Zuletzt aktualisiert: April 2026
In dieser Folge beginnen wir mit der Artikelserie „Gold – Wie es den Menschen seit Jahrtausenden bewegt“.
Geschichte von Gold
Bereits unsere Vorfahren erkannten den Wert des Goldes. Sie nutzten es als eines der ersten Materialien überhaupt. Schon vor rund 6.000 Jahren wurde damit begonnen, Gold zu fördern und weiterzuverarbeiten.
Beinahe jeder Herrscher versuchte, seinen Goldbesitz zu mehren, ließ Prunkbauten in Gold errichten und neue Goldvorkommen erschließen. Gold wurde geschätzt und begehrt, da es nicht rostet und so ganze Generationen überdauert. Diese Wertbeständigkeit ist bis heute der entscheidende Grund, warum Gold als Krisenwährung und Wertspeicher gilt.
Goldvorkommen
Der Wert der meisten Güter liegt in unserer modernen und kapitalistischen Welt in dessen Seltenheit bzw. Knappheit.
Gold ist eigentlich überhaupt kein knappes Gut. Schätzungen zufolge befinden sich in der Erdkruste ca. 30 Milliarden Tonnen davon. Der Abbau ist allerdings wirtschaftlich nicht rentabel oder schlicht und einfach technisch unmöglich. Nur ein winziger Bruchteil dieses Vorrats ist tatsächlich förderfähig – und genau diese künstliche Knappheit am zugänglichen Angebot bestimmt den Goldpreis.
Die Reinheit von Gold im Gestein wird in ppm (parts per million) gemessen. Eine Tonne Gestein mit einem Goldgehalt von 1 ppm beinhaltet also lediglich ein Gramm Gold – bei heutigen Preisen von rund 4.700 US-Dollar pro Feinunze entspricht das einem Marktwert von etwa 150 US-Dollar.
Goldvorräte und Goldmenge
Es gibt keine exakten Daten zur weltweiten Goldmenge, aber die Schätzungen des World Gold Council gelten als die etabliertesten. Nach aktuellen Berechnungen liegt der weltweite Goldbestand bei rund 213.000 Tonnen (Stand Ende 2024).
Das mag nach einer ungeheuren Menge klingen. Wenn man aber den gesamten Goldvorrat in einen Würfel presst, ergibt dies gerade einmal einen Würfel mit einer Kantenlänge von rund 22 Metern – er würde bequem in einen mittelgroßen Turnsaal passen. Die Aufteilung dieses Bestands sieht ungefähr so aus:
- Rund 46 % der Goldmenge sind in Schmuck verarbeitet
- Rund 22 % liegen in Form von Münzen und Barren bei Privatanlegern
- Rund 17 % befinden sich in den Tresoren der Zentralbanken
- Rund 15 % verteilen sich auf Technologie (Elektronik, Medizin), physisch hinterlegte ETFs und andere Verwendungen
Das bedeutet: Nur ein relativ kleiner Teil des weltweiten Goldbesitzes ist tatsächlich am freien Markt kurzfristig handelbar. Zentralbanken verkaufen ihre Goldvorräte in normalen Zeiten selten – und seit einigen Jahren ist das Gegenteil zu beobachten: Die globalen Notenbanken kaufen so viel Gold wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Stellen Sie sich vor, sämtliche Zentralbanken würden ihre Goldvorräte gleichzeitig verkaufen – der Goldpreis würde innerhalb kürzester Zeit einbrechen. Umgekehrt treibt das aktuelle Kaufverhalten der Notenbanken den Preis nach oben.
