Wie finde und kaufe ich den besten und günstigsten DAX Indexfonds/ETF?

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Wie finde und kaufe ich den besten und günstigsten DAX Indexfonds/ETF?

ETFs erfreuen sich unter (Klein)Anlegern größter Beliebtheit. Investoren legten 2014 netto 43 Mrd. Euro in ETFs an. Das gesamte verwaltete Vermögen in europäischen ETFs belief sich mit Ende 2014 auf 379 Mrd. Euro, davon 257 Mrd. Euro in Aktien-ETFs (Quelle: Morningstar).

Wir empfehlen Ihnen als Kleinanleger Ihr Aktienportfolio mit ETFs als Basis zu versorgen, denn bereits mit wenigen Titeln und geringem Kapitaleinsatz kann eine sehr gute Diversifikation erreicht werden.

Für den Kauf bzw. Verkauf von ETFs benötigen Sie einen Broker. Verwenden Sie zur Auswahl unseren übersichtlichen Vergleichsrechner – besonders empfehlenswert befinden wir die Angebote von OnVista (kostenlose DAX-ETF-Sparpläne) und CapTrader.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie am besten und günstigsten mit ETFs in Deutschlands Leitindex – den DAX – investieren können.

Wie wähle ich den besten und günstigsten DAX-ETF aus?

Im Wesentlichen empfehlen wir Ihnen 3 Aspekte bei der Auswahl Ihres DAX-ETFs zu beachten:

  1. Stellen Sie sicher, dass der ETF physisch repliziert – Finger weg von Swap-replizierenden ETFs
  2. Schauen Sie auf die Kosten! Die TER (Total Expense Ratio) zeigt an, wie viel Sie der ETF pro Jahr kostet. Je höher die TER, desto größer der Anteil der Fondserträge die nicht an Sie gehen
  3. Prüfen Sie die Qualität des ETFs! Auch wenn ETFs passive Investments sind, unterscheiden Sie sich doch von der Qualität. Der Tracking-Error gibt an, wie genau der ETF die Wertentwicklung des Index (z.B.: DAX) repliziert.

Welcher DAX-ETF ist am günstigsten?

Die folgende Tabelle enthält wichtige Informationen zu den fünf öffentlich erhältlichen ETFs auf den DAX.

Name ISIN/WKN TER AUM (€m) Fondsmanager Auflagedatum
iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) DE0005933931
593393
0,16% 8.396 BlackRock Asset Management
(Black Rock)
27.12.2000
DAX® UCITS ETF (DR) 1C LU0274211480
DBX1DA
0,09% 4.270 Deutsche Asset & Wealth Management
(Deutsche Bank)
10.01.2007
Deka DAX® UCITS ETF DE000ETFL011
ETFL01
0,15% 1.404 Deka Investment
(Deka)
14.03.2008
LYXOR UCITS ETF DAX LU0252633754
263375
0,15% 990 Lyxor
(Société Générale)
28.06.2006
DAX ® TR UCITS ETF LU0378438732
ETF001
0,08% 505 ComStage
(Commerzbank)
21.08.2008
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Der Wettbewerb auf dem ETF-Markt ist sehr kompetitiv. Morningstar schätzt, dass die Break-Even-TER bei 10 bis 14 Basispunkten (also 0,10% bis 0,14%) liegt – zwei der Fonds würden demnach sogar operative Verluste machen. Die Strategie dahinter ist wohl, dass ein DAX-ETF – wie von uns vorgeschlagen – in vielen Depots die Basis bildet. Mit anderen ETFs, die ein Anleger dann evtl. später kauft, wird dann dieser Verlust quasi kompensiert.

Gerade weil ETFs ein sehr günstiges Instrument zur Vermögensanlage sind, werden Sie oft in der Bankberatung außen vorgelassen – ETFs werfen einfach nicht genug an Vertriebsprovisionen ab.

Wer sich hier also selbst informiert, kann mit geringem Aufwand hohe Gebühren sparen und trotzdem die Rendite des DAX erzielen.

Die besten DAX-ETFs im Vergleich

Welcher DAX-ETF ist am besten?

