Nachhaltiges und ethisches Investieren – Teil 5: Nachhaltigkeits- und Öko-Indices

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Nachhaltiges und ethisches Investieren – Teil 5: Nachhaltigkeits- und Öko-Indices

Nach einem kurzen Exkurs im 4. Teil unserer Serie zum nachhaltigen Banking und den Möglichkeiten, die dafür im deutschsprachigen Raum bestehen, wollen wir uns nun wieder dem „echten“ Anlagebereich zuwenden. In diesem Beitrag wollen wir einmal vor allem die wichtigsten Nachhaltigkeits-Indices beleuchten, den NAI, den nx-25, den ÖkoDAX und den RENIXX und ERIX als Spezial-Indices für erneuerbare Energien. Alle diese Indices können unter bestimmten Voraussetzungen wertvolle Ausgangspunkte für nachhaltige Einzelinvestments liefern.

NAI

Der wahrscheinlich noch am deutlichsten ökologisch und ethisch ausgerichtete Aktienindex ist der NAI (früher: NAX).

Er ist noch ein vergleichsweise junger Index, der erst 1997 von der nature media GmbH erstmals berechnet wurde. In den Anfangsjahren dieses Jahrtausends wurde er noch mehrfach umgestaltet und angepasst und durch einen Finanzdienstleister (Securvita Holding) weiterentwickelt. Heute berechnet den Index die vwd (Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH).

Bis 2014 gab es ein eigenes Expertengremium, das über die Aufnahme der Unternehmen entschied. Später wurden die Bewertungen von Unternehmen nur noch intern, das heißt ohne den Rat eines Expertenausschusses vorgenommen.

Der Index listet insgesamt 30 Unternehmen auf, die ökologische Vorreiter in ihrer Branche sind, konsequent ihre eigene Ökobilanz (insbesondere Ressourcenverbrauch und CO2-Ausstoß) verbessern und besonders nachhaltig wirtschaften. Sie dürfen dabei keiner der festgestellten Ausschluss-Branchen (Atomindustrie, Rüstungsindustrie, Tabak sowie Gentechnik und Kinderarbeit) angehören und müssen einen Jahresumsatz von mindestens 100 Millionen Euro haben. Die enthaltenen Unternehmen sind dabei nach Ländern und Branchen breit gestreut.

Unternehmen im NAI

Die Liste der Unternehmen wirkt im ersten Moment eher etwas befremdlich. So findet sich beispielsweise der Fahrradhersteller Shimano schon seit Anfang an im Index. Auch die East Japan Railway ist darin schon seit 2004 vertreten. Daneben finden sich ein Generika-Hersteller aus Südafrika (Aspen Pharmacare), das österreichische Mayr-Melnhof Werk, das Kartonagen herstellt, Smith & Nephew, ein britischer Medizintechnik-Hersteller, der Halbleiterhersteller Aixtron und der Büromaschinenhersteller Ricoh. Zwischendrin findet man dann eingestreut auch einige ökologisch fortschrittliche oder zumindest zukunftsweisende Unternehmen wie die Tesla Motors (erst seit 2016 im Index), die dänische Vestas Wind oder Triodos aus den Niederlanden.

Die Zusammensetzung wirkt auf den ersten Blick eher etwas bunt und uneinheitlich, mit oft nicht gleich ganz klar erkennbarem Bezug zu Ökologie oder Ethik. Das mag Absicht gewesen sein, zumal als Kriterium für den Index auch gilt, dass nur maximal 25 % tatsächlich „Pionierunternehmen“ im Bereich von Ökologie oder Ethik mit weniger als 100 Millionen Euro Umsatz pro Jahr sein dürfen. Das verwässert das Ganze natürlich schon einigermaßen. Eine komplette Übersicht der im Index gelisteten Unternehmen finden Sie hier.

Bedenken beim Index

Schon allein die Tatsache, dass für lange Jahre auch die Kaffeehauskette Starbucks im Index vertreten war, lässt streng und ernsthaft bewertende Anleger wohl eher die Stirn runzeln. Auch die geforderte sehr hohe Marktkapitalisierung und die geforderten Mindestumsätze von mehr als 100 Millionen Euro bei mindestens 75 % der gelisteten Unternehmen stellen natürlich auch einiges in Frage. Der Rücktritt des Expertenausschusses lässt dann zusätzlich noch mehr Bedenken aufkommen, ebenso wie die gesamte Index-Zusammenstellung.

