Geldanlage 2015: Fazit und Ausblick

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Geldanlage 2015: Fazit und Ausblick

Für Anleger war 2015 ein spannendes Jahr: Die Märkte gehorchten ihren eigenen Regeln kaum noch, Prognosen waren so schwierig wie selten zuvor und selbst vermeintlich risikoarme Investments wiesen ein vergleichsweise hohes Niveau an Volatilität auf. Wer Verlustrisiken nicht scheute, konnte im Jahr 2015 trotz größerer Unsicherheiten und anhaltend niedriger Zinsen dennoch eine signifikante Rendite erwirtschaften – insbesondere mit Aktien. Genau da liegt allerdings auch die Krux: Deutsche Anleger scheuen das Risiko nach wie vor und verbrennen mit ihren extrem konservativen Anlagestrategien bares Geld. Was sie einer aktuellen Umfrage zufolge allerdings nicht weiter zu stören scheint.

Glückliche Sparer trotz Mini-Renditen

Die alljährliche GfK-Umfrage im Auftrag des Bankenverbands bringt es ans Tageslicht: Wie die “Welt” online vorab berichtet, sind ganze 53 Prozent der deutschen Anleger zufrieden mit der Entwicklung ihrer Ersparnisse. Was umso bemerkenswerter ist, weil der Wert vor einem Jahr nur bei 33 Prozent lag – obwohl vor 12 Monaten noch höhere Zinsen für Tagesgeld und Festgeld geboten wurden. Insbesondere auf Girokonto und Tagesgeldkonten setzten die Bundesbürger bei ihrer Geldanlage, obwohl gerade hier die geringsten Zinsen zu erwarten waren. Dass dennoch so viele Anleger mit ihrer Geldanlage zufrieden sind, erklärt sich womöglich mit allgemein niedrigeren Erwartungen an Renditen nach dem Motto “Hauptsache, das Geld ist noch da” und dem Gewöhnungseffekt infolge der lang anhaltenden Niedrigzinspolitik.

Bankberatungen wenig hilfreich

Die extrem konservativen Anlageentscheidungen deutscher Anleger könnten auch das Resultat schlechter Beratungen sein. Anlass zu dieser Vermutung gibt eine aktuelle Studie der Verbraucherzentralen, die die Anlageberatung von Banken und Finanzvertrieben getestet haben. Mit desaströsem Ergebnis: Satte 95 Prozent der Anlagevorschläge gingen am Bedarf der Modell-Sparer vorbei. Als zu teuer stuften die Verbraucherzentralen ganze 87 Prozent der vorgeschlagenen Produkte ein, immerhin noch 55 Prozent als zu unflexibel, 35 Prozent der Vorschlage brachten den Testern zufolge zu wenig Rendite und 21 Prozent der empfohlenen Produkte erwiesen sich als zu riskant. Kein Wunder also, dass deutsche Anleger ihr Geld lieber auf dem Girokonto oder in Form von Tagesgeld parken – die Parkdauer allerdings gilt es zu überdenken.

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Geldanlage 2016: Tops und Flops

Anleger, die ihr Vermögen mehren und für das Alter vorsorgen möchten, kommen auch im nächsten Jahr nicht um riskantere Anlageprodukte herum. Insbesondere ein diversifiziertes Aktiendepot mit möglichst breiter Streuung verspricht signifikante Renditen, erfordert allerdings einiges an Nervenstärke. Schon heute ist absehbar, dass Ereignisse wie die US-Präsidentschaftswahl und das Thema Brexit Unruhe in die Märkte bringen und für phasenweise hohe Volatilität sorgen werden.

Weniger riskante Produkte wie beispielsweise Anleihen sind 2016 mit Vorsicht zu genießen. Die Rendite von Unternehmensanleihen konnte die hohen Erwartungen in 2015 im Schnitt nicht erfüllen. Wer im nächsten Jahr dennoch auf Anleihen setzen will, muss höhere Risiken eingehen, um nennenswerte Gewinne einzufahren – etwa mit Investments in Unternehmen mit C- oder D-Rating, die gemeinhin als Junk Bonds bekannt sind oder mit Anlagen in Staatsanleihen europäischer Staaten wie beispielsweise Portugal. Wenig empfehlenswert erscheinen Mischfonds, auch wenn der Name etwas anderes suggeriert. Die Kombination aus Aktien und Anleihen gilt derzeit als Wunderprodukt und Anleger-Liebling, birgt allerdings angesichts des aktuellen Marktumfelds ein doppeltes Verlustrisiko, da sich Anleihen nicht mehr stringent positiv entwickeln wie in den vergangenen Jahren. Ebenfalls zumindest mit Vorsicht zu genießen sind Anlagen in Gold, auch wenn der Goldpreis zuletzt deutlich gefallen ist und zum Kauf einlädt. Die Prognosen für und wider ein Steigen des Goldpreises halten sich in etwa die Waage – Spekulationen auf die Goldpreisentwicklung empfehlen sich wenn überhaupt also nur in kleinem Maßstab.

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