Roboadvisor Vergleich 2026: Welcher digitale Vermögensverwalter passt zu Ihnen?

Geprüft und aktualisiert von der DieKleinanleger-Redaktion · Stand: April 2026

Wer sein Erspartes nicht länger auf dem Sparbuch verlieren möchte, aber gleichzeitig keine Lust hat, sich mit ETFs, Asset Allocation und Rebalancing selbst zu beschäftigen, landet früher oder später bei einem Roboadvisor. Diese digitalen Vermögensverwalter übernehmen die komplette Verwaltung Ihres Portfolios automatisiert – von der Auswahl der einzelnen ETFs über das laufende Rebalancing bis hin zur Steueroptimierung. Sie zahlen dafür eine Verwaltungsgebühr, die je nach Anbieter und Anlagesumme zwischen 0,3 und 1,0 Prozent pro Jahr liegt.

Im deutschsprachigen Raum sind in den letzten zehn Jahren über 20 ernsthafte Roboadvisor-Angebote entstanden. Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich: in der Anlagestrategie, in den Kosten, in der Mindesteinlage und in der Frage, wie aktiv oder passiv das Portfolio verwaltet wird. Welcher Roboadvisor zu Ihnen passt, hängt von Ihrer Anlagesumme, Ihrem Zeithorizont und Ihrer persönlichen Vorliebe ab.

Den schnellsten Überblick liefert unser Vergleichsrechner. Geben Sie unten Ihre Anlagesumme und Ihre gewünschte Strategie ein, und Sie sehen direkt, welche Anbieter zu Ihnen passen, was sie kosten und wo Sie ein Konto eröffnen können. Im weiteren Verlauf dieses Beitrags ordnen wir die Ergebnisse für Sie ein, gehen ehrlich auf die Frage ein, ob ein Roboadvisor in Ihrem Fall überhaupt die beste Wahl ist, und stellen die wichtigsten Anbieter detailliert vor.

Roboadvisor Vergleichsrechner

Hinweis zur Transparenz: Wenn Sie über einen der angezeigten Anbieter ein Konto eröffnen, erhalten wir eine Provision. Für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Mehr dazu im Abschnitt zur Transparenz am Ende dieses Beitrags.

Was ist ein Roboadvisor und wie funktioniert er?

Ein Roboadvisor ist im Kern eine digitale Vermögensverwaltung. Statt sich mit einem Bankberater hinzusetzen und sich überteuerte Fondsprodukte verkaufen zu lassen, beantworten Sie online ein paar Fragen zu Ihren finanziellen Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikoneigung. Daraus erstellt der Algorithmus des Anbieters ein passendes Portfolio aus überwiegend kostengünstigen ETFs und übernimmt anschließend die laufende Verwaltung – typischerweise ohne dass Sie selbst noch etwas tun müssen.

Die Idee dahinter ist nicht neu. Was Roboadvisor anders machen als die klassische Bankberatung: Sie automatisieren den Prozess so weit, dass auch kleine Anlagebeträge bedient werden können, und sie verzichten auf den teuren Vertrieb. Das Ergebnis sind Verwaltungsgebühren von typischerweise 0,3 bis 1,0 Prozent pro Jahr – ein Bruchteil dessen, was eine klassische Vermögensverwaltung kostet, die meist erst ab 250.000 Euro Anlagesumme überhaupt verfügbar ist.

Der erste deutsche Roboadvisor ist 2014 gestartet. Heute sind die wichtigsten Anbieter alle BaFin-reguliert, halten Ihr Vermögen als Sondervermögen bei einer Depotbank und sind damit auch im Insolvenzfall des Roboadvisors geschützt. Die Branche ist erwachsen geworden.

Roboadvisor oder ETF-Sparplan? Die ehrliche Antwort

Bevor wir Ihnen einzelne Anbieter empfehlen, eine Einordnung, die viele Vergleichsseiten Ihnen vorenthalten: Für die meisten Menschen, die bereit sind, sich einen einzigen Nachmittag mit dem Thema ETFs zu beschäftigen, ist ein selbstgemachter ETF-Sparplan langfristig die bessere Wahl als ein Roboadvisor. Der Grund liegt in den Kosten.

