Wie berechnet man eine Optionsprämie (Put und Call)?

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Wie berechnet man eine Optionsprämie (Put und Call)?

Beim Erwerb einer Option treffen zwei entgegengesetzte Markt- oder Einzelwertmeinungen aufeinander: Der Käufer einer Option geht von einer anderen Kursentwicklung aus, als der Herausgeber einer Option. Dieser übernimmt für die Bezahlung des Optionspreises (auch Optionsprämie genannt) das Risiko der Kursschwankungen. Bewegt sich der Wert nicht oder wenig, so kann er als sein Investmentziel den Zeitwert der Option vereinnahmen.

Der faire Wert einer Option berechnet sich unter anderem nach der sogenannten Black-Scholes-Formel und kann auch ohne die Details der mathematischen Gleichungen in seinen Grundzügen und Preisbestimmungsfaktoren sehr gut erfasst werden. Folgende Bestandteile beeinflussen den Kurs der Optionen, der dann durch aktuelle Nachfrage- und Angebotsmechanismen ergänzt bzw. korrigiert wird:

1. Aktueller Kurs des Basiswertes bzw. Abstand des Bezugspreises vom Börsenkurs

Anhand einer Kaufoption lässt sich dieser Preisbestandteil sehr gut nachvollziehen. Liegt der aktuelle Börsenkurs eines Wertpapiers bei 100 Euro und der Bezugspreis der Option bei 90 Euro, so befindet sich die Option bereits jetzt im Geld. Der innere Wert beträgt etwa 10 und bei jeder Kurssteigerung würde der Herausgeber der Option ein weiteres Kursrisiko entsprechend der Kursveränderung tragen. Deshalb wird der faire Börsenkurs der Option niemals unter die Differenz zwischen Börsenkurs und Bezugspreis fallen. Beträgt beim gleichen Börsenkurs von 100 Euro der Bezugspreis 120 Euro, so würde die Ausübung der Option noch keinen Vorteil darstellen. Diese erhält erst dann einen inneren Wert, wenn der Kurs über 120 Euro steigt. Der Optionskurs dieser Option wird deshalb wesentlich niedriger sein als bei der ersten Variante.

2. Restlaufzeit der Option

Je länger die Option (Call- oder Put) noch läuft, desto risikobehafteter ist sie für den Herausgeber der Option. Als Käufer der Option haben Sie bei der Call-Option einen längeren Zeitraum, dass die Kurse des Basiswertes steigen oder bei der Put-Option eine längere Chance auf fallende Kurse. Damit wird die Optionsprämie umso höher ausfallen, je länger die Laufzeit ist. Dies ist auch der Grund dafür, dass sich die Aktien-Optionen eher für ein kurzfristiges Investment eignen.

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3. Geschätzte Volatilität des Basiswertes

Ihre Kurschance als Anleger und das Kursrisiko des Herausgebers einer Option sind umso höher, je höher die Veränderungsrate der Kurse ist. Dies konnten Anleger beispielsweise sehr gut bei den Put-Optionen der krisengeschüttelten Air Berlin Aktie (WKN: AB1000) sehen – insbesondere bevor ein Investor aus dem Mittleren Osten eingestiegen ist! Die Volatilität des Wertes war so hoch, dass bei Put-Optionen Aufgelder von 30 bis 40 % pro Jahr üblich waren und deshalb auch bei richtiger Einschätzung der tatsächlichen Kursbewegung (in diesem Fall ein klarer Abwärtstrend, bei dem kaum Geld zu verdienen war.) Ein stabiler Abwärtstrend floß wegen hoher Volatilität und klarer Bewegungsrichtung in die Berechnung ein (schon 2012 oder auch 2015. Bei einer zu hohen Volatilität werden damit die Risikoprämien der Aktien-Optionen vergleichsweise hoch!

Zu diesen mathematischen Bestandteilen kommen die Börseneinschätzung bzw. die Marktkräfte hinzu. So kommt es durchaus vor, dass die allgemeine Stimmungslage dazu führt, dass Märkte überkauft oder überverkauft werden. Dann können auch die Optionen – beispielsweise am Anfang einer Hausse-Phase – über den Wert der Formel und Bestandteile hinaus steigen.

Die Bestandteile liefern deshalb eine sehr gute Orientierung über die Wertigkeit der Optionen – insbesondere im Vergleich untereinander. Um erfolgreich mit Aktien-Optionen handeln zu können, sollten sich Anleger für einen Discount- oder Online-Broker entscheiden, dessen günstige Gebührenstruktur das Investment erst ermöglicht. Am 12. Oktober 2015 berichteten wir über die Suche und das Finden des richtigen Brokers.

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