Nachhaltiges und Ethisches Investieren – Teil 7 Zusammenfassung

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Nachhaltiges und Ethisches Investieren – Teil 7 Zusammenfassung

In unserer Serie haben wir uns viele einzelne Aspekte nachhaltigen und ethisch vertretbaren Investierens einmal genauer angesehen. Wir haben dabei unterschiedliche Bereiche und Möglichkeiten in diesem Themenfeld beleuchtet. Nun stellt sich nur noch eine Frage: Was konkret kann man, besonders als Kleinanleger, nun tun? Wie beginnt man am besten – und welche Veränderungen bringt das mit sich? Im nachfolgenden Beitrag wollen wir alle wichtigen Erkenntnisse unserer kleinen Serie deshalb noch einmal kurz zusammenfassen und einen konkreten Plan für die „Nachhaltigkeitswende“ beim eigenen Investieren entwickeln.

Warum sollte ich überhaupt etwas tun?

Kurz gesagt: Jeder einzelne Beitrag ist wichtig. Die Weisheit, an die man dabei denken sollte, lautet: „Wer immer das Gleiche tut, wird auch immer das gleiche Ergebnis bekommen„. Das „Ergebnis“ das wir jetzt haben, kann wohl kaum das sein, das wir haben wollen. Wir spüren gerade nur die ersten, leichten Auswirkungen der Klimakatastrophe – aber bereits die sind dramatisch, auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Und es wird noch viel, viel schlimmer kommen, wenn wir diesen Unglückszug nicht anhalten. Beim Bremsen ist jeder willkommen und jede helfende Hand nötig, denn das Tempo und die Wucht des Zugs sind nun einmal enorm. Es ist die gesamte westliche Welt, die da achtlos in einem Höllentempo in den Abgrund rast.

Dabei geht es nicht allein um die moralische Verantwortung, Schaden zu verhindern und unseren Enkelkindern eine bessere Welt zu hinterlassen: es geht auch darum, unseren eigenen Wohlstand und unsere eigene Lebensgrundlage nicht zu gefährden. Die steht nämlich ebenfalls auf dem Spiel. Jeder ökologische (Teil-)Zusammenbruch zieht ganz zwangsläufig auch wirtschaftliche Zusammenbrüche nach sich – die Wirtschaft existiert ja nicht im luftleeren Raum. Das sollte auch die „kühlen Rechner“, die sich sonst nur um wenig scheren, überzeugen, dass es so nicht gehen kann. Irgendeiner wird schon von der Krise finanziell profitieren – nur die Chancen, dass man das selber sein wird, werden zunehmend dünner für die meisten. Und in einer baumlosen, völlig von Mikroplastik verseuchten Halbwüste zu sitzen und kaum mehr Essen kaufen zu können, macht nun einmal deutlich weniger Spaß – egal wie reich man ist. Zudem: Als Kleinanleger wird man mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit nicht zu den Gewinnern in der Krise zählen – egal wohinein man investiert. Wer so weitermachen will wie bisher, hat dann nur freundlich mit seinen Investments dazu beigetragen, dass andere einem das Leben und das Lebensumfeld ruinieren. Das ist vielleicht nicht der allerintelligenteste Weg.

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Auf der anderen Seite der Medaille steht, dass gerade die Klein- und Privatanleger, die gewöhnlichen Bürger auf einer gewaltigen Macht sitzen – einfach weil sie unglaublich viele in der Zahl sind. Allein in Europa leben 500 Millionen Menschen – deren zumeist kleines Vermögen bekommt zusammengenommen ein enormes Gewicht, das auch noch so große Konzernstrukturen niemals aufwiegen können. Wenn sie ihr Gewicht (ihre kleinen Säckchen mit Vermögen) alle zusammen in die Waagschale werfen, können sie jede Veränderung erzwingen, die sie wollen. Sie müssen nur für sich selbst beschließen, wofür sie einstehen – und in die Zukunft investieren, die sie tatsächlich haben wollen, mit allen Folgen die das mit sich bringt. Mehr ist schon gar nicht nötig. Die „Masse“ ist alles andere als machtlos, das muss man sich als Kleinanleger immer wieder vor Augen halten. Es ist eben nicht egal wohinein Sie Ihr kleines Vermögen investieren. Jedes noch so kleine Investment ist ein Schubs in die eine oder eben in die andere Richtung.

Was kann ich tun?

Im Verlauf unserer Serie haben wir gesehen, dass es in sehr vielen Bereichen möglich ist, auch als Kleinanleger etwas zu tun und etwas zu bewegen. Wir haben dabei in viele unterschiedliche Bereiche geschaut, am Ende war das im Verlauf unserer Serie eine Menge Information. Was jetzt noch fehlt, ist also ein konkreter Plan.

Um das alles einmal in eine Art von Ordnung bringen, wollen wir behelfsweise einmal einzelne Investitionsbereiche festlegen, die Kleinanleger betreffen – und dazu dann einzelne Maßnahmen auflisten, die jeder treffen kann.