Darin offenbart sich ein generelles Problem, das wir in der einen oder anderen Form in allen dieser Öko-Indices wiederfinden. Die mangelnde Transparenz und die mangelnde Strenge bei den Kriterien und keine klare Ausrichtung auf wirklich zukunftsweisende und weltverändernde Technologien und Ansätze. Es handelt sich vielfach – so wie auch beim NAI – um einen Best-in-Class Ansatz und einen generellen Ausschluss einiger offensichtlicher Branchen, mehr jedoch nicht.

Wer erwartet, hier die weltverändernden Startups oder Unternehmen zu finden, die unsere Zukunft revolutionieren können, wird ganz sicher enttäuscht. Tesla ist schon längst kein „Pionier“ mehr und auch die Vestas Wind ist längst ein Branchengigant. Einige der gelisteten Konzerne unternehmen tatsächlich ziemlich weit gehende Anstrengungen im Bereich Ökologie. Das eine oder andere ist allerdings auch am Geschäftszweck bereits kritisch zu betrachten. Ein amerikanischer Krankenversicherer wird insgesamt wohl kein echter Motor für eine soziale, ökologische oder ethische Wende sein. Und lediglich Unternehmen zu listen, die keine umweltschädlichen Gifte herstellen, Frauen oder Minderheiten diskriminieren oder Tierversuche an Wirbeltieren durchführen, wo sie nicht vorgeschrieben sind, ist ein bisschen lahm. Vieles davon ist ja bereits aus rechtlichen Gründen in den meisten Staaten verboten, stellt also lediglich rechtskonformes Verhalten dar. Am Ende ist also nicht so klar und umissverständlich erkennbar, wofür der Index insgesamt stehen soll.

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Allein die Geschäftstätigkeit, um „einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Lösung zentraler Menschheitsprobleme“ zu lösen, ist auch zu dehnbar. Bei vielen Unternehmen, wie der Svenska Cellulosa, die als größter Waldbesitzer Europas vor allem Papier- und Verpackungsprodukte herstellt, löst auch das eher ein Stirnrunzeln aus, wenn man die Notwendigkeit einer echten Wende erkennt.

Nachhaltige Lösungen nach dem Ausschluss-Verfahren

Ziel des Index ist daneben aber auch, möglichst mit anderen, schon länger eingeführten Indices vergleichbar zu sein. Angesichts der Auswahl gelingt das durchaus auch.

NAI-Performance

Sieht man sich die Performance des Index einmal genauer an, herrscht hier durchaus eine durchwachsene Situation. Bei einem Blick auf die letzten 5 Jahre erkennt man einen starken Anstieg von rund 5.000 Punkten auf mehr als den doppelten Wert weit über der 10.000 Punkte-Marke zwischen 2016 und 2018. Zwischen 2011 und 2016 hatte sich der Index – mit einem klar erkennbaren Einbruch im Krisenjahr 2012 – immer zwischen der 6.000 und 8.000 Punkte Marke eingependelt, zum Teil aber mit massiven Schwankungen im Wert.

Sieht man sich speziell das letzte Jahr an, erkennt man einen klaren Abstieg seit dem Herbst 2018, zum Teil bis unter die 9.000-Punkte-Marke, im Verlauf dieses Jahres (2019) pendelt der Index zwischen 8.500 und 9.500 Punkten, weit entfernt von den ehemaligen Höchstständen 2018 also.

Wie man das interpretieren möchte, bleibt jedem persönlich überlassen. Fraglich ist jedoch, ob man aus der Performance dieses Index überhaupt eine insgesamt veränderte Einstellung zur ökologischen Haltung von Anlegern ablesen kann. Zumal bei der großen und nur wenig pointierten Streuung in der Zusammensetzung. ETFs zum NAI gibt es zwar einige, das Bedürfnis, sie zu zeichnen werden angesichts der Performance aber vermutlich nur wenige verspüren. Also lohnt es sich wohl weniger, sich mit diesem Thema eingehend auseinanderzusetzen.

nx25

Der nx25 haut, wenigstens auf den ersten Blick, in ungefähr die gleiche Kerbe wie der NAI. Die grundlegenden Voraussetzungen (100 Millionen US-Dollar Umsatz bei mindestens 75 % der Teilnehmer, ähnliche Ausschluss-Gestaltung) sind dieselben wie beim NAI. Auch das Gründungsjahr ist das gleiche wie beim NAI, nämlich 1997. Die Zahl der Titel ist hier allerdings auf 25 beschränkt, im Gegensatz zum NAI, wo 30 Titel enthalten sind.

