Zuletzt aktualisiert: April 2026
Wer eine Anleihe kaufen möchte, steht vor einer grundlegenden Frage: Woher bekomme ich sie überhaupt, und was passiert dabei mit meinem Geld? Der Weg zur Anleihe führt über zwei klar voneinander getrennte Märkte — und welcher davon für Kleinanleger in der Praxis relevant ist, ist eindeutig.
Zugang zum Kapitalmarkt
Anleihen sind keine Produkte, die man im Supermarkt kauft. Um sie zu erwerben, benötigt man ein Wertpapierdepot bei einem Broker. Den für Sie passenden Anbieter finden Sie in unserem Depotkonto-Vergleichsrechner.
Prinzipiell gibt es zwei Wege, an eine Anleihe zu gelangen: die Zeichnung bei der Emission am Primärmarkt oder den Kauf einer bereits handelbaren Anleihe am Sekundärmarkt.
Möglichkeit 1: Zeichnung bei der Emission (Primärmarkt)
Wenn ein Unternehmen oder ein Staat eine neue Anleihe ausgibt, können Anleger diese direkt beim Emittenten zeichnen. Das Geld fließt in diesem Fall unmittelbar in die Kassen des Emittenten — ohne Umweg über die Börse.
Der Haken: Die sogenannte Zeichnungsfrist läuft meist nur wenige Wochen. Und in dieser Zeit kaufen Banken und institutionelle Großinvestoren die verfügbaren Tranchen häufig im Vorfeld vollständig auf. Für Privatanleger bleibt dabei oft nichts übrig.
Wichtig zu wissen: Neuemissionen von Unternehmensanleihen richten sich ohnehin meistens an professionelle Investoren ab einem Mindestvolumen von 100.000 Euro. Als Kleinanleger ist der Primärmarkt daher in den allermeisten Fällen kein realistischer Einstiegsweg.
Möglichkeit 2: Kauf an der Börse (Sekundärmarkt)
Der für Kleinanleger relevante Weg ist der Kauf einer bereits im Umlauf befindlichen Anleihe an der Börse. Dort treffen Käufer und Verkäufer aufeinander, und der Preis bildet sich durch Angebot und Nachfrage.
Das hat einen entscheidenden Vorteil: Sie sind nicht an die Laufzeit gebunden. Wer eine zehnjährige Anleihe hält, aber nach drei Jahren liquide werden möchte, kann die Anleihe über die Börse jederzeit verkaufen — vorausgesetzt, es findet sich ein Käufer zu einem akzeptablen Kurs.
Der Begriff Sekundärmarkt ist dabei nur die technische Bezeichnung für den gewöhnlichen Börsenhandel. Jede Anleihe, die nach ihrer Emission weiterverkauft wird, bewegt sich auf dem Sekundärmarkt.
Kursschwankungen einkalkulieren
Anders als bei einem Festgeldkonto ist der Kurs einer Anleihe nicht fix. Er schwankt — abhängig von Zinsniveau, Laufzeit und der Bonität des Emittenten. Wer eine Anleihe über pari (also über 100 % des Nennwerts) kauft und bis zur Endfälligkeit hält, erzielt weniger als den Nominalzins. Wer unter pari kauft, erzielt mehr.
Mehr dazu in der nächsten Folge: Folge 14 — Der Anleihenzinssatz und Folge 15 — Der Kurs einer Anleihe.
Welcher Broker für den Anleihen-Kauf?
Für den Kauf einfacher Staatsanleihen oder bekannter Unternehmensanleihen genügt grundsätzlich jeder Broker mit Börsenzugang. Wer jedoch gezielt in internationale Anleihen, Unternehmensanleihen mit kleinerem Handelsvolumen oder sogar direkt über außerbörsliche Handelssysteme investieren möchte, braucht einen Broker mit entsprechendem Marktzugang.
In der Praxis hat sich hier CapTrader bewährt: Zugang zu über 1,2 Millionen handelbaren Wertpapieren weltweit, direkte Handelsanbindung an internationale Anleihenmärkte und vergleichsweise niedrige Transaktionskosten auch bei kleinen Positionen. Eine vollständige Übersicht über verfügbare Broker finden Sie in unserem Depotkonto-Vergleichsrechner.
Die Anleihen-Serie im Überblick
- Folge 12 — Was ist eine Anleihe?
- Folge 13 — Wie kaufe ich eine Anleihe? (diese Folge)
- Folge 14 — Der Anleihenzinssatz
- Folge 15 — Der Kurs einer Anleihe
- Folge 16 — Stückzinsen
- Folge 17 — Die Rendite einer Anleihe berechnen
- Folge 18 — Sonderformen von Anleihen
- Folge 19 — Die ultimative Anleihen-Zusammenfassung


Pingback: Folge 12 - Was ist eine Anleihe (Anleihen 1) - DieKleinanleger.com