Höchste Zinsen auf Tagesgeld – März 2014

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Höchste Zinsen auf Tagesgeld – März 2014

Das erste Quartal ist bald wieder vorbei – im DAX haben einige wichtige Unternehmen Bilanz gelegt, Ergebnisse vorgestellt und Dividenden für das Jahr Geschäftsjahr 2013, die im Jahr 2014 bezahlt werden, vorgeschlagen – mehr hierzu im DAX Dividendenreport 2014.

Die schwierige Situation in Osteuropa („Krim-Krise“) und das „Tapering“ der US-Notenbank FED (also das gemächliche Zurücknehmen des Gelddruckens; Stichwort Quantitave Easing) bewegen die Märkte im März 2014.

Konnten wir Kleinanlegern im Februar 2014 noch 1,50 % p.a. auf täglich verfügbares Geld anbieten, so sieht es für den März 2014 nicht besser aus. Wir finden Tagesgeld weiterhin wichtig und sind dagegen, sämtliche Liquidität am Girokonto (in der Regel unverzinst) vergammeln zu lassen. Wir haben daher den Markt für kurzfristige Sparformen analysiert und stellen Ihnen die 3 Top-Angebote für den März 2014 vor.

 Die Top 3 Tagesgeld-Angebote im März 2014

Volkswagen Bank
1,40 %
  • keine Mindestanlagesumme
  • 4 Monate Zinsgarantie
  • monatliche Zinsgutschrift
  • deutsche Einlagensicherung: 100.000 Euro
  • Zum Angebot
Volkswagen Logo
Santander
1,40 %
  • keine Mindestanlagesumme
  • monatliche Zinsgutschrift
  • österreichische Einlagensicherung: 100.000 Euro
  • Zum Angebot
  • Achtung: Nur für Anleger mit Wohnsitz in Österreich
 Santander
Cortal Consors
1,30 %
  • keine Mindestanlagesumme
  • 12 Monate Zinsgarantie
  • deutsche Einlagensicherung: 100.000 Euro
  • Zum Angebot
DieKleinanleger - CortalConsors

Zinsentwicklung im Februar 2014

Der Durchschnittszins unserer Top 3 Angebote liegt bei 1,43 % p.a. – dies entspricht einer Abnahme von ca. 2 Basispunkten gegenüber Jänner 2013 (1,45 % p.a.). Die Kollegen von moneyyou.de haben leider ihr Angebot von 1,45 auf 1,30 % p.a. reduziert und sind somit nicht mehr in unseren Top-3 enthalten.

Aufgrund der stärker als erwartete Reduzierung der Fed-Aktivitäten, was den US-Dollar gegenüber mehreren „kleineren“ Währungen aufwerten ließ, sahen sich mehrere Zentralbanken gezwungen, am 29. Jänner 2014 an der Zinsschraube zu drehen um einen Kollaps ihrer Währungen zu verhindern:

  • Türkische Notenbank von 4,5 auf 10 %
  • Südafrikanische Notenbank von 5 auf 5,5 %
  • Indische Notenbank von 7,75 auf 8 %
Mehr zum Thema  Vielzitiert und doch kaum verstanden: Die Eurokrise

Obwohl die Neue Türkische Lira knapp nach der Ankündigung drastisch stieg (bzw. der Dollar fiel), blieb diese Entwicklung nur von kurzer Dauer und aktuell steht die Lira nur knapp über ihrem Tiefpunkt.

Makroökonomisch betrachtet sollte eine Zinsanhebung zu stärkeren Kapitalströmen ins Inland führen und somit den Wechselkurs aufwerten. Für eine Volkswirtschaft hat dies mehrere Implikationen: Investitionen werden unrentabler, Importe in der Regel günstiger und Exporte teurer.

Der EONIA (Euro Overnight Index Average – der durchschnittliche Zinssatz, zu dem sich Banken für eine Nacht Kredit gewähren) stand Anfang Jänner bei 0,152 % und steht aktuell bei 0,140 % und somit 1 Basispunkt tiefer.

Auch der EURIBOR (12 Monate, Währung Euro) hat leicht verloren: von 0,555 % ging’s einen halben Basispunkt nach unten auf 0,549 %.