Bei einer Anlagesumme von 50.000 Euro und einer typischen Roboadvisor-Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent pro Jahr zahlen Sie jährlich 375 Euro nur für die Verwaltung. Ein selbstgebauter Sparplan auf einen einzigen Welt-ETF wie den MSCI World oder den FTSE All-World kostet hingegen rund 0,2 Prozent pro Jahr – also etwa 100 Euro auf dieselbe Summe. Über 30 Jahre summiert sich diese Kostendifferenz inklusive entgangener Zinseszinseffekte schnell auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.

Trotzdem hat der Roboadvisor seine Berechtigung – aber für eine ganz bestimmte Zielgruppe. Sinnvoll ist er vor allem dann, wenn Sie tatsächlich keine Zeit oder kein Interesse haben, sich auch nur grundlegend mit dem Thema zu beschäftigen, wenn Sie die psychologische Barriere brauchen, dass jemand anderes für Sie entscheidet, wenn Sie über ein größeres Vermögen verfügen und eine differenziertere Allokation als nur einen Welt-ETF wünschen, oder wenn Sie sich davor scheuen, im nächsten Crash die Nerven zu behalten und glauben, dass Sie ohne professionellen Verwalter panisch verkaufen würden.

In allen anderen Fällen lohnt sich die kleine Investition in eigenes Wissen. Wer sich dazu entschließt, das Portfolio selbst zu bauen, ist oft der günstigere und flexiblere Weg. Wenn Sie zu dem Schluss kommen, dass ein Roboadvisor besser passt, geht es hier weiter.

Die wichtigsten Auswahlkriterien

Sechs Kriterien sollten Sie prüfen, bevor Sie sich für einen Roboadvisor entscheiden.

Erstens, die Gesamtkosten. Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur die Verwaltungsgebühr betrachten, sondern auch die Kosten der eingesetzten ETFs. Manche Anbieter werben mit niedrigen Verwaltungsgebühren, setzen aber teurere Fonds ein. Die Gesamtkosten eines guten Roboadvisors liegen 2026 inklusive ETF-Kosten zwischen 0,55 und 1,2 Prozent pro Jahr.

Zweitens, die Anlagestrategie. Hier gibt es zwei grundsätzlich verschiedene Schulen. Passiv-statische Anbieter wie Quirion oder growney bauen ein Portfolio aus wenigen ETFs und rebalancieren einmal pro Jahr. Das ist günstig, simpel und hat sich historisch bewährt. Aktiv-prognosebasierte Anbieter wie Whitebox oder Scalable Capital passen die Allokation laufend an Marktphasen an. Das ist komplexer und teurer, kann theoretisch in bestimmten Phasen besser abschneiden, muss aber nicht. Welche Schule Sie wählen, ist eine Glaubensfrage – wir tendieren bei kleineren Vermögen zur passiven Variante, bei größeren Vermögen oder besonderen Ansprüchen kann der aktive Ansatz vernünftig sein.

Drittens, die Mindesteinlage. Diese variiert stark. Manche Anbieter starten ab 1 Euro, andere verlangen 5.000 Euro oder mehr. Achten Sie auch auf die Mindest-Sparrate, falls Sie monatlich nachlegen möchten. 25 Euro im Monat sind heute Standard, aber nicht überall.

Viertens, die Anzahl der Risikoklassen. Gute Roboadvisor bieten zwischen 5 und 15 verschiedene Risikoklassen, von sehr defensiv mit überwiegend Anleihen bis zu sehr offensiv mit hohem Aktienanteil. Anbieter mit nur zwei oder drei Risikoklassen sind tendenziell zu grobschlächtig, um wirklich auf Ihre Situation einzugehen.