Der Zweck des Index ist hier allerdings etwas klarer gefasst. Er versteht sich als Gradmesser beziehungsweise Anzeiger dafür, welchen ökonomischen Erfolg Unternehmen erzielen, die global zur Entwicklung ökologischerer und sozial nachhaltigerer Wirtschaftsstile beitragen.

Hier gibt es noch einen aus drei Personen bestehenden Index-Beitrag, von denen alle zumindest beruflich in hoher Position hauptsächlich mit Nachhaltigkeits-Anliegen von großen Unternehmen befasst sind. Diese drei Personen, die vom oeko-invest Beirat (einem Verlag in Wien) bestellt wurden, sind auch diejenigen, die die Titel auswählen.

Zusammensetzung und Gewichtsverteilung

Der Ansatz, das Best-in-Class-Modell und die Anlehnung in der Gewichtsverteilung an den MSCI-World, der auch gewissermaßen als „konventionelle“ Benchmark dient, findet sich auch beim nx25, so wie beim NAI.

Performance des nx25

Wie zu erwarten, ähnelt auch die Performance des nx25 sehr der des NAI. Es finden sich ganz ähnliche Bewegungen, auch beim Anstieg und bei Abstürzen, insgesamt in der Zusammenschau vielleicht ein klein wenig geringer ausgeprägt, was möglicherweise durch die doch unterschiedliche Zusammensetzung erklärt werden kann.

Bedenken beim nx25

Die hier zu betrachtenden Bedenken sind im Wesentlichen die gleichen, wie auch schon beim NAI. Das Ziel bei der Lancierung, zu beweisen, dass sich ein rein ökologisch ausgerichteter Index nicht schlechter entwickeln wird als der MSCI World, ist möglicherweise aber sinnvoll ins Auge gefasst. Eben um durch klare Zahlen zu untermauern, dass „ökologisch“ nicht gleichzusetzen ist mit „weniger Gewinn“. Das könnte den einen oder anderen hartnäckigen Verfechter von ausschließlich ausbeuterischer Heuschrecken-Politik als einzig möglichem Weg, Gewinne zu erwirtschaften, vielleicht doch ein wenig die Augen öffnen und die Hartnäckigkeit ein wenig aufweichen. Wenn der Index diesen Zweck verfolgt, ist er zumindest nützlich.

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Wer hier aber tatsächlich Unternehmen sucht, die vor allem mit wichtigen und ganz neuen Initiativen oder einer Arbeit im Bereich einer ökologischen und ethischen Wende befasst sind, sucht auch hier (natürlich) vergebens.

ÖkoDAX, RENIXX und ERIX

Abgesehen von diesen beiden vergleichsweise noch sehr streng ausgerichteten Indices gibt es noch drei weitere, auf die sich ein Blick lohnt, wenn es um das Thema „ökologische und nachhaltige Investments“ geht: der ÖkoDAX, der RENIXX und der ERIX.

Der ÖkoDAX ist schon einmal um zehn Jahre jünger als der NAI. Und er hat eine völlig andere Ausrichtung. Er enthält bis zu zehn Unternehmen aus dem sogenannten Prime Standard in der Branche der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Diese Unternehmen sind im Index dann mit gleicher Gewichtung vertreten. Es gibt den ÖkoDAX dabei sowohl als berechneten Performance-Index als auch als Kursindex. Die Zusammensetzung wird vier mal pro Jahr geprüft und notfalls angepasst.

Den ÖkoDAX als auskunftsgebenden Index muss man allerdings durchaus kritisch sehen, auch wenn er eine so wichtige Branche wie die Erneuerbaren Energien zum Ziel hat. Die Zusammensetzung kann man als alles andere als „liebevoll gepflegt“ bezeichnen, vieles an der Zusammensetzung spiegelt sicherlich nicht mehr den aktuellen Stand der Dinge wieder. Als echter Gradmesser für den Stand der Entwicklung erneuerbarer Energien und der wirtschaftlichen Situation und des Erfolgs anbietender Unternehmen taugt er kaum. Folgerichtig findet sich auch bereits in der 5-Jahres-Betrachtung ein horrendes Verlust-Szenario mit einem Gesamtverlust von über 50 %. Das kann man allerdings kaum als aussagekräftig für die Branche werten.

