Folge 35 – Gold – Zahlen, Fakten & more

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Folge 35 – Gold – Zahlen, Fakten & more

In dieser Folge beginnen wir mit der Artikelserie „Gold – Wie es den Menschen seit Jahrtausenden bewegt“.

Geschichte von Gold

Bereits unsere Vorfahren erkannten den Wert des Goldes. Sie nutzten es als eines der ersten Materialen überhaupt. Bereits vor ca. 6.000 Jahren wurde damit begonnen, Gold zu fördern und weiterzuverarbeiten.

Beinahe jeder Herrscher versuchte, seinen Goldbesitz zu mehren, ließ Prunkbauten in Gold errichten und neue Goldvorkommen erschließen. Gold wurde geschätzt und begehrt, da es nicht rostet und so ganze Generationen überdauert.

Goldvorkommen

Der Wert der meisten Güter liegt in unserer modernen und kapitalistischen Welt in dessen Seltenheit bzw. Knappheit.

Gold ist eigentlich überhaupt kein knappes Gut. Schätzungen zufolge befinden sich in der Erdkruste ca. 30 Milliarden Tonnen davon. Der Abbau ist allerdings wirtschaftlich nicht rentabel oder schlicht und einfach technisch unmöglich.

Die Reinheit von Gold wird in ppm (parts per million) gemessen. Eine Tonne Gestein mit einem Goldgehalt von 1 ppm beinhaltet also lediglich ein Gramm Gold  – Marktwert ca. 50 Dollar.

Goldvorräte und Goldmenge

Es gibt keine exakten Daten zur weltweiten Goldmenge. Allerdings existieren Schätzungen aus dem Jahr 2007, welche besagen, dass der weltweite Goldbesitz bei ca. 155.000 Tonnen liegt.

Das mag jetzt nach einer ungeheuren Menge klingen. Wenn man aber den gesamten Goldvorrat in einen Würfel presst, ergibt dies gerade einmal einen Würfel mit einer Kantenlänge von 20 Metern. Sehen wir uns einmal an, wie die Goldvorräte verwendet werden:

  • 50 % der Goldmenge sind bereits in Schmuck verarbeitet.
  • 20 % liegen in den Tresoren sämtlicher Zentralbanken.
  • 10 % sind in Kunstgegenständen verarbeitet.
  • 20 % befinden sich im Besitz von Privaten und Investoren in Form von Barren oder Münzen
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Das bedeutet, dass eigentlich nur 20 % des weltweiten Goldbesitzes am freien Markt erhältlich sind, da Zentralbanken ihre Goldvorräte normalerweise nicht verkaufen. Stellen Sie sich vor, sämtliche Zentralbanken würden ihre Goldvorräte zur gleichen Zeit verkaufen – der Goldpreis würde innerhalb kürzester Zeit einbrechen. Aus diesem Grund sprechen sich die Zentralbanken bzw. deren Banker untereinander ab, bevor sie am Goldmarkt agieren.

Angebot und Nachfrage von Gold

Gold-Angebot

  • Die jährliche Goldförderung lag 2011 bei ca. 2.800 Tonnen Gold.
  • 1.600 Tonnen werden durch Wiederaufbereitung von Altgold gewonnen.
  • Normalerweise verkaufen Zentralbanken regelmäßig einen Teil ihrer Goldreserven, erweitern dadurch das Angebot und stabilisieren (senken) den Goldpreis. 2011 kauften sie allerdings 440 Tonnen Gold zu und verringerten somit das Angebot.
  • Dies ergibt ein Gesamtangebot von 3.960 Tonnen Gold.

Die förderfähigen Reserven werden auf ca. 51.000 Tonnen Gold geschätzt. Somit kann noch ca. 20 Jahre (bei gleicher Fördermenge) weitergefördert werden.

Gold-Nachfrage

  •  2.000 Tonnen werden in der Schmuckindustrie benötigt.
  • 330 Tonnen in der Elektroindustrie
  • 130 Tonnen in anderen Industriezweigen
  • 1.640 Tonnen werden von Investoren und Fonds nachgefragt.
  • Die Gesamtnachfrage liegt daher bei 4.100 Tonnen Gold. 40 % davon werden jedoch nicht verwertet, sondern als Investition gehalten.