Fünftens, die Steueroptimierung. Einige Anbieter optimieren automatisch die Steuerzahlungen, indem sie etwa den Sparerpauschbetrag in Deutschland optimal ausnutzen oder Verluste mit Gewinnen verrechnen. Bei größeren Vermögen kann das einen messbaren Unterschied machen, bei kleineren Beträgen ist es vernachlässigbar.

Sechstens, Sicherheit und Regulierung. Wählen Sie ausschließlich Anbieter mit BaFin-Lizenz oder vergleichbarer EU-Regulierung. Alle in diesem Vergleich vorgestellten Anbieter erfüllen dieses Kriterium.

Die Roboadvisor 2026 im Detail

Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Roboadvisor im deutschsprachigen Raum ausführlich vor – unabhängig davon, ob wir mit dem jeweiligen Anbieter eine Provisionsvereinbarung haben. Wo wir eine Empfehlung aussprechen, beruht sie auf der Bewertung des Angebots, nicht auf der Höhe der Provision.

Whitebox

Whitebox ist einer der ältesten und renommiertesten Roboadvisor im deutschsprachigen Raum. Der Anbieter mit Sitz in Weil am Rhein verfolgt einen wertorientierten, antizyklischen Anlageansatz, der sich von den meisten Wettbewerbern unterscheidet. Vereinfacht gesagt: Wenn Aktien deutlich gefallen sind, kauft Whitebox nach; wenn sie stark gestiegen sind, reduziert es die Quote. Diese Strategie hat sich historisch in Bärenmärkten bewährt und ist einer der Gründe, warum Whitebox in den vergangenen Jahren regelmäßig in den Tests von Stiftung Warentest, Capital, FAZ und €uro auf den vorderen Plätzen gelandet ist.

Die Strategie basiert auf einem mehrstufigen Modell: Whitebox analysiert kontinuierlich die Bewertungen verschiedener Anlageklassen und Regionen, weicht in seltenen Fällen vom strategischen Portfolio ab, wenn sich besonders günstige Einstiegschancen ergeben, und kehrt nach einer Erholung wieder zur Standard-Allokation zurück. Anleger erhalten zehn verschiedene Risikoklassen zur Auswahl, von rein defensiv bis rein offensiv.

Die Mindestanlage beträgt 5.000 Euro – höher als bei vielen Wettbewerbern und ein Punkt, den Einsteiger berücksichtigen sollten. Wer kleinere Beträge investieren möchte, findet bei anderen Anbietern niedrigere Hürden. Die Verwaltungsgebühr ist nach Anlagesumme gestaffelt und liegt zwischen 0,35 Prozent (bei Vermögen über 100.000 Euro) und 0,95 Prozent pro Jahr. Zu den Verwaltungsgebühren kommen ETF-Kosten von rund 0,21 Prozent.

Vorteile: Mehrfach ausgezeichnete Anlagestrategie. Antizyklisches Rebalancing als Differenzierungsmerkmal. Zehn Risikoklassen. Eine ESG-konforme Variante „Whitebox Sustainable“ verfügbar. Transparente Kostenstruktur ohne versteckte Gebühren. BaFin-reguliert, Verwahrung bei der FFB.

Nachteile: Mit 5.000 Euro Mindestanlage höher als bei der Konkurrenz. Die aktive Strategie ist teurer als rein passive Ansätze. Für ETF-Puristen, die einen rein passiven Ansatz bevorzugen, nicht die richtige Wahl.

Unsere Einschätzung: Whitebox ist die richtige Wahl für Anleger, die Wert auf eine durchdachte, nicht rein passive Anlagestrategie legen und über eine Anlagesumme im mittleren bis höheren fünfstelligen Bereich verfügen. Wir empfehlen Whitebox als Testsieger in dieser Kategorie. Zum Whitebox-Angebot ›

Scalable Capital

Scalable Capital ist heute vor allem als Neobroker bekannt, aber das ursprüngliche Geschäft des Münchner Anbieters war die digitale Vermögensverwaltung. Der Roboadvisor von Scalable nutzt einen risikobasierten Anlageansatz: Die Allokation wird laufend so angepasst, dass das Portfolio innerhalb einer festgelegten Verlustgrenze bleibt – das sogenannte Value-at-Risk-Modell. In ruhigen Marktphasen erlaubt das einen höheren Aktienanteil, in volatilen Phasen wird die Quote reduziert.