Der RENIXX ist ein weltweiter Branchenindex für die Branche der Erneuerbaren Energien, der 2005 vom Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) entwickelt wurde und als Performance-Index berechnet wird. Er ist damit der erste weltweite Branchenindex in diesem Bereich. Zum definierten Bereich zählen dabei Windenergie, Solarenergie, Bioenergie, Geothermie, Wasserkraft und auch Brennstoffzellen-Technologie. Im RENIXX World finden sich dabei die 30 größten Unternehmen (Marktkapitalisierung) weltweit. Als Voraussetzung gilt dabei, dass zumindest 50 % des Umsatzes mit erneuerbaren Energien erwirtschaftet werden und das Unternehmen in mehr als einem Sektor tätig ist, wobei nicht mehr als 50 % des Umsatzes auf einen einzelnen Sektor entfallen dürfen. Unternehmen, die hauptsächlich im Staatsbesitz sind, werden ausgeschlossen, Versorgungsunternehmen dürfen maximal 20 % der Titel im Index ausmachen.

Das ist nicht alles ganz nachvollziehbar – insbesondere der Zwang, in mehreren Sektoren tätig sein zu müssen – ist aber nun einmal die Voraussetzung für den Index. Ebenfalls nicht ganz nachvollziehbar ist, dass Brennstoffzellen-Technologie ebenfalls mit nur 20 % der Titel im Index berücksichtigt sein darf. Die Zusammensetzung wird hier zweimal pro Jahr angepasst.

Wie zu erwarten finden sich in diesem Index auch plötzlich die großen chinesischen Hersteller, so etwa die Longyuan Power Group, Huaneng oder XinJiang, interessanterweise aber auch die Tesla Inc. und die österreichische Verbund-Energie. Es ist diese – für die Branche allein sinnvolle – internationale Aufstellung, die dem ÖkoDAX komplett fehlt und ihn so wenig aussagekräftig macht.

Die Folgen sind sichtbar, wenn man sich die Performance des RENIXX World ansieht. In der 5-Jahres-Betrachtung zeigt sich (ähnlich wie beim NAI) auch da ein Peak. Hier allerdings schon kurz vor 2016. Danach gab es  nur eine leichte Aufwärtstendenz bis Mitte 2018, dann einen kurzen Einbruch und am Ende seit Jahresbeginn 2019 aber einen steilen Anstieg wieder zurück auf Werte, die seit 2015 nicht mehr erreicht worden waren. Daraus lässt sich recht brauchbar schließen, dass für den Bereich der Erneuerbaren Energien vor allem die großen internationalen Hersteller mit ihren Lösungen und Technologien bedeutsam geworden sind . Der heimische Markt in diesem Bereich bewegt sich im gleichen Tempo nach unten – und zwar schon seit langem. Manchmal sind solche Vergleiche ganz interessant, wenn auch natürlich kein Index immer die gesamte umfassende Wahrheit zeigt.

In diesem Zusammenhang sollte man dann auch noch auf den ERIX sehen. Die Abkürzung steht in diesem Fall für European Renewable Energy Index. Hierbei handelt es sich um einen Price-Index. Er ist also gewissermaßen das Europa-Pendant zum weltweiten RENIXX.

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Interessant ist hier vor allem der Vergleich der Charts bei RENIXX und ERIX. Es finden sich annähernd die gleichen Peaks zwischen 2015 und 2016, beim ERIX wurden die Peak-Werte aber bereits 2018 weit übertroffen, ab ungefähr der Mitte des Jahres 2018 setzte ein massiver Absturz ein, der zum Jahresanfang 2019 auch hier wieder in ein steiles Hoch überging, wobei die Spitzenwerte 2018 nicht wieder erreicht werden konnten und zwischendurch einige markante Abstürze bis weit unter den Spitzenwert 2018 erfolgten. Ganz so ungebremst geht es bei den europäischen Unternehmen im Bereich der Erneuerbaren Energien also nicht bergauf, wie bei den internationalen Unternehmen im RENIXX. Das sollte einen bei der gesamten Situation in Europa in der jüngsten Zeit allerdings auch nicht wundern. Ein wenig klarer könnte das Bekenntnis zu einer tatkräftigen, kurzfristig angepackten Energiewende schon ausfallen, um den Unternehmen ein wenig mehr soliden Auftrieb zu geben.