Angebot und Nachfrage von Gold
Gold-Angebot
- Die jährliche Goldförderung liegt aktuell bei rund 3.600 Tonnen pro Jahr
- Hinzu kommen etwa 1.300 Tonnen aus dem Recycling von Altgold
- Anders als in der Vergangenheit verkaufen Zentralbanken heute kaum noch Gold – sie sind seit 2010 Netto-Käufer und haben seit 2022 mehr als 1.000 Tonnen pro Jahr erworben. Das Angebot aus dieser Quelle ist also praktisch weggefallen
- Dies ergibt ein Gesamtangebot von rund 4.900 Tonnen Gold, das dem Markt jährlich neu zur Verfügung steht
Die förderfähigen Reserven werden vom US Geological Survey auf rund 59.000 Tonnen geschätzt. Rechnerisch könnte bei gleichbleibender Fördermenge also noch etwa 16 Jahre weitergefördert werden – in der Praxis dürften neue Lagerstätten und verbesserte Fördertechnologien diesen Zeitraum allerdings erheblich verlängern.
Gold-Nachfrage
- Rund 2.200 Tonnen werden in der Schmuckindustrie benötigt
- Rund 350 Tonnen gehen in Technologie und Industrie (Elektronik, Medizintechnik, Zahnmedizin)
- Rund 1.050 Tonnen werden von Privatanlegern, ETFs und Fonds nachgefragt
- Mehr als 1.000 Tonnen werden von Zentralbanken gekauft
- Die Gesamtnachfrage liegt daher bei rund 4.600 bis 4.800 Tonnen Gold pro Jahr
Auffällig ist, dass der Anteil der Investment- und Zentralbanknachfrage in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist, während die Schmucknachfrage – vor allem aufgrund der hohen Preise – leicht zurückgegangen ist. Diese Verschiebung erklärt, warum der Goldpreis heute stärker auf monetäre und geopolitische Faktoren reagiert als auf klassische Konsumentendaten.
Wikipedia hat übrigens sehr viele Tabellen und Grafiken zum Thema Gold zu bieten. Wenn Sie interessiert sind, sollten Sie einen Blick wagen.
Goldproduktion bzw. Goldabbau
Gold wird seit Jahrtausenden verwendet und gefördert. Ebenso lange wird vermutlich versucht, Gold künstlich herzustellen. Aufgrund des technischen Fortschritts ist das heute im Labor sogar möglich – allerdings wirtschaftlich völlig unrentabel, weil die Herstellungskosten ein Vielfaches des Marktpreises betragen.
Die primäre Form der Goldgewinnung wird also auch in den kommenden Jahren der klassische Goldabbau in Minen bleiben.
Südafrika war bis 2007 der größte Goldproduzent der Welt – nicht umsonst lautet der Spitzname von Johannesburg „Golden City“. 2007 wurde Südafrika jedoch von China überholt, das seitdem den Spitzenplatz hält. Aktuell verteilt sich die globale Goldförderung grob wie folgt: China (~370 t), Russland (~310 t), Australien (~290 t), Kanada (~200 t) und die USA (~170 t). Südafrika findet sich mittlerweile nur noch unter den Top 12 der Goldproduzenten.
Durch den stark gestiegenen Goldpreis und technische Innovationen ist mittlerweile sogar der Abbau von Gestein mit einer Golddichte von 1 ppm – also 1 Gramm pro Tonne – rentabel.
Schätzungen zufolge arbeiten weltweit rund 45 Millionen Menschen im handwerklichen Kleinbergbau von Gold (Artisanal and Small-Scale Gold Mining, ASGM), oft unter prekären Bedingungen. Die industrielle Minenbranche beschäftigt weitere ein bis zwei Millionen Menschen. Damit hängen direkt oder indirekt mehrere hundert Millionen Menschen in Entwicklungsländern von der Goldförderung ab.
Wie geht es weiter?
Wir denken, dass wir Sie fürs Erste genug mit Fakten und Zahlen zum Thema Gold versorgt haben. Das ist allerdings noch nicht alles, was wir zum Thema Gold geplant haben. Sie werden noch mehr hören über den Handel mit Gold, den Goldpreis und natürlich wie sich Gold als Investment für Kleinanleger eignet.
Eine Übersicht und weitere Folgen zum Thema Gold finden Sie hier:
- Folge 45 – Die ultimative Gold Zusammenfassung
- Folge 36 – Der Goldpreis
- Folge 37 – Die Rendite von Gold
- Folge 38 – Wie Gold kaufen?
- Historischer Goldpreis


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