Mini-Serie: Sparen wo’s geht – Investitionen ins eigene Leben | Teil 2: Wasser-Kosten im Haushalt

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Mini-Serie: Sparen wo’s geht – Investitionen ins eigene Leben | Teil 2: Wasser-Kosten im Haushalt

In unserer Mini-Serie „Sparen wo’s geht – Investitionen ins eigene Leben“ wollen wir uns in diesem Beitrag einem weiteren, großen Betriebskosten-Faktor beim eigenen Haus widmen: den Wasserkosten. Wie viel Wasser am Ende tatsächlich kostet, wird vielfach unterschätzt. Und die Möglichkeiten, die es zum Sparen gibt, häufig ebenfalls. Nicht alles, was zum Wassersparen im Haushalt empfohlen wird, rechnet sich allerdings am Ende tatsächlich. Wir haben bei unterschiedlichen Möglichkeiten einmal ein wenig nachgerechnet.

Was kostet Wasser aus der Leitung eigentlich?

Nur wenige Dinge sind regional so unterschiedlich teuer wie Trinkwasser und Abwasser. Zwischen einzelnen Kommunen können die Unterschiede über 100 % betragen. Der Grund dafür sind häufig sehr unterschiedliche Kosten für die Abwasserbeseitigung und für die Trinkwassergewinnung und -verteilung, die auf die von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlichen Einwohnerzahlen umgelegt werden müssen.

Konkret kostet der Kubikmeter Trinkwasser (1.000 l) zwischen rund 1,50 EUR und 2,50 EUR. Bei der Verrechnung muss man berücksichtigen, dass die verlangte Anschlussgebühr, die pro Jahr pauschal zu bezahlen ist, meist bereits 30 m³ enthält. Das klingt viel, ist es aber nicht wirklich.

Für jeden bezogenen Liter Trinkwasser bezahlt man auch Schmutzwasserbeseitigungsgebühren, die meist ebenfalls bei rund 1 EUR bis 2 EUR je m³ liegen. Dazu kommen noch die Niederschlagswassergebühren, die sich nach der Größe der sogenannten versiegelten Flächen auf dem Grundstück richten. Das sind nicht nur Gebäudedachflächen, sondern auch mit wasserundurchlässigen Belägen versehene Wege und Flächen auf dem Grundstück. Der Betrag wird für das jeweilige Gebäude einmal festgesetzt (dabei hat mit als Hausbesitzer auch gegebenenfalls ein gewisses Mitspracherecht) und bleibt danach Jahr für Jahr gleich.

Jeden Liter Wasser, den man aus der Leitung bezieht, bezahlt man also mit Trinkwassergebühr und Schmutzwassergebühr, dazu kommen die anteiligen Kosten für die Grundgebühr und die Niederschlagswassergebühr, die man ebenfalls auf den Gesamtverbrauch anrechnen muss. Im Schnitt liegt man dann grob bei rund 3,50 EUR und 7 EUR je m³ Wasser.

Da man im Haushalt auch eine beträchtliche Menge an Warmwasser benötigt, sollte man die Wassererwärmungsgebühren ebenfalls noch mit einberechnen. Bei Durchlauferhitzern sind das im Schnitt 125 EUR pro Person im Haushalt. Wird das Warmwasser über die Heizungsanlage bereitet, kann man grob etwa 15 – 20 % der Gesamt-Heizkosten als Wassererwärmungskosten ansetzen.

Rechnet man mit Durchschnittswerten, ergeben sich in Berlin für den 4-Personen-Haushalt durchschnittliche Wasserkosten von 1.232 EUR pro Jahr (ohne Wassererwärmung), in Frankfurt dagegen bei den gleichen Werten rund 603 EUR jährlich. Das zeigt schon einmal, welche Unterschiede es regional bei den Gebühren geben kann.

Der durchschnittliche Wasserverbrauch im Haushalt

Pro Person im Haushalt liegt der Verbrauch an Wasser im Schnitt bei rund 120 l – 145 l pro Tag oder 43 – 53 m³ pro Person jährlich. Etwa 42 % des Wassers wird als Warmwasser benötigt, das sind also rund 50 Liter pro Person und Tag, für die auch Wassererwärmungskosten zu rechnen sind.

