Zuletzt aktualisiert: April 2026
Wer Wertpapiere über seine Hausbank kauft, zahlt oft fünf- bis zehnmal mehr als nötig. Das ist kein Geheimnis — und doch nutzen Millionen Anleger in Deutschland noch immer die teuerste verfügbare Option. Dieser Beitrag zeigt, wo die Kostenunterschiede liegen und wie der Wechsel zu einem modernen Online-Broker in der Praxis funktioniert.
Warum ist die Hausbank für Wertpapiere so teuer?
Filialbanken und Sparkassen verdienen ihr Geld nicht primär mit Wertpapierorders. Wertpapierhandel ist einer von vielen Geschäftsbereichen — und wird entsprechend bepreist. Typische Kostenpositionen, die bei Direktbrokern schlicht nicht existieren:
- Mindestprovision pro Order: 10 bis 25 Euro, unabhängig vom Ordervolumen. Bei einer Sparrate von 100 Euro entsprechen 12 Euro Gebühr einem Kostennachteil von 12 % — bevor die Anlage einen Cent Rendite erzielt.
- Prozentuale Zuschläge: Viele Banken berechnen zusätzlich 0,25–1,0 % des Ordervolumens als Provision.
- Depotführungsgebühr: 20 bis 60 Euro jährlich, manchmal abhängig vom Depotvolumen.
- Ausgabeaufschlag bei Fonds: 3 bis 5 % einmalig beim Kauf aktiver Fonds — wird bei ETFs nicht erhoben.
- Dividendengutschriftsgebühr: Einige Banken berechnen 0,5–1,0 % auf eingehende Dividendenzahlungen aus dem Ausland.
Was bietet ein moderner Direktbroker stattdessen?
Direktbroker und Neobroker sind ausschließlich auf den Wertpapierhandel spezialisiert. Das ermöglicht schlanke Strukturen und niedrige Kosten. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Kostenlose Depots: Weder jährliche Gebühr noch Postenentgelte.
- Niedrige Orderkosten: Trade Republic berechnet 1 Euro pauschal pro Order, Scalable Capital 0,99 Euro — unabhängig vom Volumen.
- Kostenlose ETF-Sparpläne: Monatliche Ausführungen ohne Ordergebühr, ab 1 Euro Sparrate.
- Keine Ausgabeaufschläge: ETFs werden zum Tageskurs ohne Aufschlag gehandelt.
- Kein Gebühr auf Dividenden: Alle eingehenden Ausschüttungen werden ohne Abzug gutgeschrieben.
- Verzinstes Verrechnungskonto: Trade Republic verzinst das Guthaben direkt — nicht investierte Liquidität arbeitet also weiter.
Kostenvergleich: Hausbank vs. Direktbroker
| Kostenpunkt | Filialbank (Beispiel) | Trade Republic | Scalable Capital |
|---|---|---|---|
| Depotführung | 20–60 € p.a. | kostenlos | kostenlos |
| Order (500 €) | 12–25 € | 1,00 € | 0,99 € |
| ETF-Sparplan | 1,5–2,5 % der Rate | kostenlos | kostenlos |
| Ausgabeaufschlag Fonds | 3–5 % | entfällt (ETF) | entfällt (ETF) |
| Verrechnungskonto | 0 % Verzinsung | verzinst | teilweise verzinst |
Bei einem monatlichen Sparplan von 200 Euro über 20 Jahre macht allein dieser Gebührenunterschied bei angenommener Marktrendite von 7 % einen Endvermögensunterschied von über 20.000 Euro aus. Eine vollständige Berechnung für Ihre individuelle Situation liefert unser Depotkonto-Vergleichsrechner.
Welcher Direktbroker ist für Kleinanleger am besten geeignet?
Trade Republic ist die einfachste und günstigste Wahl für Einsteiger und Sparplan-Anleger: 1 Euro pro Order, kostenlose ETF-Sparpläne ab 1 Euro, verzinstes Verrechnungskonto, intuitive App.
→ Trade Republic Depot eröffnen
Scalable Capital bietet zusätzlich echten Börsenzugang über Xetra und ein breiteres Produktangebot — ideal für aktivere Anleger, die mehrere Orders im Monat aufgeben.
→ Scalable Capital Depot eröffnen
Für Profi-Trader und internationale Märkte: LYNX und CapTrader mit Zugang zu über 150 Märkten, professioneller Handelsplattform (TWS) und Mindesteinlage 2.000 Euro.
Wie funktioniert der Wechsel in der Praxis?
Ein Brokerwechsel ist einfacher als viele denken. Die wichtigsten Schritte:
- Neues Depot eröffnen (Video-Ident, ca. 10 Minuten)
- Depotübertrag beantragen: Das neue Depot übernimmt die Abwicklung — der Kunde muss nichts selbst verkaufen.
- Depotübertrag ist gesetzlich für den Kunden kostenlos — der abgebende Broker darf keine Gebühr berechnen.
- Dauer: In der Regel 2–4 Wochen.
- Steuerliche Behandlung: Ein Depotübertrag löst keine Steuer aus — die Anschaffungskosten werden mitgenommen.
Häufige Fragen zum Brokerwechsel
Verliere ich Geld, wenn ich das Depot während des Übertrags nicht handeln kann?
Während eines Depotübertrags sind die übertragenen Positionen für einige Tage gesperrt. Das ist in der Praxis für langfristige Anleger unerheblich. Wer einen laufenden Sparplan hat, kann diesen nach Abschluss des Übertrags beim neuen Broker neu einrichten.
Was passiert mit meinen ETF-Sparplänen beim Wechsel?
Bestehende Sparpläne werden nicht übertragen — sie müssen beim alten Broker gekündigt und beim neuen neu eingerichtet werden. Das dauert wenige Minuten. Die ETF-Positionen selbst werden per Depotübertrag steuerneutral mitgenommen.
Ist ein Neobroker wie Trade Republic so sicher wie eine Bank?
Ja. Trade Republic ist bei der BaFin lizenziert. Wertpapiere sind Sondervermögen und im Insolvenzfall geschützt. Guthaben auf dem Verrechnungskonto sind bis 100.000 Euro durch die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert — genauso wie bei jeder deutschen Direktbank.
Kann ich ein Demokonto nutzen, bevor ich wechsle?
Scalable Capital und CapTrader bieten Demokonten an, mit denen Sie die Plattform kostenlos testen können. Trade Republic stellt die App für den Live-Handel bereit — ein separates Demokonto gibt es dort nicht, aber die Kontoeröffnung selbst ist kostenlos und unverbindlich.
Weiterführende Links
- Depotkonto-Vergleichsrechner
- Welcher Online Broker ist der Beste?
- Gebührenfresser: Was Bankgebühren wirklich kosten
- Wie Kleinanleger den richtigen Online-Broker finden

