Finanztest zu Tagesgeld & Festgeld – Lohnenswerte Geldanlagen?

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Finanztest zu Tagesgeld & Festgeld – Lohnenswerte Geldanlagen?

Durch die Entwicklungen der letzten Jahre sind Turbulenzen in der Finanzbranche selbstverständlich. Das Vertrauen von Anlegern in Banken lässt zu wünschen übrig. Welche Anlageformen sicher und rentabel sind, darüber streiten sich mittlerweile sogar Finanzexperten. Tagesgeld scheint sich in diesem Zusammenhang einer steigenden Beliebtheit zu erfreuen. Doch wie rentabel ist diese Geldanlage und wie sieht die Lage bei Festgeld aus? Stiftung Warentest hat einen Zinstest durchgeführt, dessen Ergebnisse in der aktuellen Finanztest-Ausgabe 01/2014 veröffentlicht wurden.

Inflation frisst Zinsen beim Tagesgeld

Geringere Benzin- und Heizölpreise drückten die Teuerungsrate im vergangenen Jahr enorm. Lediglich um 1,5 Prozent stiegen die Verbraucherpreise in Deutschland 2013. Ein ähnlich schwacher Preisauftrieb wird für 2014 erwartet. Da jedoch kaum noch ein Tagesgeldkonto 1,5 Prozent Zinsen anbieten kann, verlieren Anleger real Geld. Erst kürzlich veröffentlichte das Statistische Bundesamt die aktuelle Inflationsrate, die seit 2010 die niedrigste darstellt. 2012 nahmen die Preise nämlich noch um 2,0 Prozent und 2011 um 2,1 Prozent zu. Die Rahmenbedingungen für Anleger haben sich daher verschlechtert, weil im Einlagengeschäft das Zinsniveau stärker rückläufig war als die Teuerungsrate.

Insgesamt befinden sich die Zinsen bei Festgeld und Tagesgeld bei einer Vielzahl von Banken im Keller. Dies ergab der aktuelle Zinstest von Finanztest. Im Bereich Festgeld sind zwar noch Zinsen von bis zu drei Prozent möglich, doch erfreulich ist dies sicherlich nicht. Besonders weil hierbei das Geld langfristig angelegt werden sollte. Zehn Jahre gelten als üblich. In diesem Zeitraum ist ein Zugriff auf das Geld in der Regel ausgeschlossen und auf ein optimiertes Angebot bei steigenden Zinsen ist nicht zu hoffen. Beim Tagesgeld sollten Sparer zudem den Zusammenhang mit dem Leitzins nicht außer Acht lassen. Der Leitzins wird von der Europäischen Zentralbank, kurz EZB, festgelegt und hat direkten Einfluss auf die Entwicklung der Zinsen. Denn Banken, die dauerhaft rentabel wirtschaften möchten, passen sich dem Leitzins an und gestalten ihre Zinsen entsprechend. Der Leitzins spielt daher eine große Rolle.

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Stiftung Warentest will sicherheitsbewussten Anlegern insgesamt zwar Mut machen, aber gute Zinsen sind bei Tagesgeld und Festgeld nicht in Aussicht. Damit das Sparkapital durch die Inflation nicht schrumpft, sollten die Zinsen über der Inflationsrate liegen. Doch nur wenige Banken können gute Zinsen bieten. Überwiegend würden ausländische Geldinstitute und Direktbanken mit Online-Kontoführung Zinsen über der Inflationsrate präsentieren. Das geht aus dem Finanztest hervor. Filialbanken wie beispielsweise Commerzbank, Postbank oder Deutsche Bank enttäuschten hingegen beim Zinstest von Stiftung Warentest.

122 Angebote verglichen

Für den Zinstest hat Stiftung Warentest 122 Angebote im Bereich Tagesgeld und Festgeld verglichen. Das Ergebnis ist ernüchternd. Selbst bei Banken mit dauerhaft guten Konditionen liegen die Renditen unter der Inflationsrate. Die niederländischen Banken Amsterdam Trade Bank und MoneYou bieten Renditen von 1,40 Prozent beziehungsweise 1,46 Prozent. Der Anlagebetrag liegt bei 10.000 Euro. Anleger, die ihre Verluste durch die Geldentwertung möglichst gering halten möchten, müssen einen erhöhten Rechercheaufwand auf sich nehmen und die verschiedenen Angebote vergleichen.

