Die Dauervertrags- bzw. Dauerauftrags-Falle vermeiden — erstaunlicherweise auch bei der Geldanlage
Hoffentlich prüfen Sie Ihre Kontoauszüge des Girokontos regelmäßig, nicht nur um unberechtigte Abbuchungen zu erkennen, sondern auch um ein „Mehr“ an Finanzwissen zu bekommen. Sicherlich sind Sie auch häufig über das eine oder andere Abonnement oder einen Dauervertrag erschrocken: Dessen Leistungen sind zwar da, aber eigentlich lesen Sie die Zeitung schon lange nicht mehr. Oder haben zwei Smartphone-Verträge gleichzeitig, oder, oder, oder. Im schlimmsten Fall ruinieren sich junge Menschen die Finanzen durch zig Verträge, die sie nicht bedienen können. Dieses „Nicht-Handeln“ hat aber nicht nur auf der Ausgabe-, sondern auch auf der Einnahmenseite Folgen: Anleger verschenken Rendite, die den Wertzuwachs insbesondere für die private Altersvorsorge oder auch den Vermögensaufbau und dann das Erreichen persönlicher Ziele fehlt. Gehen Sie also bei IHREM Geld sorgfältiger vor und investieren Sie mindestens so viel Zeit in Ihre Finanzen, wie Sie für die Suche nach günstigen Lieferanten oder Angeboten im Alltag aufwenden.
Vermeiden Sie also eine Art Dauervertrags- bzw. Dauerauftrags-Falle, indem Sie unverändert immer bei der Filialbank oder klassischen Geldanlagen bleiben, auch wenn sich deren Leistungsangebot oder die persönlichen Voraussetzungen geändert haben sollten. Lernen Sie rechtzeitig, die Fehler vieler Anleger zu vermeiden und werden Sie zum selbstbewussten Anleger auf Augenhöhe mit den Online-Brokern und Börsianern, beispielsweise durch unseren beliebten Newsletter.
Das Startsignal für die Überprüfung der Anlagestrategie kann vielfältige Formen haben
Leider kann eine Auflistung, zu welchen Terminen oder Anlässen die Prüfung der Geldanlagestrategie notwendig ist, niemals vollständig sein. Allerdings gibt es unabhängig von Anlegertyp oder persönlicher Situation einige verlässliche Hinweise darauf, dass die Geldanlage überprüft werden sollte:
1.) Herunterschleusen von Zinsen oder Konditionsverschlechterung
Die Kundenbindung bzw. auch die bevorrechtigte Behandlung von Stammkunden funktioniert leider ganz anders als bei Fluggesellschaften oder exklusiven Geschäften: Dort bekommt der Stammkunde jede Menge Vorteile und bessere Konditionen. Denken Sie an Tagesgelder oder andere Geldanlagen, deren Konditionen regelmäßig oder bei Verlängerungen angepasst werden können. Nur in den seltensten Fällen gibt es eine über die ursprüngliche Anlagedauer hinausgehende Zinsvereinbarung in Form einer relativen Vereinbarung zu einem allgemein anerkannten Zinssatz, wie beispielsweise Zinssatz + X,XX %!
Bankkunden, die nicht nachfragen oder einen Tagesgeldvergleich nutzen, leihen ihrer Bank das Geld inzwischen sogar fast kostenlos. Diese nur auf den ersten Blick zu harsche These wird anhand von Konditionen von Großbanken mit Grundfarbe blau oder gelb deutlich: Dort gibt es oft nur 0,01 % bzw. 0,02 % Zinsen auf die Sparkonten. Eigentlich unglaublich, dass die meisten Kunden dieser Sparform noch nicht den Rücken gekehrt haben.
2.) Der Finanzstatus bzw. die Saldomitteilung des aktuellen Quartals
Viel zu viele Anleger achten zwar bei Strom, Gas oder Versicherungen darauf, wie viel sie für ihr Geld bekommen bzw. die Kaufkraft richtig einzusetzen. Den einmal pro Quartal erstellten Depotauszug oder Finanzstatus betrachten die Menschen aber viel zu wenig. Sehen Sie sich die Wertentwicklung der einzelnen Anlagen genauer an: Wo haben Sie bisher eine gute Rendite erzielt? Welche Wertpapiere oder Kontenformen werfen viel zu wenig Geld ab? So lauten die Fragen, die Sie sich selbst und vielleicht auch Ihrem Anlageberater stellen könnten. Achten Sie bei diesem Vergleich auch auf die bezahlten Ausgabeaufschläge bzw. die Depotgebühren. Bei modernen Online-Brokern werden die gleichen Leistungen oftmals zu einem Bruchteil der bisherigen Kosten angeboten, zusätzlich gibt es wertvolle Informationsangebote von Kursinformationen bis zu Marktberichten.
3.) Kursschwankungen und -veränderungen an den Börsen
Zu einer erfolgreichen Geldanlage gehört auch die Gewinnmitnahme bzw. das Festhalten einmal erreichten Vermögenszuwachses. Bei der Anlage in Einzelaktien oder auch der Geldanlage in ETFs unterliegt die Geldanlage neben den speziellen Schwankungen des einzelnen Wertpapiers oder Indices auch dem üblichen Konjunkturzyklus. Sehen Sie sich die Depotwerte regelmäßig an und ziehen Sie dann bei einem drohenden Abwärtstrend sozusagen die Notbremse: Bei der Stop-Loss-Order legen Sie ein maximales Minuspotenzial von einem einmal erreichten Wert fest, nach dem die Verkaufsorder wirksam wird. Nach dem Verkauf können Sie über den Betrag frei verfügen und beispielsweise die gleichen Wertpapiere oder die gleiche Anzahl eines ETFs später zu einem geringeren Kurs wieder kaufen. Danach beginnt ein neuer Aufschwungzyklus, mit dem Sie einen weiteren Wertzuwachs generieren können.
Moderne Online-Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital bieten umfangreiche Charts und Kursanalysen direkt in der App, sodass Sie Ihre Anlagestrategie auch unterwegs regelmäßig überprüfen können.
Weiterführende Links
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