Ein Vorteil von Scalable gegenüber den meisten Wettbewerbern: Sie können beim selben Anbieter sowohl die Vermögensverwaltung als auch ein klassisches Brokerage-Depot führen. Das ist praktisch, wenn Sie einen Teil Ihres Vermögens automatisiert verwalten lassen und einen anderen Teil selbst aktiv investieren möchten – beides läuft unter einem Dach.

Die Mindesteinlage liegt bei 10.000 Euro für die klassische Vermögensverwaltung, wobei Scalable in den letzten Jahren auch günstigere Einstiegsvarianten eingeführt hat. Die Verwaltungsgebühr beträgt 0,75 Prozent pro Jahr inklusive aller Transaktionskosten. Hinzu kommen ETF-Kosten von rund 0,15 Prozent.

Vorteile: Etablierter Anbieter mit langjähriger Track-Record. Risikobasierter Anlageansatz, der in Crashs theoretisch defensiver agiert. Ein Konto für Vermögensverwaltung und Brokerage. Sehr gute mobile App und übersichtliches Web-Interface. BaFin-reguliert, deutsche Vermögensverwaltung.

Nachteile: Der aktive Ansatz kann in stark steigenden Märkten leichte Underperformance gegenüber rein passiven Strategien erzeugen. Mindesteinlage von 10.000 Euro ist für absolute Einsteiger eine Hürde.

Unsere Einschätzung: Scalable Capital ist eine starke Alternative zu Whitebox, insbesondere für Anleger, die zusätzlich ein Brokerage-Konto wünschen oder die einfache Bedienbarkeit über eine App schätzen. Die Anlagephilosophie unterscheidet sich von Whitebox – wer beide Ansätze gegenüberstellt, kann sich bewusst für die zu seiner Risikoneigung passende Variante entscheiden. Zum Scalable Capital Roboadvisor ›

Quirion

Quirion ist die digitale Tochter der Quirin Privatbank in Berlin und einer der ältesten Roboadvisor in Deutschland. Im Gegensatz zu Whitebox und Scalable verfolgt Quirion einen konsequent passiven Ansatz: Das Portfolio besteht aus einer kleinen Anzahl breit gestreuter ETFs, die nach einer festen Allokation gewichtet und einmal jährlich rebalanciert werden. Es gibt keine Versuche, den Markt zu timen oder taktische Abweichungen vorzunehmen. Diese Schlichtheit ist die Stärke des Angebots.

Quirion bietet elf verschiedene Risikoklassen sowie eine nachhaltige Variante an. Die Mindesteinlage beträgt 500 Euro, die Verwaltungsgebühr liegt nach Anlagesumme gestaffelt zwischen 0 Prozent (für die ersten 10.000 Euro im Digital-Tarif) und 0,48 Prozent. Damit zählt Quirion zu den günstigsten Roboadvisor am Markt.

Vorteile: Sehr günstig, insbesondere für kleine bis mittlere Vermögen. Niedrige Mindesteinlage. Konsequent passive Strategie ohne kostspielige aktive Wetten. Gehört zu einer etablierten Bank. BaFin-reguliert.

Nachteile: Keine aktive Anpassung an Marktphasen, was im Crash beruhigend, in Aufschwungphasen aber etwas weniger gewinnbringend sein kann als bei aktiven Anbietern. Die Bedienoberfläche ist funktional, aber nicht so modern wie bei jüngeren Wettbewerbern.

Unsere Einschätzung: Quirion ist eine ausgezeichnete Wahl für kostenbewusste Anleger, die einen rein passiven Ansatz bevorzugen und keine aktive Verwaltung benötigen. Wer „ETF-Sparplan, aber jemand soll es für mich machen“ sucht, ist hier richtig.

growney

growney ist ein Berliner Roboadvisor, der 2016 gestartet ist und sich seitdem als preisbewusste Alternative im Markt positioniert. Wie Quirion verfolgt growney einen passiven, regelbasierten Ansatz mit jährlichem Rebalancing. Das Portfolio besteht aus kostengünstigen ETFs auf globale Aktien- und Anleihenindizes. Es stehen zehn Risikoklassen zur Auswahl.