Sieht man sich die Verwendung des insgesamt benötigten Wassers einmal an, stellt man schnell fest, wohin der Großteil des Wassers geht:

  • 27 % Toilettenspülung
  • 12 % Wäsche waschen
  • 36 % Körperpflege
  • 6 % Geschirrspülen
  • 4 % Trinken, Nahrungsmittelzubereitung (Kochen)
  • 6 % Gartenbewässerung, Autowaschen, tw. auch Raumreinigung
  • 9 % eingerechneter Kleingewerbeanteil

Soweit zumindest die offiziellen Statistiken. Die genauen Anteile können je nach Haushalt ein wenig schwanken. Das grundlegende Verhältnis bleibt aber in den meisten Fällen gleich.

Rechnet man einmal kurz nach, würde unser Berliner Haushalt vorhin also bereits rund 330 EUR pro Jahr buchstäblich die Toilette hinunterspülen, rund 150 EUR jährlich in die Waschmaschine stecken und etwa 70 EUR pro Jahr in den Garten jubeln. Das ist doch einiges an Geld.

Man könnte sich also einmal Gedanken machen, in welchen Bereichen man ohne größere Probleme sparen könnte. Dafür gibt es immerhin einige Möglichkeiten, die auch immer wieder beworben werden.

Gartenwasserzähler

Der liegt gerade im Trend. Die Logik dahinter: Bei dem Trinkwasseranteil, den man für die Gartenbewässerung benutzt, sind Schmutzwassergebühren nicht gerechtfertigt, weil das Wasser für die Gartenbewässerung ja auf dem eigenen Grundstück versickert und gar nicht in den Kanal gelangt. Das sind auch Abwasserverbände bereit, einzusehen – wenn man ihnen den Anteil mit einem geeichten und zulässigen offiziellen Zähler nachweist. Genau das ist der Gartenwasserzähler.

Die Sache hat allerdings einen kleinen Haken: Den Zähler bekommt man nicht umsonst, je nach regional zuständigem Wasserversorger kostet das Installieren eines solchen Zählers vor dem Gartenwasserhahn rund 50 bis 60 EUR. Dazu wird jährlich eine Zählergebühr verlangt, die sich zwischen rund 15 EUR und weit über 25 EUR bewegen kann.

Was man gutschreiben lassen kann ist dabei aber nur der Kostenanteil für die Schmutzwasserbeseitigung bei der jeweils verwendeten Wassermenge – also rund 1 EUR bis 2 EUR pro m³ (1.000 l) Gießwasser. Wer in seinem Garten nicht gerade Reis anbaut und regelmäßig den halben Garten flutet, wird vermutlich übers Jahr nur einige wenige 1.000 l für die Bewässerung und das Füllen des Gartenteichs aufwenden. In diesem Fall geht die Rechnung dann nicht auf: Die jährliche Zählergebühr und die Einmalkosten für den Zähler liegen dann bereits meist höher als das, was man an Beträgen gutschreiben lassen kann. In fast allen Fällen ein klares Minusgeschäft also. Und selbst dort, wo tatsächlich viel Wasser im Garten verbraucht wird, bleibt die Ersparnis noch immer minimal.

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Selbstversickerung

Die Idee mit dem Selbstversickern ist allerdings nicht grundsätzlich schlecht. Vor allem, wenn man sich die Niederschlagswassergebühren einmal ansieht. Schon die durchschnittliche Dachfläche eines Einfamilienhauses ist rund 100 m² groß. Dazu kommen noch die Dachflächen von Carport oder Garage und gegebenenfalls eine wasserundurchlässig gepflasterte Einfahrt und andere Flächen, die bei der Berechnung der Niederschlagswassergebühr zählen. Bei 120 m² Fläche fallen Jahr für Jahr immerhin zwischen rund 120 EUR und 240 EUR an, die man sich jedes Jahr ersparen könnte, wenn man das Niederschlagswasser selbst auf dem Grundstück versickert – oder sammelt und für die Gartenbewässerung nutzt.

Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Einerseits die Mulden- oder Rigolenversickerung, wenn entsprechend Platz auf dem Grundstück besteht,. Andererseits das Sammeln in einer ausreichend großen Zisterne (und das Nutzen zur Gartenbewässerung). Interessant ist hierbei vor allem: die Ersparnis wirkt sich dauerhaft aus, man muss für den Einbau dabei aber nur ein einziges Mal Geld investieren.

Sinnvoll erscheint in diesem Fall natürlich noch am ehesten die Zisterne, weil sie zu einer doppelten dauerhaften Ersparnis führt. Die gesamte Niederschlagswassergebühr fällt Jahr für Jahr weg, die Trinkwasserkosten für die Gartenbewässerung fallen weg und die Schmutzwasserkosten für das zur Gartenbewässerung genutzte Wasser fallen ebenfalls weg. Setzt man diese ersparten Kosten (rund 200 EUR bis 400 EUR jährlich sind durchaus realistisch) einmal mit den Kosten für eine Zisterne ins Verhältnis, könnte sich das durchaus lohnen (ab rund 800 EUR bis 1.000 EUR für Komplettpakete zum Selbsteinbau mit rund 3.000 l).

Die Zisternen-Kosten hätten sich schon nach wenigen Jahren amortisiert. Rechnet man das auf 20 Jahre hoch, könnte in vielen Fällen ein beträchtlicher Kostenvorteil entstehen. Bei Zisternen-Kosten von insgesamt 1.500 EUR und einer jährlichen Ersparnis von 300 EUR ergibt sich innerhalb von 20 Jahren eine Gesamtersparnis von 6.000 EUR (zukünftig steigende Abwassergebühren nicht eingerechnet). Aufs Jahr umgelegt sind das inklusive der Investitionskosten immerhin noch 225 EUR weniger jedes Jahr. Für eine Einmal-Maßnahme nicht schlecht.

Natürlich muss das Ganze auch technisch irgendwie Sinn machen. Ein wenig Papierkram und einige Anträge sind erforderlich und ausschlaggebend sind immer die Kosten im Einzelfall. Selbstversickern kann aber bei sehr vielen Einfamilienhäusern eine lohnende Sache sein.

Dachbegrünung

In einigen Kommunen gibt es beträchtliche Förderungen, die oft auch einen teilweisen Erlass der Niederschlagswassergebühren für die begrünte Dachfläche beinhalten. Hier muss man allerdings immer sehr genau nachrechnen, da Gründächer (auf dem Flachdach, aber auch mit viel Aufwand auf dem Steildach möglich) ziemlich teuer sind, und sich das Ganze damit nicht unbedingt lohnt.

Regenwassernutzungsanlage

Wenn schon die Versickerung einen derartig großen Kostenvorteil bedeutet, liegt natürlich nahe, einen großen Teil der teuren Wasserkosten im Haushalt ebenfalls durch die Nutzung von Regenwasser gleich komplett zu eliminieren. Der Gedanke ist prinzipiell nicht schlecht, gesetzlich erlaubt ist das immerhin für die Toilettenspülung und für die Waschmaschine. Verwendet man dafür kostenloses Regenwasser, hätte man immerhin beinahe 40 % der Wasserkosten komplett eliminiert.

Hier gibt es allerdings noch einen Haken: Das aufgefangene Regenwasser muss über ein komplett separiertes Leitungssystem im Haus geführt werden, das keine Berührungspunkte mit der vorhandenen Trinkwasserinstallation haben darf. Die baulichen Vorschriften dafür, was zulässig ist und was nicht, sind in diesem Fall überaus streng in Deutschland.

Am Ende kann das Nachrüsten des benötigten Leitungssystems oft einen beträchtlichen Aufwand nötig machen – mit dementsprechenden Investitionskosten. Eine fachlich fundierte Detailplanung und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sind im Vorfeld gerade beim Altbau auf jeden Fall unabdingbar, um sicherzustellen, dass sich das im Einzelfall auch wirklich lohnt. Wer gerade baut, hat es da etwas leichter. Die benötigte Leitungsinfrastruktur kann direkt auf kostenschonende Weise mit eingeplant werden und verursacht nur geringe Zusatzkosten beim Hausbau – die Ersparnis ist dann für später aber deutlich gegeben.