Die Qualität eines ETFs lässt sich am besten mit dem Tracking-Error rechnen. Dieser drückt aus, um wie viel der ETF sein Ziel verfehlt hat – also um wie viel der Fonds schlechter (oder besser) als der DAX abgeschnitten hat. Steigt der DAX in einem Jahr um 10%, der ETF jedoch nur um 9,9%, so liegt der Tracking-Error in diesem Jahr bei 0,10% bzw. 10 Basispunkten.

Die Nachfolgende Tabelle zeigt den aktuellen Tracking-Error (Stichtag: 13.05.2015) der oben vorgestellten DAX-ETFs seit ihrem Auflagedatum. Der Tracking Error p.a. soll zum besseren Vergleich der einzelnen Fonds dienen.

Name Auflagedatum DAX seit
Beginn
ETF seit
Beginn
Tracking Error Tracking Error p.a.
iShares Core DAX® UCITS ETF (DE) 27.12.2000 81,67% 76,82% 4,86% 0,33%
DAX® UCITS ETF (DR) 1C 10.01.2007 15,94% 13,97% 1,97% 0,23%
Deka DAX® UCITS ETF 14.03.2008 14,48% 14,23% 0,25% 0,03%
LYXOR UCITS ETF DAX 28.06.2006 *
DAX ® TR UCITS ETF 21.08.2008 83,54% 81,77% 1,77% 0,26%
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* Für den Fonds von Lyxor (Société Générale) konnten wir den Tracking-Error leider nicht mit den auf der Produktwebsite verfügbaren Informationen nachvollziehen.

Natürlich sollte der Tracking-Error immer so niedrig wie möglich ausfallen. Beachten Sie jedoch, dass die vergangene Performance keine eindeutigen Rückschlüsse auf die zukünftige Performance zulässt.

Wodurch entsteht der Tracking-Error?

Der Tracking-Error wird im Wesentlichen durch die folgenden 5 Aspekte beeinflusst:

  • TER: Selbst wenn der ETF alles richtig macht, müssen während des Jahres die Ausgaben zur Fondsverwaltung bestritten werden, welche natürlich das Fondsvermögen (und somit die Performance) verringern.
  • Transaktionskosten: Da diese noch nicht in der TER enthalten sind, verringern sie ebenso die Fondsperformance. Außerordentliche Transaktionskosten können durch „Rebalancing“ entstehen, z.B.: wenn der ETF bei Index-Veränderungen Wertpapier kaufen bzw. verkaufen muss.
  • Sampling: Wenn der Index eine Vielzahl an Wertpapieren enthält (z.B.: der Russell 2000 mit den 2000 kleinsten Unternehmen des Russels 3000), so kauft der Fondsmanager eventuell nicht alle Wertpapiere auch wirklich im exakten Verhältnis nach, da die Transaktionskosten nicht den Mehrwert einer exakten Replikation übersteigen. Dadurch entsteht ebenso ein Performanceunterschied, der jedoch auch positiv ausfallen kann.
  • Cash-Drag: Ist der Fonds ein ausschüttender Fonds (also in der Regel nicht bei DAX-ETFs, da der DAX selbst thesauriert), kommt es in der Regel zu Zeitverzögerungen zwischen Empfang und Ausschüttung der Dividenden/Erträge. In der Zwischenzeit erzeugt dieses Cash eine Rendite, die positiv oder negativ sein kann.
  • Wertpapierleihen: Ein physisch replizierender Index-Fonds verleiht gelegentlich Wertpapiere an andere Finanzmarktteilnehmer (z.B.: Short-Seller). Diese Leihen erzeugen ebenso eine Rendite.

Exkurs: Wertpapierleihen

Manche Fondsgesellschaften reichen 100% der Erträge aus den Leihgeschäften weiter, andere behalte kleinen Teil der Erträge ein. Der größte DAX-ETF Anbieter, BlackRock, hat eine Info-Broschüre zur Verfügung gestellt, in dem das Konzept der Wertpapierleihe dargestellt wird.

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Natürlich besteht bei Wertpapierleihen trotz Absicherung mit hochwertigen Wertpapieren ein Risiko. Der Kontrahent kann insolvent gehen und das ausgeliehen Wertpapier nicht mehr zurückgeben. BlackRock sagt, dass sie seit 1981 erst drei Mal dieses zweifelhafte Vergnügen hatten. In jedem dieser drei Fälle konnte jedoch das verliehene Wertpapier mit den bereitgestellten Sicherheiten ohne Verlust zurückgekauft werden.

