds weiterhin erhebliche Renditeschwierigkeiten. Vielleicht wäre es besser gewesen, den Anlegern eine Senkung der Managementgebühren der Fonds zu gewähren, als den eigenen Betriebsgewinn auf 610 Millionen Euro zu steigern. Ein von der Deka gemanagter Rentenfonds mit dem Schwerpunkt in europäischen Anleihen (WKN: DK091G) konnte für den 1- und 3-Jahreszeitraum folgende Performance bieten: 1-Jahres-Performance -0,5 %, 3-Jahres-Performance plus knapp über 11 %. Wenn Sie diesen Wert noch um den Ausgabeaufschlag und die Depotgebühren reduzieren, dann sehen die Perspektiven nicht rosig aus. Bei der Rating-Agentur Feri hat dieser Fonds nach Angaben des Emittenten zudem nur die Bewertung “D” bekommen, wobei auf dessen Skala “A” die beste und “E” die schlechteste Bewertung ist.

In der Niedrigzinsphase scheinen also die reinen Rentenfonds nur eine sehr geringe Wertentwicklung zu haben, weshalb sich der Blick auf die Geldanlage direkt in Unternehmensanleihen oder auch die Suche nach einem attraktiven, durch die Einlagensicherung geschützten Fest- oder Termingeld konzentrieren könnte.

Bundeswertpapiere oder Anleihen ohne Währungsrisiko: Wie sieht hier die Rendite aus?

Wenn Sie als Anleger eine Risikomischung aus Aktien mit höherer Renditeerwartung, aber auch mit Schwankungen und ganz sicheren Anlagen vornehmen wollen, dann können Sie einen Blick auf die Rendite der festverzinslichen Wertpapiere werfen und dabei folgende Auswahlkriterien vorgeben:

Anlagewährung in Euro

Damit sind Kursschwankungen der Fremdwährung ausgeschlossen, zudem muss bei Kauf der Anleihe und der Rückzahlung kein provisionspflichtiger Währungsumtausch vorgenommen werden. Für einen Anlagehorizont unter drei bis fünf Jahren sind wohl Fremdwährungsanleihen nur im Ausnahmefall sinnvoll. Nämlich dann, wenn die erwartete Steigerung der Fremdwährung eine Art Rendite-Turbo zünden soll. Dann befinden wir uns aber in der Betrachtung von spekulativen Investments!

Hohe Bonität – wenig Risiko

Der Emittent hat eine hohe Bonität und die Rückzahlung der Anleihe gilt als ziemlich sicher. Dazu gehören beispielsweise die Staatsanleihen der nur wenig verschuldeten Euro-Länder, nicht aber so manche Unternehmensanleihe. Hier sollten sich die Anleger auf die Kennzahlen und Bewertungen und nicht nur den guten Ruf eines Unternehmens verlassen. Insbesondere bei der Finanzierung des Mittelstandes kann es dabei zwar zu einer hohen Rendite, aber auch zu Ausfällen kommen. Aktuelles, warnendes Beispiel ist die Schiffsfinanzierung der MS Deutschland: Dort bekamen die Anleger einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge lediglich 10 % der Anlagesumme zurück.

Die Rendite der vergleichsweise sicheren Bundesanleihen lässt sich sehr bequem im Angebot der Bundesfinanzagentur einsehen. Für sehr kurze Laufzeiten müssen Sie als Anleger sogar noch Geld mitbringen, die Rendite ist negativ! Erst bei einer Fälligkeit von beinahe neun Jahren (15.08.2025 !) bei einer Bundesanleihe mit der Wertpapierkennnummer 110238 ergibt sich eine – bescheidene- Rendite von 0,05 %! Trotz langfristiger Zinsfestschreibung lässt sich also beinahe keine Rendite erzielen.