Nachrechnen sollte man dennoch einmal kurz, denn eine Ersparnis von 40 % der Wasserkosten plus der gesamten Niederschlagswassergebühren jedes Jahr ist bei vielen Häusern kein Pappenstiel mehr. Das kann sich über zehn oder zwanzig Jahre zu enormen Beträgen summieren. Ziehen wir wieder unser Berliner Haus aus dem obigen Durchschnittsbeispiel heran, könnten das durchaus bis zu 15.000 EUR Einsparungen oder sogar mehr in 20 Jahren sein.

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Wasserspar-Maßnahmen im Haushalt

Wie schon beim Strom, kann man sich natürlich auch über den Wasserverbrauch direkt Gedanken machen. Das führt auch hier zu direkten, sofort wirksamen Einsparungen, die oft gar keine Investitionen, sondern lediglich ein paar Verhaltensänderungen benötigen.

Bei der Waschmaschine kann man vielleicht die Wasch-Logistik ein wenig verbessern, doch einmal die Wasserspartaste benützen und beim Geschirrspülen vielleicht doch das Wasser nicht ständig laufen lassen. Auch Geschirrspülmaschinen haben Sparprogramme, die man nutzen kann.

Etwas mehr bringt häufig das Nachrüsten einer Stopp-Taste für die WC-Spülung (Kostenaufwand rund 10 EUR, Ersparnis bis zu 50 %) und Durchflussmengenregler für Duschköpfe und Armaturen (Kostenaufwand rund 5 EUR bis 10 EUR je Zapfstelle, Ersparnis bis zu 50 %). Da die Toilettenspülung und die persönliche Hygiene zusammen etwa 63 % des Wasserverbrauchs (und damit der Wasserkosten) ausmachen, ist eine Einsparung von rund der Hälfte bei diesen Kosten schon ziemlich beträchtlich, bei sehr geringem Aufwand für die Maßnahmen. Komforteinbußen gibt es dabei so gut wie nicht.

Wassererwärmungskosten senken

Ein Punkt, der bisher noch unerwähnt blieb sind die Erwärmungskosten für das benötigte Warmwasser. Auf die Erwärmungskosten, die durch Durchlauferhitzer anfallen können, sind wir schon beim Thema Strom eingegangen. Und auf die Möglichkeit, besonders ältere Durchlauferhitzer mit hohen Stromkosten durch moderne, elektronisch voll geregelte Modelle auszutauschen und dabei staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen.

Je Person im Haushalt können durchaus 500 – 900 kWh jährlich allein an Strom für den Durchlauferhitzer benötigt werden. Das ist eine beträchtliche Menge. Schon bei einem Zwei-Personen-Haushalt kann das bis zu 500 EUR jährlich bedeuten. Noch mehr bei älteren, schlecht funktionierenden Durchlauferhitzern.

Wer einen Gasanschluss im Haus hat, kann einmal nachrechnen, ob sich der Austausch der elektrischen Durchlauferhitzer auf Gas-Durchlauferhitzer nicht eventuell lohnt. Die Energiekosten von Gas zu Strom liegen im Verhältnis von 1 : 5. Das heißt, die reinen Verbrauchskosten liegen bei Gas bei lediglich einem Fünftel. Dabei müssen allerdings die Anschaffungs- und Installationskosten für den Gas-Durchlauferhitzer in Beziehung gesetzt werden, um herauszufinden, ob sich das tatsächlich lohnt.

Die Umrüstung auf Boiler (Heißwasserspeicher) lohnt sich in den meisten Fällen wegen des großen Installationsaufwands nicht. Dazu müssten beim Boiler auch Wartungskosten und Instandhaltungskosten langfristig mit einkalkuliert werden, sowie nach etlichen Jahren fällige Reparaturen und gegebenenfalls Austauschkosten.

In einigen Fällen kann eine Möglichkeit bestehen, über die Heizungsanlage das benötigte Warmwasser zu erzeugen. Ist das mit geringem Aufwand möglich oder soll ohnehin die Heizungsanlage demnächst getauscht werden, sollte man diese Möglichkeit auf jeden Fall ernsthaft in Erwägung ziehen. Im Allgemeinen sind die Warmwasserkosten bei einer Warmwasserbereitung durch die Heizungsanlage deutlich geringer als bei allen anderen Alternativen. Der technische Umbau kann sich also lohnen.