Wikipedia hat sehr viele Tabellen und Grafiken zum Thema Gold zu bieten. Wenn Sie interessiert sind, sollten Sie einen Blick wagen.

Goldproduktion bzw. Goldabbau

Gold wird seit Jahrtausenden verwendet und gefördert. Ebenso lange wird vermutlich versucht, Gold zu fälschen, also synthetisch herzustellen. Aufgrund des technischen Fortschrittes ist dies mittlerweile sogar möglich, allerdings wirtschaftlich nicht rentabel.

Die primäre Form der Goldgewinnung wird also auch noch in den kommenden Jahren die Goldschöpfung bzw. der Goldabbau in Goldminen bleiben.

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Südafrika war bis 2007 der größte Goldproduzent. Nicht umsonst lautet der Spitzname der Stadt Johannesburg „Golden City“. 2007 wurde Südafrika jedoch von China überholt.

Durch den steigenden Goldpreis und technischen Innovationen ist mittlerweile sogar der Abbau von Gestein mit einer Golddichte von 1 pmm – also 1 Gramm pro Tonne – rentabel.

Die Goldförderung ist Arbeitgeber für rund 100 Millionen Menschen weltweit – immerhin 1,5 % der Weltbevölkerung.

Wir denken, dass wir Sie fürs erste genug mit Fakten und Zahlen zum Thema Gold versorgt haben. Das ist allerdings noch nicht alles, was wir zum Thema Gold geplant haben. Sie werden noch mehr hören über den Handel mit Gold, den Goldpreis und natürlich wie sich Gold als Investment für Kleinanleger eignet.

Eine Übersicht und weitere Folgen zum Thema Gold finden Sie hier:

Folge 45 – Die ultimative Gold Zusammenfassung

 

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2 Comments

  1. genughaben says:

    Ein interessanter Artikel! Danke dafür, insbesondere, dass sogar 50% Gold in Schmuck verarbeitet sind war mir neu.
    Als Chemiker kann man die weitere Goldförderung nur schlecht gutheißen, da dabei übles Zyankali verwendet wird. Aber des Menschen Wille ist ja bekanntlich sein Himmelreich.
    Aber das was da ist, ist ja nicht schlecht 🙂
    Zu Gold fallen mir zwei Geschichten ein.

    (1)

    König Hieron beauftragte einen Goldschmied eine Krone aus x kg Gold anzufertigen. Als die Krone feritg war misstraute der König dem Goldschmied, obgleich sie golden aussah und x kg wog. König Hieron beauftragte nun Archimedes herauszufinden, ob die Krone echt wäre. Dem überkam, in der Badewanne liegend die Erkenntnis, dass sein Körpervolumen die gleiche Menge Wasser in der Wanne verdrängt. Mit diesem Wissen und der bekannten Dichte von Gold konnte Archimdes den Betrug des Goldschmieds aufdecken.

    (2)

    Im Chemiestudium lernt man immer noch wenig über die Chemie des Goldes und seine Chemie ist tatsächlich auch immer noch deutlich weniger erforscht als die diverser andere Metalle, obgleich – wie ihr ja schon schreibt Gold an sich kein so seltenes Metall ist – im Ggs. zu z.B. Indium oder Paladium. Allein sein Aussehen und seine historische Bedeutung als Wertaufbewahrungsmittel führten dazu, dass selbst führende Forscher aus der Industrie behaupteten Gold sei chemisch (genauer: katalytisch) inaktiv, obgleich dies bereits durch einen Stuttgarter Forscher und andere wiederlegt wurde. Die psychologische Wirkung des Goldes und seine sagenumwobene (chemische) Stabilität ist so stark, dass bis heute die chemische Goldforschung nicht recht in Gang kommt, obwohl Gold für verschiedene chemische Reakationen ein interessanter Katalysator wäre.

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    • Vielen Dank für Deinen Kommentar – es ist toll, auch mal die Sicht eines Chemikers zu sehen.

      Ja, da hast Du wahrscheinlich Recht – der Mensch macht, was er will 😉

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