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Folge 77 – Wie finde ich den richtigen Aktienfonds (Fonds #26)

Bevor sich der Kleinanleger auf die Suche nach dem – seiner Meinung nach – perfekten Aktienfonds macht, muss er sich ein paar Gedanken zu diesem Thema machen.

Wir sind der Meinung, dass es beim Kauf von Aktienfonds Fragen gibt, die unbedingt geklärt werden müssen und Fragen, denen eher geringer Bedeutung zukommt und daher eher unbeantwortet gelassen werden können.

Fragen, die unbedingt zu klären sind:

  • Markt – Welche Länder?
  • Welche Branche(n)
  • Welche Unternehmen
    • Standard- oder Nebenwerte
    • Value- oder Wachstumsunternehmen
    • Aktiv- oder passives Fondsmanagement

Fragen, die eher unbeantwortet gelassen werden können:

  • Einmalerlag oder Fondssparen?
  • Wie wird der Gewinn ausgeschüttet?

Fragen, die unbedingt zu klären sind:

Markt – Welche Länder?

In welche Gebiete investiert der Fonds? Besitzt der Fonds Aktien aus Europa, Amerika, Asien oder Afrika?

Mit einem Fonds lässt sich prima diversifizieren und somit kann der Anleger auf weltweite Aktien setzen. Allerdings lässt sich auch eine konzentriertere Strategie leicht durchführen und mit einem speziellen Fonds in Aktien aus Schwellenländer oder Süd-Ost-Asien investieren.

Tipp für den Kleinanleger: Bei Asienfonds wird oft zwischen Fonds mit/ohne Japan unterschieden. Selbiges gilt für Europa, zu dem manche Fonds Großbritannien dazuzählen, andere aber nicht. Die Briten eben!

Welche Branche(n)?

Welche Branchen deckt der Fonds ab? Investiert er in ganz spezielle Wirtschaftssektoren oder deckt der die größten/wichtigsten Sektoren ab?

Eine breite Streuung über alle Branchen hinweg sorgt für mehr Sicherheit. Die logisch klinkende Begründung hinter dieser These ist die Überlegung, dass es sehr unwahrscheinlich – wenn auch nicht ausgeschlossen – ist, dass alle Branchen gleichzeitig auf Tauchfahrt gehen.

Solange Sie nicht explizit an der Entwicklung einer speziellen Branche, wie z.B.: der Pharmaindustrie oder der Solar-Industrie teilhaben wollen, sind Sie mit einem Fonds, der in viele große Branchen investiert, gut beraten.

Welche Unternehmen?

Die Branche und die geographische Ausrichtung ist wichtig – allerdings entscheidet letzten Endes die Entscheidung, welches Unternehmen in den Fonds kommt, über seine Performance. Allerdings kann und sollte man auch her ein kleinwenig differenzieren.

Größe der Unternehmen?

Diese Frage kann auch umformuliert werden: Standard- oder Nebenwerte?

Standardwerte sind sogenannte Blue-Chip-Aktien. Diese sind in großen Aktienindizes wie z.B.: dem DAX oder dem Dow Jones enthalten, sind oft Weltführer in ihrem Gebiet und überzeugen mit attraktiven und nachhaltig-steigendenden Dividendenzahlungen. Auch das Risiko bei Blue-Chips, die teilweise aufgrund der hohen Diversifizierung im Unternehmen schon wieder selbst ein Fonds sind, ist naturgemäß geringer. Kursanstiege von 500 % in zwei Jahren sind hier allerdings sehr, sehr unwahrscheinlich.

Nebenwerte sind kleinere Unternehmen, von denen Otto-Normalverbraucher eher wenig weiß. Oder hätten Sie gewusst, dass Sie auch Aktien von Fielmann, Axel Springer (verlegt u.a. die BILD-Zeitung), Metro oder MAN kaufen können? Diese Aktien sind z.B.: im MDAX – dem kleinen Bruder des DAX – enthalten. Diese Unternehmen sind im Allgemeinen risikoreicher, bieten allerdings auch bessere Renditemöglichkeiten.

Value- oder Wachstumsaktien?

Value-Aktien sind die, oben schon erwähnten Blue-Chips. Also etablierte Marktführer auf Ihrem Gebiet mit vergleichsweise mehr Sicherheit und weniger Renditechance.

Wachstumsunternehmen, sind noch nicht vollkommen etabliert sind und daher keine Blue-Chips. Hier ist der Anleger an der Entwicklung in der (längerfristigen) Zukunft unterwegs. Ein Investment in Wachstumsaktien ist sicherlich risikoreicher, allerdings auch chancenreicher als ein Investment in Value-Aktien.

Aktiv oder passiv gemanagter Fonds?

Wer einen Spezialfonds kaufen möchte, der in Chilenische Zinkminen investiert, sollte zu einem aktiv-gemanagten Fonds greifen, da hier die Expertise eines Managers wirklich von Nöten ist.

Dies trifft natürlich nicht zu, wenn Sie selbst Experte auf diesem Gebiet sind – dies ist allerdings eher unwahrscheinlich.

Sonst können sie auch auf passiv-gemanagte Fonds, die in der Regel Indexfonds sind, zurückgreifen. Denn passive Fonds sind meist um ein vielfaches günstiger, da kein Fondsmanagement bezahlt werden muss.

Fragen, die eher unbeantwortet gelassen werden können

Nach diesen wichtigen und prägenden Fragen, gibt es einige weitere Fragen, die eher unbeantwortet werden lassen. Oder anders gesagt: Erfüllt ein Fonds die „Hauptkriterien“, ist ein Nicht-Erfüllen der „Nebenbedingungen“ wenig tragisch.

Einmalerlag oder Fondsparen?

Haben Sie zurzeit viel Geld auf der Seite und möchten Sie es auf einmal in Fonds anlegen, dann ist der Einmalerlag eine gute Option. Natürlich können Sie auch monatlich Geld in Fonds investieren – hierfür gibt es den Fondssparplan. Durch regelmäßige Zahlungen ergibt sich ein Phänomen, das auch als Cost-Average-Effekt, auch Durchschnittskosteneffekt, bezeichnet wird.

Ausschüttend oder Thesaurierend?

Was soll mit den Gewinnen des Fonds passieren? Wollen Sie lieber regelmäßige z.B.: jährlich oder quartalsweise Ausschütten oder wollen Sie, dass der Fondsmanager die erwirtschafteten Gewinne gleich reinvestiert? Im ersten Fall sollten sie zu ausschüttenden Fonds greifen und im letzteren Fonds zu thesaurierenden Fonds.

Nun da Sie wissen in welche Art von Fonds Sie investieren wollen, müssen Sie nur noch den besten Fonds dieser Art finden. Helfen wird Ihnen dabei Folge 78 – Wie finde ich den richtigen Fonds (Teil 2)

Von der Theorie in die Praxis:

Da wir selbst aktiv an der Börse sind, kommt es ab und an vor, dass wir auch Fonds erwerben. Einige dieser Trades werden wir in der nächsten Zeit dokumentieren und hierher verlinken:

Wir kaufen einen Fonds – Aktienfonds weltweit – “DWS TOP DIVIDENDE”

Weiterführende Links

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