Solarthermie

Anders als Photovoltaik hat die Solarthermie (die Erzeugung von Warmwasser über Solarkollektoren) durchaus in vielen Fällen auch in der Praxis eine sehr gute Wirtschaftlichkeitsbilanz. Das liegt nicht zuletzt daran, dass auch diese Module, ebenso wie die Photovoltaik-Module, in den letzten Jahren massiv günstiger in der Anschaffung geworden sind und dabei auch deutlich leistungsfähiger. Selbst im Winter bei komplett vereisten Kollektoren schaffen es die Hochleistungsmodelle bei den Kollektoren noch, teilweise bis zu 45 °C warmes Wasser zu liefern.

Dazu kommt, dass man warmwasserführende Heizungsanlagen noch zusätzlich mit dem von den Solarkollektoren bereits „vorerwärmten“ Wasser versorgen kann und so auch die Heizkosten beträchtlich sinken (bis zu 30 % geringere Heizkosten sind dadurch in der Praxis möglich).

Anlagen, die nicht die Heizung unterstützen, kosten für ein typisches Einfamilienhaus mit 4 Bewohnern rund 5.000 EUR, Anlagen mit gleichzeitiger Heizungsunterstützung meist rund das Doppelte oder knapp darunter. Dazu kommen noch staatliche Förderungen vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle), die 2020 kräftig angehoben wurden. Die Fördersätze betragen nunmehr 30 % der sogenannten förderfähigen Kosten (das sind nahezu die gesamten Kosten für die Anlage und die Installation). Die ganze Geschichte lohnt sich also in sehr vielen Fällen, wenn das eigene Dach entsprechend günstig liegt.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung ist hier direkt mit an Bord, da eine Förderung ohnehin nur gewährt wird, wenn ein vom BAFA zugelassener Energieberater (ebenfalls gefördert) das ganze Vorhaben plant und durchrechnet.

Bei Komplettkosten von 9.000 EUR, von denen man am Ende rund 6.000 EUR selbst tragen muss, rentiert sich der Einbau oft schon nach wenigen Jahren deutlich. Etwas weniger rentabel ist das Ganze, wenn man ohnehin schon eine moderne, sehr kostengünstige Heizung (Gas-Brennwertheizung, Biomasse-Heizung mit Brennwerttechnologie) und ein sehr gut gedämmtes Haus hat. Dann sind die Einsparungen durch die zusätzlich montierte Solarthermie-Anlage oft so gering, dass es häufig sehr lange mit der Amortisation der Kosten dauert.

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Wie immer muss man das allerdings im konkreten Einzelfall durchrechnen. In vielen Fällen lohnt sich der Einbau von Solarthermie durchaus – insbesondere mit den jetzt angehobenen und deutlich vereinfachten Fördersätzen. Als Investition für zukünftig geringere Betriebskosten kann man das durchaus einmal durchrechnen.

Ein Wort noch zu Flaschenwasser und Wasseraufbereitungsanlagen für den Haushalt

Dass Leitungswasser (0,005 EUR pro Liter inklusive aller Kosten) deutlich günstiger ist als Wasser aus Plastikflaschen (zwischen 0,20 EUR und 0,50 EUR pro Liter oder noch mehr) braucht man niemandem zu sagen. Dass die rund 11,8 Milliarden Liter Flaschenwasser, die jährlich in Deutschland über die Theke gehen, eine mittlere ökologische Katastrophe bedeuten, wohl auch nicht. Die angeblichen 30 % Recyclingquote, die angegeben werden, sind damit eher fragwürdig. Denn ein großer Teil des Plastikmülls wird einfach nach China verschifft und nicht mehr eingerechnet. Kommt man realistischerweise auf eine „echte“ Recyclingquote von 5 %, werden 95 % der Flaschen Plastikmüll, der irgendwann wohl irgendwie im Meer landet. Die Bilder davon kennt jeder. Man sollte sich also bewusst sein, dass das nicht nur Geld kostet – sondern später noch viel mehr Geld, wenn das irgendwann einmal jemand wieder aus dem Meer entfernen muss.