Sinkende Zinsen bedeuten – ceteris paribus – einen Anstieg von Anleihekursen. Dies ist (in Deutschland) auch geschehen. Der Bund-Future, eine fiktive 10-jährige deutsche Bundesanleihe und somit ein guter Zinsindikator, ist im Jänner 2013 von 139,12 auf 144,02 Euro gestiegen – ein Plus von 3,5 %. Somit sind die Zinsen die man auf deutsche Bundesanleihen bekommt, nahe an ihren Tiefstsstand gekommen.

Welche Kriterien müssen unsere Tagesgeld-Angebote erfüllen?

Neben der effektiven Verzinsung – die bei den meisten Banken einfach dem Zinssatz p.a. entspricht – sind für uns folgende Aspekte von Bedeutung:

  • Einlagensicherung: Einlagen bei einer Bank mit Banklizenz eines Mitgliedslandes der Europäischen Union sind dank Richtlinie 2009/14/EG bis mindestens 100.000 Euro geschützt. Obwohl die Mitgliedsstaaten der EU theoretisch vorteilhaftere Einlagensicherungs-Gesetzte beschließen könnten, wird diese Höhe aktuell von keinem Mitgliedsland überboten. In Großbritannien beträgt die Grenze übrigens 85.000 britische Pfund – dies entspricht ungefähr 100.000 Euro.
  • Mindestanlagesumme: Generell präferieren wir Angebote ohne Mindestanlagesumme, bei kleinen Summen von 1.000 Euro können wir dieses Angebot aber dennoch empfehlen. Bei größeren Summen (z.B.: 5.000 Euro) sehen wir dies allerdings anders.
  • Gebühren, Spesen und andere „Rendite-Fresser“: Hier haben wir eine Nulltoleranz-Politik – ein Tagesgeldkonto darf keinen Cent an Spesen oder Gebühren kosten.
  • Solvenz: Zugegeben, es ist relativ schwer zu beurteilen bzw. vorherzusagen, wie es um die Liquidität/Solvenz einer Bank steht. Tagesgeldangebote für Kleinanleger kommen allerdings regelmäßig von Großbanken, die mit einer Internet-Offensive neue Kunden an Land ziehen wollen. Auch wenn kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Größe und Stabilität bei einer Bank besteht, so empfehlen wir große Banken in der Regel eher als kleine Privatbanken. Auch wenn es nach Moral Hazard klingt – eine kleine Bank ohne nennenswerte Einlagen wird wohl nicht so schnell vom Staat gerettet.
Mehr zum Thema  Warum kurzfristig handeln, wenn Sie langfristig denken?

Weitere Tages- und auch Festgeldangebote finden Sie mittels unseres Vergleichrechners.

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2 Comments

  1. Dividenden-Sammler says:

    Ich muss sagen, früher bin ich von Tagesgeldkonto zu Tagesgeldkonto gesprungen.
    Teilweise gab es auch dann ein Eröffnungsrabatt oder eine Geldgutschrift, wenn man x EUR eingezahlt hat und mindestens y Monate das Konto geführt hat.
    Teilweise hatte ich 5-6 Konten parallel laufen.

    Aber inzwischen lasse ich das Tagesgeldkonto-Hopping sein.
    Bei mir kommt alles in Aktien.
    Und das bisschen, was auf ein Tagesgeldkonto muss, lasse ich einfach bei der Comdirect Bank liegen.

    Woanders gibt es mit Sicherheit bessere Zinsen (bei Comdirect aktuell 0,60% bis 10 TEUR und vierteljährliche Zinsabrechnung) – monatlich wäre natürlich besser wegen dem Zinseszinseffekt.

    Beste Grüße
    D-S

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    • Hallo Dividenden-Sammler,

      Du hast natürlich recht – der Unterschiedsbetrag für einen “Hopper” mag relativ gering sein. Allerdings gibt es immer noch recht viele Kleinanleger, die ihren “Notgroschen” bei der Hausbank – oft nur mit einem 1/8-Prozent verzinst – lassen und da lohnt sich ein Umstieg allemal.

      Diese Übersicht erscheint zwar monatlich, allerdings “verlangen” wir natürlich nicht, dass Jedermann jedes Monat auch wirklich wechselt 😉

      Beste Grüße aus Wien!

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