Bei Anleihen der sichereren der Euro-Staaten sieht das Renditebild ähnlich aus, sie notieren nur mit einem leichten Renditeaufschlag gegenüber den deutschen Staatsanleihen. Diese Tendenz niedriger Aufschläge ist deshalb zu beobachten, da der Markt die Euro-Zone der Europäischen Union bzw. die starken Euro-Länder als Stabilitätsanker sieht. Die französische Staatsanleihe mit einer Laufzeit bis zum 25.04.2023 (WKN: 406557) ist eine der “kürzesten” Anleihen bei denen bei der derzeitigen Bewertung eine Rendite knapp unter Null (-0,03 %) angegeben wird. Das Ausweichen auf die Staatsanleihen von Staaten der dritten Welt oder Krisenstaaten wie Venezuela erscheint nicht als eine sichere Lösung, da hier jederzeit mit einem Schuldenmoratorium oder einer geringeren Rückzahlung bzw. Umschuldung gerechnet werden muss.

Angesichts dieser Kennzahlen bzw. des Renditebildes sind Anleihen bei einem kurzen bis mittleren Anlagehorizont derzeit nicht wirklich eine gute Alternative für den Vermögenszuwachs. Da viele Anleger ähnliche Betrachtungen vornehmen und eine Zinserhöhung auch nicht kurzfristig zu erwarten ist, erleben Tages- und Festgelder eine Renaissance.

Festgelder bieten Zinsen pur – ganz ohne Risiko und Wertschwankungen

Ähnlich wie erfolgreiche Unternehmen können Sie als Anleger die Vorteile des europäischen Binnenmarktes nutzen und die besten Konditionen für sich und ihre Geldanlage herausholen. In einem ziemlich langen, aufwändigen Gesetzgebungsverfahren (Details gibt es hier) hat die Europäische Kommission zusammen mit dem Europäischen Parlament eine neue Gesetzesgrundlage geschaffen, die die Einlagensicherung auf einem hohen Niveau harmonisiert.

Pro Kunde sichert die Einlagensicherung einen Betrag von 100.000 Euro ab, der auf alle Fälle zurückerstattet wird, wenn die Bank, bei der die Einlagen gehalten werden, in finanzielle Schwierigkeiten kommen sollte und die Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann.

Den Anlegern stehen dabei die folgenden Regelungen zur Verfügung, die auch die Anlage großer Beträge bei einer Bank im EU-Ausland ermöglichen:

  1. Die 100.000 Euro Grenze bezieht sich auf die Einlage pro Kunde und pro Bank. Wenn Sie beispielsweise zwei Festgelder mit 100.000 Euro bei zwei unterschiedlichen Banken halten, dann greift die Einlagensicherung zwei Mal.
  2. Der schnelle, kostengünstige Zahlungsverkehr: Die neuen Überweisungsformulare mit der “langen” BIC bestehend aus dem Ländercode und der Bankkontonummer sehen auf den ersten Blick umständlich aus. Sie sind aber notwendig, um langfristig den europäischen Zahlungsverkehr zu Ihren Gunsten effizient zu gestalten: Überweisungen ins EU-Ausland dürfen nunmehr nicht mehr mehr als eine Inlandsüberweisung kosten und müssen genauso schnell gutgebucht werden. Damit vermeiden Anleger hohe Überweisungskosten, wenn Sie das Geld in einem Land anlegen, in dem Festgelder mehr Rendite abwerfen.
  3. Länderübergreifende Konkurrenz steigert den “Zinsdruck” auf die anbietenden Banken: Die Grenzen der Nationalstaaten für das Bankgeschäft wurden aufgehoben, deshalb können auch kleine Banken nunmehr Konten für Anleger (oder Kreditnehmer) aus dem Ausland führen. Damit steigt die Auswahl für den Verbraucher, was zu sinkenden Kreditzinsen und steigenden Geldanlagezinsen führt.