Die Mindesteinlage liegt bei 0 Euro – Sie können ohne Einmalzahlung mit einem reinen Sparplan starten. Die Verwaltungsgebühr ist nach Anlagesumme gestaffelt zwischen 0,38 Prozent und 0,68 Prozent pro Jahr, plus ETF-Kosten von etwa 0,17 Prozent.

Vorteile: Sehr niedrige Hürde, auch ohne Einmalzahlung möglich. Transparente, schlanke Kostenstruktur. Passive Strategie mit globaler Diversifikation. BaFin-reguliert.

Nachteile: Geringerer Bekanntheitsgrad als die größeren Konkurrenten. Begrenzteres Service-Angebot bei größeren Vermögen.

Unsere Einschätzung: growney ist eine solide Wahl für Anleger, die mit kleinen Beträgen einsteigen möchten und Wert auf niedrige Kosten legen.

bevestor

bevestor ist der Roboadvisor der DZ Bank, also der Zentralbank der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken. Der Anbieter ist 2018 gestartet und richtet sich vor allem an Kunden, die einen Bezug zum genossenschaftlichen Bankensektor haben oder schätzen, dass hinter dem Roboadvisor ein etabliertes Bankhaus steht.

bevestor nutzt einen aktiv-prognosebasierten Ansatz mit professioneller Allokationsentscheidung. Das Portfolio enthält ETFs sowie ausgewählte Einzelfonds. Es gibt fünf bis sieben Risikostufen je nach Variante.

Die Mindesteinlage liegt bei 1.000 Euro, die Verwaltungsgebühr zwischen 0,7 und 1,0 Prozent je nach Tarif, plus ETF-Kosten.

Vorteile: Einbettung in den genossenschaftlichen Bankensektor, was für manche Kunden ein Trust-Faktor ist. Aktive Strategie mit professionellem Management.

Nachteile: Höhere Kosten als bei rein passiven Anbietern. Etwas konventionellere Bedienoberfläche als bei den jüngeren Anbietern.

Unsere Einschätzung: Sinnvoll vor allem für Kunden, die einen Bezug zur Volks- und Raiffeisenbank-Welt haben oder Wert auf den Hintergrund einer etablierten Großbank legen.

Smavesto

Smavesto ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer Sparkassen und der Sparda-Banken, gestartet 2019. Der Anbieter wirbt mit einem KI-gestützten Anlageansatz, der Marktdaten kontinuierlich auswertet und die Allokation entsprechend anpasst. Wie bei vielen „KI-basierten“ Anlageprodukten gilt: Das Marketing ist optimistischer als die nachweisbare Performance-Differenz, aber die Anlagesystematik ist solide.

Smavesto bietet vier Risikostufen, von defensiv bis offensiv. Die Mindesteinlage beträgt 1 Euro, was die niedrigste am Markt ist. Die Verwaltungsgebühr liegt bei rund 0,8 Prozent pro Jahr, plus ETF-Kosten.

Vorteile: Sehr niedrige Mindesteinlage. Schlanke, moderne Bedienung. Hintergrund einer etablierten Bankengruppe.

Nachteile: Nur vier Risikostufen, was für manche Anleger zu grob ist. Die KI-basierte Strategie ist nicht unabhängig validiert.

Unsere Einschätzung: Eine vernünftige Wahl für Einsteiger, die mit minimalen Beträgen starten möchten und einen Anbieter mit Sparkassen-Hintergrund schätzen.

Evergreen

Evergreen ist ein vergleichsweise junger Roboadvisor mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Das Portfolio basiert vollständig auf nachhaltigen ETFs und Fonds, die nach ESG-Kriterien ausgewählt werden. Anders als bei den meisten Wettbewerbern wird Nachhaltigkeit hier nicht als optionale Variante angeboten, sondern als Standardausrichtung.