Bildquelle: Benjamin Klack  / pixelio.de

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3 Comments

  1. Eigentlich unglaublich, was uns hier in Deutschland passiert. Durch die niedrigen Zinsen auf Sparbüchern werden unerfahrene Personen und risikoreiche Anlagen gedrängt. Meine Sparkasse empfahl mir zuletzt neue Immobilien-Fonds, weil es aufs Tagesgeldkonto ja kaum Zinsen gibt. Die nächste Blase platzt bestimmt, und dann sind die Banken sondern die Verbraucher in erster Linie betroffen!

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    • Carolin says:

      So sehe ich das auch!
      Ich habe mein Geld auf dem Tagesgeldkonto liegen.
      Bei mir ist es gerade so passiert!
      Der Bankverkäufer von der Sparkasse nervt mich und will es nicht begreifen, dass ich keine seiner empfohlene Anlage Produkte und dann auch noch von der Firma Decra kaufen möchte, die selber sogar von Stiftung Warentest als zu teuer eingestuft worden sind.
      Als ich bei seiner Beratung zusätzlich noch die Nächste Krise kommt ganz bestimmt erwähnt habe, fragte er mich blödstellend, was für eine Krise? und meine Bankbearbeiterin, die neben dem Bankverkäufer gesessen ist, hat nur so lächelnd mit dem Kopf gewackelt.
      Eigentlich wollte ich ja nur ein Tagesgeldkonto und keine Anlageberatung von einem Bankveräufer aber ich dachte lass ihn mal schwätzen. Er meinte auch zu mir, es sei unaktraktiv, die stolze Summe Geld auf dem Tagesgelkonto liegen zu lassen. Ha er dachte wohl ich habe keine Ahnung und lasse mich auf seine teueren Decra Anlagen zum Kauf überreden. Ich habe ihm klipp und klar gesagt, wenn dann kaufe ich als Anlage nur Edelmetalle wie etwas Gold und Silber und abgesicherte Aktiendepot ohne Scnick Schnack, was ihn gar nicht gepasst und abgelehnt hat. Da sieht man ,die Banberater besser gesagt Verkäufer intressiert nur dein Geld und die hohen
      Provissionen,und Gebühren die zur Hintertür kassieren und die Vorgehnsweise wie sie die bekommen finde ich Abzocke und Betrug .
      Ich habe die vorgehenweise in einem Berricht gesehen, wie die Banken mit abgeschlossene Geldanlagen hinter deinem Rücken arbeiten.
      Da traust du nur noch dir selber.
      Wehe wenn man den Anlageberater auf der Bank vertraut und sagt ich habe keine Ahnung, oder er merkt es, dann wird das voll ausgenutzt.
      Ich lasse mich auf nichts ein bevor ich es sebst geprüft habe und schließe ab was ich möchte und nicht die Bank!

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      • Leider gibt es immer wieder solche Fälle.
        Wer seblst informiert ist oder sich selbst auskennt, kann dem allerdings meist ganz gut entkommen.
        Mir selbst wurde auch – als ich für dieKleinanleger zum Thema Fonds recherchiert habe, ein völlig unpassendes Produkt angeboten.
        Ich wollte einen Aktienfonds mit weltweiter Streuung und bekommen hab ich 2 Angebote:
        1. Rentenfonds mit Fokus Europa
        2. Mischfonds mit nur 20 % Aktien und 80 % Anleihen – ebenfalls Europa
        Wer Zeit und Interesse hat sollte daher die Sache mit der Geldanlage selbst in die Hand nehmen – es geht schließlich um sehr viel!
        Wer eines der beiden nicht hat, kann immer noch Expertise “zukaufen” – Stichworkt Honorarberater, die direkt vom Anleger bezahlt werden und dahber auf keine Provisionen angewiesen sind.

        LG
        Andreas

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