Bei 3 Litern Flaschenwasser, die ein Haushalt täglich nutzt, wirft man zudem rund 200 EUR bis 500 EUR pro Jahr quasi zum Fenster hinaus. Die „höhere Qualität“ von Flaschenwasser ist dabei mehr ein Ding der Werbung. Tatsächlich ist vieles von dem, was in Flaschen angeboten wird, keinesfalls besser als das, was aus der Leitung kommt. Häufig sind es nur andere Trinkwasser-Abfüllstationen, von denen das Flaschenwasser dann stammt. Die Anforderungen an die zulässige Verkeimung sind bei Flaschenwasser sogar deutlich weniger streng als beim Leitungswasser. Es darf beträchtlich mehr Keime enthalten als das, was aus der Leitung kommt.
Man sollte also nicht unbedingt alles glauben, was einem auf bunten Aufdrucken so erzählt wird. Nur Heilwasser ist in Deutschland im Arzneimittelbuch erfasst und muss entsprechende (dann auch tatsächlich amtlich getestete) Qualitäten aufweisen.

Viele haben das eingesehen und sich aus der verbreiteten Angst vor Wasserverschmutzung einen Wasserfilter zugelegt (was übers Jahr auch beträchtliche Kosten verursacht) oder versuchen eigenhändig, die Qualität des Leitungswassers zu verbessern. Mit Wasseraufbereitungsanlagen für den Haushalt, die Kalk und Schadstoffe entfernen sollen.

Das ist nicht ganz ungefährlich: Wasserfilter bergen ein beträchtliches Risiko, dass die gesammelten Keime im Filter plötzlich durchschlagen, wenn man das rechtzeitige Wechseln vergisst. Dann trinkt man eine äußerst ungesunde Brühe mit äußerst hohem gesundheitlichem Risikofaktor. Bei Anlagen, die Umkehrosmose durchführen, fällt dagegen ein sehr hoher Spülwasser-Verbrauch für die notwendige Rückspülung an (bis zu 5 oder sogar 10 Liter je Liter aufbereitetem Trinkwasser), dazu kommt, dass durch Umkehrosmose aufbereitetes Wasser, wenn man das nicht entsprechend einstellt, völlig frei von Mineralien ist. Das ist dann praktisch destilliertes Wasser – und als solches alles andere als gesund für uns. Umso mehr, als wir ohnehin einen Mineralstoffmangel haben und das Trinken von destilliertem Wasser noch eine beträchtliche Menge mehr Mineralstoffe direkt aus unserem Körper entsorgt.

Die hohen Kosten für solche Anlagen, sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb (Stromkosten, Spülwasser-Kosten) sollte man also tunlichst einmal hinterfragen. Auch angesichts der gesundheitlichen Risiken, die man oft dabei eingeht. Das gilt im Übrigen auch für Wasserfilter, die zwar nur kleine, aber auch ständige Kosten verursachen. Bevor man sein eigenes Leitungswasser völlig zu Unrecht schlechtredet, könnte man immerhin für rund 50 EUR einmal eine Wasseruntersuchung durchführen lassen, um sich die vermutete Nicht-Qualität erst einmal von unabhängiger Seite bestätigen zu lassen.

Laboruntersuchungen sind nämlich belastbarer als eigene Vermutungen – und entheben einen manchmal völlig der Notwendigkeit, eine Menge Geld ausgeben zu müssen. Wie viel Geld man mit Flaschenwasser, Wasserfiltern und Umkehrosmose-Anlagen tatsächlich verbrennt, unterschätzen die meisten. Vielfach ist das sogar labormäßig bestätigt völlig unnötig.

Fazit

Wasser aus der Leitung kostet eine Menge Geld – mehr als man auf den ersten Blick vermuten würde. Im Gegensatz zum Strom bieten sich hier allerdings auch deutlich mehr lohnende Möglichkeiten, durch Einzelinvestitionen dauerhaft wirksame Einsparungen bei den Ressourcen-Kosten zu erzeugen. Nicht alles macht in jedem Fall Sinn – aber Solarthermie und Zisternen lohnen sich tatsächlich in vielen Fällen. Das eigene Geld ist dort dann gut investiert. Flaschenwasser ist dagegen die pure Geldverschwendung – und Wasseraufbereitung häufig auch.

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