Folge 4 – Das Girokonto (Teil 2) als Anlageform

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Folge 4 – Das Girokonto (Teil 2) als Anlageform

Nach dem 1. Teil unserer Reihe „Das Girokonto“  über die Kontogebühren widmen wir uns nun einem weiteren wichtigen Faktor, den Zinsen:

Girokonten sind lediglich für den täglichen Geldverkehr gedacht – also für Überweisungen, Daueraufträge und Einzugsermächtigungen. Die Verzinsung ist daher meist miserabel. Girokonten sind nicht zum Veranlagen von überschüssiger Liquidität gedacht. Transaktionen zwischen Konto und Sparbuch sind unkompliziert und erfolgen meistens innerhalb 1 – 2 Banktagen. Deshalb empfehlen wir ein Online-Sparbuch (wir haben bereits darüber berichtet) bei einer Direktbank. (Tagesgeldkonto-Vergleichsrechner)

Für Girokonten sind Zinssätze von 0,125 % leider keine Seltenheit. Gerade deshalb sind Sparbücher, insbesondere Online-Sparbücher, die perfekte Ergänzung zum Konto, da diese eine bis zu 20 Mal höhere Verzinsung bieten. Sie können also mit ein paar Handgriffen Ihre persönliche Rendite um den Faktor 20 steigern.

Dieser Zinsunterschied macht auf die Dauer von ein paar Monaten vielleicht nicht viel aus, allerdings werden heutzutage bis zum Lebensende Bankgeschäfte getätigt. Betrachtet man die Situation also auf 30, 40 oder sogar 50 Jahre wird einem dieser Zinsunterschied erst wirklich bewusst.

Lassen wir Zahlen sprechen

Laut einer Statistik der OeNB (Österreichische Nationalbank) bunkern die Österreicher 46 Mrd. € auf Girokonten und Ähnlichem (den ganzen Die Presse Artikel gibt es hier). Dies sind pro Österreicher über 5.000 €. Da wir uns hier nur auf Kleinanleger beziehen, nehmen wir einen Durchschnittswert von ca. 3.000 € an, die schlecht verzinst auf Girokonten herumliegen. Wir nehmen eine Periode von 5 Jahren an um den Zinsunterschied deutlich zu machen:

Girokonto

0,125% Zinsen

Online Sparbuch

2,500% Zinsen

Laufzeit

5 Jahre

Durchschnittliche „Einlage“

3.000 €

Folgt man diesen Angaben, ergibt sich nach 5 Jahren folgende Verzinsung:

Mehr zum Thema  Apple’s Cash Problem: Wenn $194 Mrd. nicht genug sind
Girokonto 18,80 €
Online Sparbuch 394,23 €

Somit hat man einen Zinsvorteil innerhalb von 5 Jahren von über 375 €. Wenn man nun davon ausgeht, dass man das nicht nur 5 Jahre sonder 50 Jahre machen kann, ergibt das, mit Zins und Zinseszins, einen Unterschied von sage und schreibe 7100 €. Folgende Grafik visualisiert diesen Vorgang noch ein wenig deutlicher.

Überlegen Sie, was Sie für dieses Geld machen könnten! Ein paar Urlaube, hunderte Male schön Essen gehen, oder einen Gebrauchtwagen kaufen. Na, Lust darauf?

Weiterführende Links

Und hier können Sie sich das beste Sparbuch aussuchen und sofort zu „verdienen“ zu beginnen:

Weiter gehts in der Reihe „Das Girokonto“ mit Folge 5 – Das Girokonto als Kreditersatz.

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5 Comments

  1. Schöner, kleiner Artikel! Bin auch immer wieder überrascht, wie wenig den Leuten bewusst ist, dass sie mit ihrem Geld, das sie auf dem Girokonto liegen haben, jedes Jahr durchaus ein gutes Taschengeld verdienen könnten. Klar, das hängt natürlich auch wieder vom verfügbaren Kapital ab aber trotzdem. Zumal wir mit deutlich über 2% Inflation real Geld verlieren wenn wir es nicht entsprechend höher verzinst anlegen!