Bereich 1: Banking und Alltags-Investments (kurzfristige Geldanlage)
Bereich 2: mittelfristige Geldanlage und das Schaffen von Reserven
Bereich 3: langfristige Geldanlage
Bereich 4: spekulative, gewinnorientierte Geldanlage mit dem Überschuss und Impact-Investing
Bereich 5: Verbesserung der bestehenden Anlagemöglichkeiten und klare Statements

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Wie wir in unserem Beitrag gesehen haben, gibt es schon beim Banking Möglichkeiten, sicherzugehen, dass das eigene Geld nicht Zwecken zugeführt wird, die man lieber nicht haben möchte. Bei Banken wie der GLS-Bank kann man bei der Kontoeröffnung selbst bestimmen, wo und wie die Bank das eigene Geld überhaupt verwenden darf. Durch die Bezahlung von transparenten Kontogebühren und einem Entwicklungsbeitrag sorgt man zudem langfristig dafür, dass die Möglichkeiten für Investments zukünftig erhalten bleiben und noch erweitert werden können. Damit hilft man zusätzlich, die erforderliche Wende weiter anzustoßen und voranzubringen.

Einfache kurzfristige Anlagemöglichkeiten wie Tagesgeld oder Festgeld stehen dabei bereits automatisch zur Verfügung – zu den selben Bedingungen. Man muss also sein Geld nicht unbedingt einer Bank überlassen, die es dann später erst recht wieder in Waffenproduktion oder Umweltzerstörung investiert.

Für die mittelfristige Anlage kann man entweder auf die Produkte von vertrauenswürdigen Banken zurückgreifen, aber auch selbst in seinem Portfolio dafür sorgen, dass man die Überschüsse aus der kurzfristigen Anlage gezielt in Aktien oder Fonds investiert, bei denen man nach sorgfältiger Prüfung den dahinter stehenden Unternehmen auch zustimmen kann und deren Geschäftsgebaren man als nachhaltig genug empfindet.

Bei der langfristigen Geldanlage gilt das Gleiche. Zudem kann man sich überlegen, unter Umständen auch Aktien von Öko-Banken mit hineinzunehmen – dadurch profitiert man nicht nur auf lange Sicht von der voranschreitenden Wende, sondern unterstützt auch noch die Banken, die sich als wirtschaftliches Investitionsinstrument der Wende sehen. Eine Wende muss zwangsläufig passieren – und davon profitieren natürlich auch die Banken, die sie voranbringen auf lange Sicht, insbesondere da die Dinge nun endlich in Bewegung geraten und immer mehr Menschen einsehen, dass es eine Notwendigkeit zu handeln gibt.

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Bei so gut wie allen Kleinanlegern, die ein zum Leben ausreichendes Einkommen haben, bleibt auch immer ein Teil des eigenen Geldes übrig, den man nicht direkt zwingend für Anschaffungen oder später benötigte Rücklagen braucht. Diesen Teil des Geldes, bei dem man ein gewisses Maß an Verlusten verkraften kann, kann man dann gezielt in interessante Crowdfunding-Projekte, in zukunftsweisende Start-ups oder in technologische Weiterentwicklungen stecken – und damit die ganze Wende und die Veränderung unserer wenig ökologischen und nachhaltigen Welt in eine bessere deutlich anschieben. Man kann dieses Geld auch verwenden, um vor allem Impact-Investing zu betreiben. Aus vielen kleinen Impacts wird dann am Ende bei reger Beteiligung ein ziemlich substanzieller Druck für Veränderungen in die richtige Richtung.

Daneben sollte man auch seine Verantwortung wahrnehmen und einerseits als Investor immer seine Stimmrechte wahrnehmen und auf eine möglichst große Veränderung der Unternehmenspolitik hin zu echter Nachhaltigkeit, belastbaren Lösungen und zukunftsweisenden Geschäften drängen. Genauso wichtig ist aber, sein Stimmgewicht politisch geltend zu machen und sich beispielsweise für eine gesetzliche und verbindliche Berechnung nach Modellen wie dem SROI zu drängen – oder dazu, dass der Johannesburger Umsetzungsplan nach zwanzig Jahren endlich einmal ernst genommen wird.

Für die Teilung der eigenen Investments in kurz-, mittel- und langfristige Anlageziele können Sie einfach das bewährte Drei-Konten-Modell verwenden, das wir hier schon früher vorgestellt haben – die wirtschaftlichen Voraussetzungen für sinnvolle Investment-Beträge sind immer gleich, egal ob man nachhaltig investiert oder wie bisher üblich. Ihr Gehalt und Ihr finanzieller Bedarf ändern sich dadurch ja höchstwahrscheinlich nicht grundlegend.

Wichtig ist nur: Wir sollten alle etwas tun. Und zwar jetzt. Es ist unser aller Zukunft, in die wir investieren. Und wir sollten deshalb in die investieren, die wir haben wollen – nicht in menschenfeindliche Wüsten und einen zerstörten Planeten. Denk daran: Was du förderst, wirst du bekommen. Also überlege gut.

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