Zuletzt aktualisiert: April 2026
Nach intensiver Beschäftigung mit dem Thema Anleihen schließen wir in dieser Folge, mit einer Zusammenfassung sämtlicher Informationen, dieses Thema vorerst ab.
Eine Anleihe ist ein Forderungspapier, das bedeutet, dass Sie jemandem Geld leihen, wenn Sie eine solche erstehen.
Folge 12 – Was ist eine Anleihe (Anleihen Teil 1)
Anleihen können entweder am Primärmarkt (direkt von einem Unternehmen oder Staat) oder am Sekundärmarkt (von anderen Marktteilnehmern) gekauft werden, was am besten mittels eines Online Brokers geschieht.
Wir empfehlen Ihnen nicht auf das Angebot Ihrer Hausbank zurückzugreifen, da diese meist sehr hohe Kauf- und Verkaufsgebühren bzw. laufende Kosten für die Depotführung verrechnen – beides wird Ihre Rendite teilweise drastisch schmälern. Wer als Privatanleger sein Anleihen-Engagement primär über breit gestreute Anleihen-ETFs aufbauen möchte, ist bei einem Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital gut aufgehoben — beide bieten ETF-Sparpläne ab wenigen Euro pro Monat. Wer hingegen gezielt Einzelanleihen kaufen möchte, sollte einen spezialisierten Broker wie CapTrader in Betracht ziehen, der direkten Zugang zu zahlreichen internationalen Anleihenmärkten bietet. Eine vollständige Übersicht aller relevanten Broker finden Sie in unserem Broker-Vergleich.
Folge 13 – Wie kaufe ich eine Anleihe (Anleihen Teil 2)
Die Rendite einer Anleihe hängt von 2 Faktoren ab:
Der Zins (bei Anleihen auch Kupon genannt) beeinflusst die Rendite durch regelmäßige (in der Regel jährliche) Zinszahlungen. Die Höhe des Zinses orientiert sich dabei am allgemeinen Zinsniveau und wird durch das Risiko, das Geld nicht wieder zurückzubekommen, beeinflusst.
Folge 14 – Der Anleihezinssatz (Anleihen Teil 3)
Der Kurs einer Anleihe wirkt sich durch den Unterschied zwischen dem Kaufkurs und dem Verkaufs- bzw. Tilgungskurs auf die Rendite aus. Der Kurs einer Anleihe kommt durch Angebot und Nachfrage zustande und wird vom Risiko und von volkswirtschaftlichen Umständen beeinflusst.
Folge 15 – Der Kurs einer Anleihe (Anleihen Teil 4)
Folge 43 – Leitzinsen und Anleihekurse
Um die genaue Rendite einer Anleihe zu berechnen, muss man noch über die Stückzinsen Bescheid wissen:
Folge 16 – Stückzinsen (Anleihen Teil 5)
Zur Berechnung der Rendite rechnet man nun den Zins und den Kursunterschied zusammen, berücksichtigt noch eventuelle Spesen und rechnet die Rendite dann auf eine jährliche Verzinsung hoch, um die Anleihe mit anderen Anlageprodukten vergleichen zu können. Unter folgendem Link erklären wir das noch genauer und stellen Ihnen auch ein Excelsheet zur Berechnung der Rendite zur Verfügung:
Folge 17 – die Rendite einer Anleihe (Anleihen Teil 6) mit Excelsheet
Anleihenrenditerechner hier downloaden
Wie überall in der Finanzwelt gibt es auch bei Anleihen einige Sonderformen. Als Kleinanleger müssen Sie über diese Sonderformen eigentlich nicht Bescheid wissen, da sie nicht sonderlich oft vorkommen. Völlig unbehandelt können wir diese trotzdem nicht belassen, da sie dafür dann auch wieder zu oft vorkommen:
Folge 18 – Sonderformen von Anleihen (Anleihen Teil 7)
Anleihen 2026 – warum die Zinswende alles verändert hat
Als wir diese Anleihen-Serie ursprünglich verfasst haben, befand sich die Eurozone in einer ausgeprägten Niedrigzinsphase. Anleihen waren für Privatanleger kaum attraktiv – sichere Staatsanleihen warfen teils sogar negative Renditen ab, und wer Rendite wollte, musste hohe Risiken eingehen.
Seit der Zinswende der Europäischen Zentralbank ab 2022 hat sich die Lage grundlegend gedreht. Der EZB-Leitzins wurde innerhalb von 18 Monaten von 0 % auf zwischenzeitlich über 4 % angehoben, ehe seit 2024 schrittweise Senkungen folgten. Für Anleger bedeutet das: Sichere Euro-Staatsanleihen und solide Unternehmensanleihen bieten heute wieder Renditen in einer Größenordnung, in der sich ein Investment auch ohne extreme Risikobereitschaft lohnen kann.
Anleihen sind damit nach über einem Jahrzehnt erstmals wieder eine ernstzunehmende Anlageklasse für Kleinanleger geworden – nicht nur als Beimischung, sondern als eigenständiger Baustein im Portfolio.
Anleihen-ETFs – der einfachste Weg für Kleinanleger
Wer sich nicht mit einzelnen Anleihen, deren Stückelung (oft 1.000 oder 100.000 Euro Mindestanlage) und der Auswahl beschäftigen möchte, hat heute eine deutlich bequemere Alternative: Anleihen-ETFs. Sie funktionieren nach demselben Prinzip wie Aktien-ETFs, nur dass sie statt Aktien einen Korb aus Anleihen enthalten.
Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:
- Breite Streuung: Ein einziger ETF kann hunderte verschiedene Anleihen enthalten – Ausfälle einzelner Emittenten fallen kaum ins Gewicht.
- Geringe Mindestanlage: Schon ab wenigen Euro pro Sparplanrate möglich, statt 1.000 Euro Stückelung pro Einzelanleihe.
- Tägliche Liquidität: ETFs können börsentäglich gekauft und verkauft werden.
- Niedrige Kosten: Die laufenden Gebühren liegen meist zwischen 0,07 % und 0,25 % pro Jahr.
Es gibt Anleihen-ETFs für nahezu jede Marktregion und jedes Risikoprofil: Euro-Staatsanleihen, US-Treasuries, globale Unternehmensanleihen, High-Yield-Anleihen oder inflationsindexierte Papiere. Für die meisten Privatanleger sind breit gestreute Euro-Staats- oder globale Aggregate-Anleihen-ETFs der sinnvollste Einstieg.
Wichtig zu wissen: Anleihen-ETFs haben keine feste Laufzeit. Sie ersetzen ablaufende Anleihen automatisch durch neue, was bedeutet, dass es keinen garantierten Rückzahlungstermin gibt – der Wert des ETFs schwankt mit dem Marktzins. Wer eine bestimmte Summe zu einem bestimmten Datum braucht, sollte stattdessen über Festgeld oder eine Einzelanleihe mit passender Laufzeit nachdenken.
Linkzusammenfassung
- Folge 12 – Was ist eine Anleihe (Anleihen Teil 1)
- Folge 13 – Wie kaufe ich eine Anleihe (Anleihen Teil 2)
- Folge 14 – Der Anleihezinssatz (Anleihen Teil 3)
- Folge 15 – Der Kurs einer Anleihe (Anleihen Teil 4)
- Folge 16 – Stückzinsen (Anleihen Teil 5)
- Folge 17 – die Rendite einer Anleihe (Anleihen Teil 6) mit Excelsheet
- Folge 18 – Sonderformen von Anleihen (Anleihen Teil 7)
- Folge 43 – Leitzinsen und Anleihekurse





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