    Übrigens sind die von dir angesprochenen Sparbücher ja meist tatsächlich Tagesgeldkonten. Oder werden die in Österreich auch als Sparbücher bezeichnet? In Deutschland gibt es ja teils recht große Unterschiede in der Verfügbarkeit des Kapitals (siehe z.B. die Sparcard der Postbank bei uns im Test auf der Seite mit 3-monatiger Kündigungsfrist bei Verfügungen über 2000 EUR).

    Werd eure Seite auf jeden Fall weiter verfolgen! Wir sind ja in ähnlichen Gebieten tätig 😉

    Grüße aus Frankfurt,
    Stefan

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    • Hallo Stefan
      Ja, in Österreich wird fast alles mit dem Überbegriff Sparbuch bezeichnet (egal ob Tagesgeld oder Festgeld). Natürlich gibt es auch bei uns gewaltige Verfügbarkeitsunterschiede. Wir empfehlen allerdings fast ausschließlich Tagesgeldkonten zu verwenden, da mit Laufzeiten über mehrere Jahre (und somit schlechterer Verfügbarkeit) weit höhere Renditen z.B. mit Anleihen erzielt werden können.

      Auf jeden Fall, herzlichen Dank für einen Kommentar – wir werden auch deine Seite, mit echt nützlichem Inhalt, weiter verfolgen.

      Schöne Grüße,
      Die Kleinanleger

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  2. Sehr informativer Artikel. Mir persönlich war ehrlich gesagt auch gar nicht bewusst, dass man noch eine Menge mehr aus seinem Girokonto herausholen kann. Da sind solche Informationen wie hier doch sehr hilfreich. Vielen Dank dafür.

    VA:F [1.9.22_1171]
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    • Sein Geld auf dem Girokonto liegen lassen ist nicht gerade die beste Möglichkeit.. Das aktuelle Niedrigzinsniveau zwingt Sparer und vermögende Personen sowie Unternehmen zu mehr Risikobereitschaft, andernfalls wird tatsächlich durch die Inflation und dem Niedrigzinsniveau Geld verloren.
      Bei Aktien sollte man sehr aufpassen, die Blase bläht sich weiter aus und die nächste Kurskorrektur wird einsetzen.
      Alternative Investmentfonds von rennomierten Emissionshäusern bieten hier eine sinnvolle Möglichkeit sein Geld anzulegen. Positive Chancen-Risiko-Profile in Sachwertbeteiligungen von erfahrenen und auf bestimmte Assets spezialisierte Initiatoren stellen ein weit geringeres Risiko zu Aktien dar.
      Kann man mit Sachwertbeteiligungen nicht nur sein Portfolio diversifizieren und einen Inflationsschutz aufbauen, so ist planmäßig je nach Anlagehorizont eine reale Rendite von 5%-8% durchaus üblich.
      Dem neuen Kapitalanlagegesetzbuch verdanken Anleger nun transparente und regulierte Produkte, wir empfehlen dennoch ausschließlich auf den jeweiligen Branchenprimus zu setzen die seit vielen Jahren einen positiven Tracking-Record aufweisen und keine Leichen im Keller haben.

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      • Unserer Meinung nach ist ein Investmentfonds oder eine Aktie mit Sicherheit kein geeigneter Ersatz für ein Girokonto. Generell sollte man am Girokonto nur den Betrag gutgeschrieben haben, den man auch in absehbarer Zeit (1 – 3 Monate) brauchen wird. Dieser Zeitraum verlängert sich, wenn man Tagesgeld ähnliche Zinsen auf dem Girokonto bekommt.

        Zum Thema Aktien und Fonds gelangt man somit erst einige Schritte später – in diesem Artikel haben wir das genauer beschrieben:

        http://www.diekleinanleger.com/wie-soll-ich-mein-geld-anlegen/

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