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Was ist Crowdfunding und wie funktioniert dies?

Beim Crowdfunding handelt es sich um eine neue, innovative Art der Finanzierung von Unternehmensgründungen oder Innovationen. Anders als beispielsweise bei den traditionellen Finanzierungsformen handelt es sich nicht immer um Unternehmensbeteiligungen! Manchmal appellieren die Gründer einfach an die Innovationsbereitschaft und das gute Gefühl der Menschen, einem Unternehmen oder einer Idee zum Start verholfen zu haben.

Als Gegenleistung für Spenden oder Beiträge gibt es deshalb eine beinahe unüberblickbare Vielzahl an Arten und Weisen, wie der Gründer sich revanchiert. Beispielsweise durch:

  • die ersten hergestellten Produkte
  • das Arbeitsergebnis (wie eine CD oder einen Film) mit persönlicher Widmung
  • eine Eintrittskarte zu einem Konzert oder Event mit Treffen des Künstlers oder der Band
  • persönliche Anschreiben oder Kontakt zum Projekt

Einordnung des Crowdfundings in die Kapitalmärkte

Beim Crowdfunding finanzieren viele Menschen (engl. die “crowd” = eine Menge, große Anzahl) ein Projekt oder ein Start-up. Da sie allerdings keine echten Unternehmensbeteiligungen, Anteilsscheine oder Aktien erwerben, gehört das Crowdfunding eigentlich nicht zu den klassischen Kapitalmärkten! Vielmehr könnte man das Crowdfunding als Finanzierung ohne Gegenleistung bezeichnen. Anders als bei Aktien, Anleihen oder Fonds (über deren Chancen wir aktuell berichten) findet beim Crowdfunding kein Kapitalaufbau statt.

Sehr gute Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen

Auch renommierte Wirtschaftsmagazine wie die Wirtschaftswoche berichten intensiv über das Crowdfunding. Die Wirtschaftswoche sieht darin eine bedeutende Finanzierungsfunktion für Unternehmen, wie hier berichtet wird. Die Vorteile des Crowdfunding liegen darin, dass es keine intensiven Bonitätsprüfungen gibt und auch die Hürden zum klassischen Bankkredit entfallen. So wird neben Künstlerprojekten beispielsweise auch das erste vegane Fast Food Restaurant in Deutschland über Crowdfunding finanziert wie die Wirtschaftswoche berichtet.

Ein Blick unserer Redaktion auf eine Projektseite von Startnext zeigt allerdings auch die Grenzen von Crowdfunding in seiner derzeitigen Form auf: gegen eine vergleichsweise hohe Zahlung erhält der “Finanzierer” lediglich einen Souvenir- oder Merchandising-Artikel. Ob er diesen später wirklich verwenden will oder kann, ist eine andere Frage. Crowdfunding ist allerdings auch ehrlich, denn die angesprochene Plattform spricht ganz deutlich von “DANKESCHÖNS” für das gezahlte Geld.

Aus diesem Grund sehen wir Crowdfunding zwar als Geldquelle für Unternehmen, aber die Eigenschaften einer echten Geldanlage fehlen: Es gibt keine Eigenkapital- oder Fremdkapitalanteile im Gegenzug zur Bezahlung, Zins- oder Dividendenansprüche oder eine andere Gewinnbeteiligung werden nicht erworben.

Deshalb wird Crowdfunding wohl eher eine Spiel- und Testwiese für neue Projekte und das Gewinnen von Feedback für Gründer werden. Der Siegeszug wird deshalb ausbleiben, weil die Menschen nicht einfach ihr hart verdientes Geld ohne Gegenleistung verschenken.

ETF oder Wachstumsaktie statt Crowdfunding

Als verantwortungsbewusste Redaktion können wir Crowdfunding leider nicht empfehlen. Es fehlen zu viele Elemente einer richtigen Geldanlage, es handelt sich eher um Geld ausgeben, ohne eine substantielle Gegenleistung zu bekommen. Wer mit kleineren Beträgen wirklich Vermögen bilden möchte, der könnte sich für einen ETF-Fondssparplan entscheiden – der die Wertentwicklung der Börse abbildet. Oder mit der Geldanlage in eine konservative Wachstumsaktie beginnen und damit die Funktionsweise der Kapitalmärkte für die eigene Vermögensmehrung nutzen.

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