Die Mindesteinlage liegt bei 1 Euro, die Verwaltungsgebühr bei rund 0,5 bis 0,7 Prozent. Es gibt mehrere Risikoklassen.

Vorteile: Klare Positionierung auf Nachhaltigkeit. Niedrige Mindesteinlage. Moderne Bedienung.

Nachteile: Junger Anbieter mit kurzer Track-Record. Bei stark nachhaltig ausgerichteten Portfolios eingeschränktere Diversifikation als bei rein marktbreiten Strategien.

Unsere Einschätzung: Sinnvoll für Anleger, denen Nachhaltigkeit explizit wichtig ist und die bereit sind, einem jüngeren Anbieter zu vertrauen.

Gerd Kommer Capital

Gerd Kommer Capital ist der Roboadvisor des in der deutschsprachigen Finanz-Szene sehr bekannten ETF-Buchautors Gerd Kommer. Wer eines seiner Bücher gelesen hat – etwa „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ – kennt seinen klar regelbasierten, wissenschaftlich fundierten Anlagestil. Genau diesen Ansatz hat Gerd Kommer in seinem eigenen Roboadvisor umgesetzt.

Das Portfolio basiert auf einer wissenschaftlich fundierten Welt-Allokation mit Multi-Faktor-Ansätzen (Value, Size, Quality, Momentum). Die Strategie ist passiv, aber nicht naiv – sie nutzt akademisch belegte Faktorprämien aus.

Die Mindesteinlage und Gebührenstruktur ist angesichts des wissenschaftlichen Anspruchs vergleichsweise zugänglich. Die Verwaltungsgebühr liegt im moderaten Bereich.

Vorteile: Wissenschaftlich fundierte Anlagestrategie mit Faktor-Tilts. Hohe Glaubwürdigkeit durch den Hintergrund des Gründers. Passive Grundausrichtung mit Mehrwert durch Multi-Faktor-Ansatz.

Nachteile: Die Multi-Faktor-Strategie ist komplexer zu erklären als ein einfacher Welt-ETF. Wer absolute Schlichtheit sucht, ist bei Quirion oder growney besser aufgehoben.

Unsere Einschätzung: Eine durchdachte Wahl für Anleger, die den wissenschaftlich-passiven Ansatz Gerd Kommers schätzen und einen Roboadvisor suchen, der mehr als nur einen Welt-ETF nachbildet.

Kosten im direkten Vergleich

Die Verwaltungsgebühren der wichtigsten Roboadvisor im deutschsprachigen Raum bewegen sich 2026 in folgenden Bandbreiten. Beachten Sie, dass die meisten Anbieter ihre Gebühren nach Anlagesumme staffeln – höhere Vermögen zahlen prozentual weniger.

AnbieterVerwaltungsgebühr p.a.ETF-Kosten p.a.Gesamtkosten p.a.Mindestanlage
Whitebox0,35 – 0,95 %ca. 0,21 %0,56 – 1,16 %5.000 €
Scalable Capital0,75 %ca. 0,15 %ca. 0,90 %10.000 €
Quirion0 – 0,48 %ca. 0,18 %0,18 – 0,66 %500 €
growney0,38 – 0,68 %ca. 0,17 %0,55 – 0,85 %0 €
bevestor0,7 – 1,0 %ca. 0,2 %0,9 – 1,2 %1.000 €
Smavestoca. 0,8 %ca. 0,2 %ca. 1,0 %1 €
Evergreen0,5 – 0,7 %ca. 0,2 %0,7 – 0,9 %1 €
Gerd Kommer Capitalca. 0,5 – 0,9 %ca. 0,2 %0,7 – 1,1 %10.000 €

Was bedeuten diese Zahlen konkret? Bei einer Anlagesumme von 25.000 Euro und Gesamtkosten von 0,9 Prozent zahlen Sie 225 Euro pro Jahr für die Verwaltung. Über 20 Jahre Anlagedauer ergibt das, inklusive entgangener Zinseszinseffekte, einen Unterschied von rund 7.000 Euro zu einem selbst gebauten ETF-Sparplan. Ob Ihnen diese Differenz die Bequemlichkeit wert ist, ist eine persönliche Entscheidung – aber es ist eine, die Sie bewusst treffen sollten.

