Wie erkenne ich ob Aktien teuer bzw. überbewertet sind?

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Wie erkenne ich ob Aktien teuer bzw. überbewertet sind?

Das Interessante und Faszinierende an den Aktienmärkten ist, dass es sich anders als beispielsweise bei Edelsteinen um Investments handelt, die mit Sachkenntnis und ein bisschen Mathematik weitestgehend beurteilbar sind. Die Aktienkurse basieren neben den marktüblichen Schwankungen im Wesentlichen auf einer Beurteilung bzw. Bewertung der Unternehmenszukunft. Ein Blick auf die vergangene Entwicklung, die aktuellen Geschäftszahlen und die Prognosen für eine Branche setzen die Geldanlage auf ein wesentlich solideres Fundament.

Die vergangene Kursentwicklung gibt einen Hinweis auf die Vorteilhaftigkeit der Investition

Am besten lässt sich die langfristige Sinnhaftigkeit des Aktieninvestments durch eine Betrachtung der historischen Kursentwicklung prüfen. Anhand eines 3- oder 5-Jahres-Charts sehen Sie als Anleger, ob sich ein langfristiger Aufwärtstrend entwickelt oder ob es sich um eine stagnierende oder gar für die Geldanlage kritische Branche handelt. Neben einem langen Seitwärtstrend gibt es zusätzlich sehr hohe Sprünge als Warnhinweis. Gerade bei kleinen Werten kann es dann der Fall sein, dass die Aktie gerade so nachgefragt ist, dass sie sich von ihrer fundamentalen Bewertung abgekoppelt hat.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist eine langfristig bewährte Kennzahl

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist ein Quotient aus Kurs geteilt durch den von Analysten erwarteten Gewinn pro Aktie. Je höher dieser Wert ist, desto mehr „Kurs-Euro“ müssten Sie als Anleger für einen Euro Gewinn pro Aktie bezahlen. Kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 hatte das KGV des DAX einen historischen Tiefstwert bei knapp über 8. Meistens endet eine Aufwärtsbewegung — wenn es keinen Grund für eine erneute Kursphantasie gibt — bei einem KGV zwischen 28 und 32. Anleger, die ihre Gewinne sichern und nicht ein zu hohes Risiko bei der Geldanlage eingehen möchten, werden in diesem Bereich eher ihre Verkaufsorders platzieren.

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Der historische Verlauf des KGV beim Standard & Poors 500 Index ist beinahe ähnlich. Es gelten dieselben mathematischen Zusammenhänge und beispielsweise in einer Phase höherer Zinsen, bei denen ein Kupon von 3 % üblich ist, können KGV-Bewertungen von 30 oder mehr als Übertreibung gewertet werden. Die Kurseinbrüche beim S&P 500 um 1990 oder auch kurz nach 2001 begannen alle bei einem KGV von ca. 23 (1990), 30 oder etwa 43 (Dotcom-Blase). In der langjährigen Betrachtung bewegten sich die KGV-Werte für den S&P 500 meist zwischen 15 und 20.

Kurs-Buchwert-Verhältnis bzw. innere Substanz als Entscheidungskriterium

Weniger häufig als das KGV wird das Kurs-Buchwert-Verhältnis betrachtet. Dies stellt einen Zusammenhang zwischen dem aktuellen Börsenkurs eines Unternehmens und einem inneren, in den Geschäftsberichten bzw. Bilanzen ersichtlichen Wert gegenüber. Dieser Wert ist allerdings nicht so aussagekräftig, weil in vielen Bilanzansätzen auch noch innere Reserven stecken bzw. Vermögensgegenstände nur zu Einkaufswerten berücksichtigt werden.

Unternehmen derselben Branche werden oft ganz unterschiedlich bewertet

Ein bedeutender Indikator dafür, ob ein Unternehmen vergleichsweise günstig oder teuer ist, ist der Vergleich mit Unternehmen der gleichen Branche und mit einem ähnlichen Produktportfolio. In einem ersten Schritt könnten Sie die Dividende betrachten und sich nach dem jeweiligen Dividendenkönig einer Branche umsehen. DieKleinanleger.com hat ja bereits mehrfach über Aktien mit einer hohen Dividende berichtet. Aktualisierte Listen über Aktien mit hoher Dividendenrendite finden sich bei modernen Online-Brokern sowie in Finanzportalen wie finanzen.net. Wenn Sie das KGV und die Dividendenrendite zum Vergleich verschiedener Werte der gleichen Branche heranziehen, dann werden Sie die besten Unternehmen aus der Branche finden.

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Der Wettbewerb zwischen den Geldanlageformen zeigt, ob Aktien teuer oder günstig sind

Im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren und klassischen Sparformen ist das Zinsumfeld zwar inzwischen wieder ausgeglichener. Dennoch bieten etablierte Dividendenaktien mit Renditen von 3–5 % oftmals ein attraktiveres Gesamtbild. Da Aktien unternehmerische Beteiligungen sind, ist ein leichter Risikozuschlag gegenüber den einlagengesicherten Anlageformen durchaus vertretbar. Dank der Risikostreuung in verschiedene Werte oder einen Aktienfonds lässt sich das Risiko zusätzlich reduzieren.

Aktien günstig kaufen

Wenn Sie sich für den Kauf einzelner Aktien oder eines breit gestreuten ETFs entschieden haben, sollten Sie auf möglichst geringe Ordergebühren achten. Unsere Empfehlungen: Trade Republic (1 € pro Order, kostenlose ETF-Sparpläne) oder Scalable Capital (Free Broker mit 0 € ETF-Sparplänen, Prime-Abo mit 0 € Ordergebühren). Weitere Anbieter vergleichen Sie am besten mit unserem Depotkonto-Vergleichsrechner.

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