BlackRock reicht übrigens 60% der Erträge aus dem Wertpapierleihe-Geschäft an den Fonds weiter.

Welchen DAX-ETF können wir empfehlen?

Mit diesen Informationen sollten Sie perfekt ausgestattet sein, den für Sie günstigsten und besten DAX-ETF auszuwählen. Wir wollen Sie in der Auswahl nicht zu sehr beeinträchtigen.

Prinzipiell ziehen wir etablierte Anbieter den kleineren vor. Allerdings ist als Kleinanleger natürlich die TER sehr wichtig. Ein abschließender Check sollte der Tracking-Error sein – wenn sich dieser in einem vernünftigen Rahmen befindet, können Sie zuschlagen!

Damit Sie auch bei Ihren Broker unnötige Kosten und Gebühren einsparen, empfehlen wir Ihnen auf unseren Vergleichsrechner zurückzugreifen. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen das Angebot von OnVista, mit denen Sie diverse ETF-Sparpläne sogar kostenlos handeln können und das Angebot von CapTrader.

Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung!

Depot-Konto Kosten je Order
OnVista Depotkonto 3,99
Captrader Depotkonto 4,00
DAB Depotkonto 4,95
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3 Comments

  1. Ist es überhaupt sinnvoll, in einen DAX-ETF zu investieren? Schließlich enthält der DAX nur 30 Unternehmen und die Volatilität ist hoch. Kleinanleger sind besser damit beraten, ihr Geld in einen ETF auf den Index MSCI World zu stecken. Dieser enthält über 1.600 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Hinzunehmen könnte man noch einen ETF auf den MSCI Emerging Markets Index, womit man auch Chancen in den Schwellenländern wahrnehmen würde. Hier sind noch einmal über 800 Unternehmen aus ebenfalls 23 Ländern enthalten. Wer jeweils 50 Euro pro Monat in diese beiden ETFs investiert, hat eine sehr breite Risikostreuung und nicht nur 30 verschiedene Unternehmen, wie beim DAX.

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    • Das Stimmt insoweit, wenn man möglichst breit streuen möchte. Wenn man aber nur in die größten deutschen Unternehmen investieren möchte, kommt man um einen DAX Indexfonds als Kleinanleger nicht herum.

      VN:F [1.9.22_1171]
      Rating: 4.0/5 (3 votes cast)
  2. Hallo zusammen, schöner Artikel über DAX. Grundsätzlich ist alles zu begrüßen, was zu mehr Aktienkultur führt. Ein paar Anmerkungen hätte ich jedoch.
    – Ihr ratet grundsätzlich zu physischen ETF. Das ist okay, nur sollte man dann auch auf das Thema steuereinfach und steuerhässlich hinweisen, und das sind 3 Dinge entscheidend: Fondsdomizil, Replizierart, Ausschüttend oder Thesaurierend.
    Das ist noch sehr wichtig zumindestens bis zur Neuregelung der Fondsbesteuerung nächstes Jahr.
    – Ich bevorzuge immer ausschüttende Fonds. Das hat nicht nur mit der Steuer zu tun sondern auch, das ich die ETFs solange wie möglich halten möchte und eigentlich nie verkaufen will. Bei Consors werden die Ausschüttungen automatisch wieder mit der nächsten Sparrate angelegt, das ist für mich optimal und im Alter lässt sich dann ganz gut von Ausschüttungen leben.
    – Ich würde keinen Dax ETF kaufen, wenn dann schon MDAX (gleiches Risiko, bessere Chanen), noch besser etwas breiter und da kann ich nur den iShares STOXX Europe 600 UCITS ETF (DE) empfehlen, WKE 263530: 200 kleine, 200 mittler, 200 grosse Unternehmen. Sparplanfähig, Kleinanleger, was willst Du mehr, ausser wie Dr. Nawatzki schon schreibt einen ETF auf den MSCI World.
    Nun auf jeden Fall weiter so, freue mich auf die nächsten Artikel

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