Roboadvisor für österreichische Anleger

Die meisten Roboadvisor im deutschsprachigen Raum haben ihren Sitz in Deutschland und sind rechtlich auf den deutschen Markt ausgerichtet. Für österreichische Anleger ergeben sich daraus zwei Besonderheiten, die Sie kennen sollten.

Die erste betrifft die Steuer. Deutsche Roboadvisor führen die deutsche Abgeltungsteuer ab, nicht die österreichische Kapitalertragsteuer. Als österreichischer Anleger müssen Sie Erträge selbst über die Einkommensteuererklärung abrechnen und die KESt von 27,5 Prozent nachzahlen. Die Daten dafür finden Sie in den Jahressteuerbescheinigungen, die alle Anbieter zur Verfügung stellen. Manche Anbieter bieten mittlerweile spezielle Steuerreports für österreichische Kunden an, was den Aufwand reduziert.

Die zweite Besonderheit betrifft die Akzeptanz österreichischer Kunden. Die meisten großen Anbieter nehmen österreichische Kunden ohne Einschränkungen an. Sie müssen lediglich ein deutsches oder österreichisches Bankkonto für das Verrechnungskonto angeben. Bei einigen Anbietern gibt es leichte Einschränkungen bei der Identifikationsmethode – im Zweifel lohnt sich eine kurze Anfrage beim Kundenservice vor der Anmeldung.

Wer den Steueraufwand vermeiden möchte und ein etabliertes österreichisches Angebot sucht: In Österreich selbst gibt es bislang keine vergleichbare Roboadvisor-Landschaft wie in Deutschland. Die meisten Privatanleger nutzen daher entweder einen deutschen Roboadvisor und nehmen den Steueraufwand in Kauf, oder sie wählen einen klassischen ETF-Sparplan bei einem österreichischen Broker mit automatischer KESt-Abfuhr – etwa bei Flatex Austria, der DADAT Bank oder Bitpanda.

So eröffnen Sie ein Roboadvisor-Konto

Wenn Sie sich für einen Anbieter entschieden haben, ist die Eröffnung schnell erledigt. Der Ablauf ist bei allen seriösen Anbietern ähnlich.

Sie wählen zunächst Ihren Wunschanbieter und beantworten online ein paar Fragen zu Ihren finanziellen Zielen und Ihrer Risikoneigung. Dieser Schritt dauert etwa fünf bis zehn Minuten und bestimmt, in welche Risikoklasse Sie eingeordnet werden. Anschließend geben Sie Ihre persönlichen Daten ein – Personalausweis, Bankverbindung, Steuer-ID – und identifizieren sich per Video-Ident-Verfahren mit der Smartphone-Kamera. Das dauert nochmals etwa fünf bis zehn Minuten.

Nach erfolgreicher Identifikation wird Ihr Konto innerhalb von ein bis zwei Werktagen aktiviert. Sie überweisen Ihr Anlagekapital per SEPA-Überweisung auf das Verrechnungskonto, und der Roboadvisor beginnt automatisch mit der Investition gemäß der für Sie ausgewählten Strategie. Insgesamt vergehen vom ersten Klick bis zum aktiv investierten Portfolio typischerweise drei bis fünf Werktage.

Häufig gestellte Fragen

Sind Roboadvisor sicher? Ja, sofern Sie einen BaFin-regulierten Anbieter wählen. Ihr Vermögen wird als Sondervermögen bei einer Depotbank verwahrt und ist auch im Insolvenzfall des Roboadvisors geschützt. Cash auf dem Verrechnungskonto ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde abgesichert.

