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Was bedeutet Delta beim Investieren?

Das Delta gehört zu den sogenannten “Griechen“, also zu den Ableitungen aus dem Black-Scholes-Modell, die auch für das Risikomanagement im Optionen-Handel verwendet werden. Anwendung finden diese Ableitungen nur dort, wo es um den Handel mit Optionen oder Optionsscheinen geht. Das Delta ist dabei die erste der Ableitungen aus dem Modell, die “Griechen” genannt werden (weil sie alle mit griechischen Buchstaben bezeichnet sind).

Der Delta-Wert

Das Delta gibt an, in welchem Ausmaß sich der Preis einer Option verändert, wenn sich der Preis des darunter liegenden Basiswerts um eine Einheit verändert. Für die Ableitung wird dabei angenommen, dass alle anderen Bezugsgrößen unverändert bleiben (also der Zinssatz, die Restlaufzeit und die Volatilität des Basiswerts). Das Delta ist aber immer auch vom Basiswert abhängig.

Angenommen wird die Veränderung des Basiswerts um einen Punkt, mit der Formel zur Berechnung des Delta-Werts kann dann ermittelt werden, um wie viel sich der Optionspreis bei einer solchen Veränderung bewegt. Das wird manchmal auch als die “Sensitivität” der Option bezeichnet.

Das Bezugsverhältnis zwischen Basispreis und Optionspreis ist wichtig und ein sehr wesentliches Kriterium, wenn es um die Sicherheit bei Optionen geht. Zu beachten ist, dass das Delta bei Kauf- und Verkaufsoptionen jeweils unterschiedliche Vorzeichen hat. Bei einer Kaufoption ist das Delta immer ein positiver Wert, bei einer Verkaufsoption grundsätzlich ein negativer Wert.

Das liegt daran, dass wenn der Basiswert steigt, der Wert einer Kaufoption (Call) natürlich ebenfalls steigt – und bei einer Verkaufsoption (Put) natürlich fällt. Je höher das Delta, desto stärker reagiert der Optionspreis auf Änderungen des Basiswerts.

Das gesamte Black-Scholes-Modell wird aber nur für europäische Optionen angewendet, demnach gilt auch das Delta als Ableitungswert auch nur dann und wäre bei anderen Optionen nicht in der Form aussagekräftig.

Delta als Wahrscheinlichkeitsmaß

In der Branche gilt das Delta auch als annähernder Richtwert für die Wahrscheinlichkeit, dass eine Option überhaupt ausgeübt wird. Das ist zwar nicht das einzig mögliche Kriterium, allerdings eines, das sehr gerne dafür herangezogen wird. Man muss dabei aber natürlich auch immer die Volatilität des Basiswerts im Auge haben.

Delta Hedging

Eine auf dem Delta-Wert beruhende Absicherungsstrategie ist das sogenannte Delta-Hedging. Die Funktionsweise ist beim klassischen Delta-Hedge vom Prinzip her einfach: man sichert seine Option mit einer genau entgegengesetzten Kursbewegung ab. Das heißt, wenn eine Option Verluste bringt, werden durch die gegensätzlichen Positionen genau so viel an Gewinn eingespielt. Eine Position ist dann “delta-neutral”. Allerdings muss man die Absicherungspositionen laufend anpassen, da größere Preisänderungen wiederum das Delta verändern (über die Abhängigkeit des Delta von der Höhe des Basiswerts).

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