Die Ein- und Auszahlungen in die Festgelder (und Tagesgelder) sind damit kostenfrei und auch weitestgehend risikofrei, weshalb Sie sich als Anleger mit den Konditionen näher befassen sollten.

Vergleichen Sie diese Geldanlage einmal mit den früher durchaus berechtigten und attraktiven Sparbüchern, die bezüglich der Nichtrisiko-Position und Gebührensituation voll vergleichbar sind. Die Sparkasse Köln-Bonn bietet derzeit für die verschiedenen Sparformen meist nur noch 0,01 % Zinsen an, wie dem aktuellen Preisaushang entnommen werden kann. Sehen Sie am Besten gleich bei Ihrer Filialbank nach, ob es diese Verzinsung gibt, oder die Bank auf Zinsen bereits ganz verzichtet! Die Preisverzeichnisse zeigen das ganze Ausmaß auch der Überraschung der Bankenbranche, die die Niedrig- bis Negativzinsen der Europäischen Zentralbank bis vor kurzem noch in das reich der Fabel eingeordnet hätten.

Entweder auf das Inland beschränkt oder noch besser – unter Nutzung der Vorteile der Geldanlage in Europa! Exemplarisch dafür ist das Angebot von savedo.de, welches für ein, zwei oder drei Jahre die folgenden Konditionen liefert:

  1. 1 Jahres Festgeld in Euro, mit Einlagensicherung:
    Bereits ab einer Anlagesumme von 5.000 Euro lohnt sich der Blick zu den europäischen Nachbarn: Bei der portugiesischen Bank Banco Privado Atlantico wirft das einlagengesicherte Festgeld mit 1,55 % ein Vielfaches von den “Inlandszinsen” ab. Mit Kundeneinlagen von knapp über 400 Millionen Euro gehört die Bank zu den mittelständischen Instituten. Ab 10.000 Euro Anlagesumme steht über Savedo.de ein weiteres Angebot mit 1,61 % Rendite zur Verfügung – bei der kroatischen Kentbank.
  2. Das 3-Jahres-Festgeld in Euro bietet jede Menge Sicherheit und Zinsen
    Bei drei Jahren steigt der Zinssatz für die Festgelder an und bietet den Anlegern einen noch höheren Zinsertrag. Ohne dass die anzulegenden Summen höher sein müssten. Schon bei 5.000 Euro bietet die Banco Privado Atlantico mit 1,95 % beinahe ein Viertel mehr Zinsen als für die kürzere Laufzeit. Bundesanleihen notieren bei diesem Zeitfenster immer noch bei einer negativen Rendite von 0,37 %! Inländische Festgelder mit gleichem Risikoprofil bringen lt. Vergleichsportalen bei gleicher Laufzeit 1,00 % bei der Industriekreditbank und nur 0,65 % bei der zum VW Konzern gehörenden Bank. Damit können Sie über savedo oder Geldanlage in ausländische Festgelder beinahe das Doppelte an Zinsen vereinbaren.
  3. Festgelder mit fünfjähriger Anlagedauer – jetzt zu empfehlen?
    Erstaunlicherweise ist das Angebot fünf fünfjährige Festgelder vergleichsweise eingeschränkt und liegt in den Konditionen nicht über den 3-jährigen Festgeldern. Aufgrund dieser Tatsache würden wir uns eher für die 3-jährige Laufzeit entscheiden und damit noch mehr finanzielle Flexibilität nutzen.
  4. Ab 10 Jahren Laufzeit sind die Zinsen wieder signifikant höher!
    Wenn Sie also wissen, dass Sie einen Teil Ihres Kapitals 10 Jahre lang nicht brauchen werden, dann können Sie eben diesen Teil in eine Festgeldanlage Vaba-Banka zu 2,50 % Zinsen anlegen. Hierbei sei aber gesagt, dass wohl niemand sagen kann wie hoch die Zinsen in 10 Jahren sein werden. Diese können signifikant höher oder eben auch geringer als 2,50 % sein..
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