Wie hoch sind die Gebühren bei Roboadvisor typischerweise? Die Gesamtkosten – also Verwaltungsgebühr plus ETF-Kosten – liegen 2026 bei seriösen Anbietern zwischen 0,55 und 1,2 Prozent pro Jahr. Höhere Anlagebeträge zahlen oft prozentual weniger, weil die meisten Anbieter ihre Gebühren staffeln.

Was ist der Unterschied zwischen einem Roboadvisor und einem ETF-Sparplan? Beim ETF-Sparplan wählen Sie selbst aus, in welche ETFs Sie investieren, in welcher Gewichtung, und Sie kümmern sich auch selbst um das Rebalancing. Beim Roboadvisor übernimmt das alles ein Algorithmus für Sie. Ein selbstgebauter Sparplan ist langfristig günstiger, ein Roboadvisor ist bequemer.

Welche Mindestanlage brauche ich? Die Mindesteinlagen variieren stark – von 0 Euro bei manchen Anbietern bis zu 10.000 Euro bei premium-orientierten Roboadvisor. Die meisten gängigen Anbieter erlauben einen Einstieg ab 500 bis 5.000 Euro.

Kann ich auch monatlich sparen? Ja, alle seriösen Roboadvisor bieten Sparplan-Funktionen an. Die Mindestsparrate liegt typischerweise zwischen 25 und 100 Euro pro Monat.

Was passiert mit meinem Geld bei einem Crash? Ihr Portfolio kann bei einem Marktcrash kurzfristig deutlich an Wert verlieren – das ist Teil des normalen Anlegens. Roboadvisor verkaufen Ihr Portfolio bei Crashs nicht panikartig, sondern halten Kurs. Manche Anbieter mit aktiver Strategie kaufen sogar antizyklisch nach. Bei Anlagezeiträumen über zehn Jahren haben breit gestreute Aktienportfolios historisch praktisch immer positive Renditen erzielt.

Kann ich den Roboadvisor jederzeit kündigen? Ja, alle gängigen Anbieter erlauben jederzeit eine Auszahlung oder Kündigung – ohne Kündigungsfristen oder Gebühren. Die ETFs werden verkauft und der Erlös auf Ihr Verrechnungskonto überwiesen.

Lohnt sich ein Roboadvisor für Österreicher? Ja, mit Einschränkungen. Beachten Sie, dass die KESt selbst über die Einkommensteuererklärung abgerechnet werden muss, da deutsche Anbieter die österreichische Kapitalertragsteuer nicht automatisch abführen. Wer diesen Aufwand vermeiden möchte, fährt mit einem österreichischen Broker und einem selbst gebauten ETF-Sparplan oft besser.

Welcher Roboadvisor ist am günstigsten? Bei kleinen Anlagesummen sind growney und Quirion (im Digital-Tarif) die günstigsten Anbieter. Bei größeren Vermögen gleichen sich die Unterschiede durch die Staffelung an, und die Strategie wird wichtiger als die nackte Gebühr.

Transparenz und Risikohinweis

Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links zu einigen der vorgestellten Roboadvisor. Wenn Sie über einen dieser Links ein Konto eröffnen, erhalten wir vom jeweiligen Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Diese Provisionen finanzieren unsere redaktionelle Arbeit. Unsere Empfehlungen beruhen auf einer Bewertung des jeweiligen Angebots, nicht auf der Höhe der Provision. Mehrere der hier vorgestellten Anbieter zahlen uns keine oder nur geringe Provisionen – wir stellen sie trotzdem ausführlich vor, wenn sie für unsere Leser relevant sind.

Geldanlage in Wertpapiere ist mit Risiken verbunden. Der Wert Ihres Portfolios kann steigen oder fallen, und Sie können einen Teil oder Ihre gesamte Einlage verlieren. Vergangene Wertentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Renditen. Die Inhalte dieses Beitrags stellen keine individuelle Anlageberatung dar und ersetzen nicht die Beratung durch einen qualifizierten Berater. Bevor Sie investieren, prüfen Sie, ob das jeweilige Anlageprodukt zu Ihren persönlichen Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikoneigung passt.