Was uns Indices bringen (können)

Die Betrachtung der verschiedenen Öko-Indices hat wohl eines klar gemacht: Die tatsächliche Situation spiegelt keiner umfassend wieder. Die Kriterien sind oft nicht ganz nachvollziehbar und in manchen Fällen durchaus zweifelhaft. Index-Fonds auf die diversen Öko-Indices sind also sicherlich keinesfalls eine Art von „ökologischem Investment“, zudem würden sie keinerlei „Impact“ haben. Im Fall des ÖkoDAX würden wir dazu außerdem noch nicht mal aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten verlockt.

Was tatsächlich fehlt, und zwar dringend fehlt, ist ein Index, der vor allem die Situation all jener Unternehmen wiederspiegelt, die sich klar und ausschließlich für eine soziale, ethische und vor allem ökologische Wende einsetzen. Ein solcher Index würde auch den nüchtern Kalkulierenden vermutlich klar machen, dass die ökologische Wende kein wirtschaftliches Desaster und keine verlustreichen Anlagemöglichkeiten mit sich bringen muss, sondern durchaus ein sehr lukratives Potenzial mit sich bringt und in Zukunft für eine gute Gewinnsituation und einen beträchtlichen Anstieg von Arbeitsplätzen sorgen kann.

„Durch den Rost fallen“ würden bei einer echten Wende nur jene Konzern-Dinosaurier, die stur und hartnäckig weiter auf ausbeuterisches Wirtschaften, asoziale Geschäftspolitik und umweltzerstörende Technologien oder Produkte setzen würden. Das mag im Einzelfall schmerzhaft sein und durchaus auch einen manchmal erkennbaren Einfluss auf die Wirtschaft eines Landes haben – langfristig müssten wir diese Konzern-Dinosaurier aber ohnehin loswerden, weil sie ganz einfach nicht mehr zeitgemäß sind und nicht mehr das, was weitaus die meisten Menschen eigentlich in ihrer Welt haben wollen.

Das Problem dabei liegt nur darin, dass viele gerade diese Konzerne, ebenso wie die Rüstungsindustrie, als gewissermaßen das „Fundament“ unserer Wirtschaft sehen (wollen). Dass wir glauben, ohne sie nicht leben zu können. Das ist natürlich ein Irrtum. Es besteht immer Raum für Alternativen, die besser sind. Auch die guten alten „echten“ Dinos sind ausgestorben, als sie in der neuen Welt nach einem tatsächlichen „Impact“ keinen Platz mehr hatten. Und der Siegeszug der nicht mehr ganz so gewaltigen, dafür aber viel intelligenteren und sozialeren Säugetiere begann und die Welt begann, ein freundlicherer Ort ohne dauerndes brüllendes Getöse und zertrampelte Landschaft zu werden.

Was wir aber aus den Indices für uns tatsächlich nutzen können, ist ihre Zusammensetzung. Sich mit der Zusammensetzung zu beschäftigen ermöglicht uns, herauszufinden, welche Konzerne sich tatsächlich intensiv engagieren, welche sich als lohnendes Einzelinvestment möglicherweise eignen – und welche wir mit ihrem Engagement für die Zukunft behalten und unterstützen wollen. Wir können aus dem Verfolgen der einzelnen Titel erkennen, wer die Welt beherrscht – und womit. Dafür sind Indices allemal gut – selbst wenn uns ein „echter“ Öko-Index oder ein „Wende-Index“ fehlt.

Im nächsten Teil unserer Serie wollen wir uns dann einem ganz anderen Bereich zuwenden, nämlich den tatsächlich echten „Impact-Investments“, die wir als Kleinanleger tätigen können. Hier geht es dann nicht um weltweite Großkonzerne, sondern ganz im Gegenteil um kleine, aber sehr wichtige Initiativen für eine bessere Welt, wo unsere Investitionen besonders viel nachhaltige Wirkung erzeugen. Lesen Sie also weiter.

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