Interview mit Vermögensberater Stefan Schuster

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Interview mit Vermögensberater Stefan Schuster

Wir hatten die Möglichkeit mit Stefan Schuster, Vermögensberater und Autor, ein Interview zu führen. Wir hoffen, dass Sie dadurch einen noch besseren Einblick in die Geldanlage und Vermögensberatung bekommen und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

DieKleinanleger: Hallo Stefan! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst und für uns ein paar Fragen zu Deinen Buch „Veranlagen leicht gemacht: So einfach lassen Sie Ihr Vermögen wachsen“ bzw. zu Deiner Person beantwortest. Erzähl uns doch bitte, wie Du in die Welt der Finanzen geraten bist. Wann hast Du Deine erste Aktie gekauft?

Vermögensberater und Autor Stefan Schuster

Vermögensberater und Autor Stefan Schuster

Stefan Schuster: Vielen Dank für die Einladung. Ich kann mich erinnern, dass mich mein Vater zu einem Banktermin mitnahm, es war im Herbst 1997, damals war  ich 12 Jahre alt. Es ging in dem Termin um Veranlagung und der Bankbetreuer stellte meinem Vater einige Investmentfonds vor. Von diesen war ich sofort so fasziniert, dass ich mir sofort sämtliche Factsheets mit nach Hause nahm um sie zu studieren. Als ich meine Wahl getroffen hatte, kaufte ich meine ersten Aktien- und Anleihenfonds.

DieKleinanleger: Um was geht es in Deinem Buch? Wodurch unterscheidet es sich von den zahlreichen Angeboten auf den Markt? Was ist Dein Geheimnis?

Stefan Schuster: „Veranlagen leicht gemacht“ ist ein Praxisguide, welcher sich speziell an Privatanleger richtet. Die theoretischen Ausführungen beschränke ich auf ein Minimum, gerade soviel wie nötig ist, um die beschriebenen Strategien in die Tat umsetzen zu können. Theoretische Abhandlungen zu dem Thema gibt es sowieso wie Sand am Meer, da kann sich jeder Leser ja noch weiter informieren, wenn er möchte. Das Besondere an meinem Buch ist, dass meine vorgeschlagenen Maßnahmen enorm einfach umzusetzen sind und sich damit herausragende Veranlagungsergebnisse erzielen lassen. Und dafür musste ich das Rad nicht neu erfinden, viele der Tipps und Tricks sind eigentlich komplett einleuchtend, wie z.B. die Wertpapierprodukte zu vergleichen und die Besten zu wählen. Im Netz gibt es so unendlich viel Informationen die einem helfen, die richtige Entscheidung zu treffen, ich gebe eine Anleitung, wie diese effektiv zu nutzen sind.

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DieKleinanleger: Du schreibst auf Deiner veranlagung.net, dass es für Anleger unabdingbar sei, die Kosten des Anlegens zu minimieren. Diese Nachricht scheint noch nicht ganz bei den Anlegern angekommen zu sein, oder? Immerhin bevorzugen viele Kleinanleger immer noch die „Dienste“ ihrer altgewohnten Hausbank.

Stefan Schuster: Das ist wirklich ein seltsames Phänomen. Bei so gut wie jeder größeren Anschaffung, sei es ein Smartphone, eine Waschmaschine, ein Fernseher oder was auch immer, vergleichen viele Konsumenten heutzutage die Qualität der Angebote sowie die Preise. Doch gerade in einem Bereich, in welchem das besonders wichtig wäre, nämlich der Vermögensanlagen, hat sich dieses Verhalten anscheinend noch nicht etabliert. Noch immer vertrauen viele Kunden ihrer Hausbank, bei welcher sie

  • mittelmäßige Beratungsqualität erhalten, da die Berater in der Bank einfach zu viele verschiedene Produktgruppen beraten müssen und das Wertpapier-Know-How daher begrenzt ist.
  • schwache Produkte erhalten, da meist nur die hauseigenen Wertpapierprodukte verkauft werden und diese im internationalen Vergleich absolut nicht mithalten können.
  • überhöhte Preise für all das bezahlen, da viele Kunden einfach noch immer durch exzessives Marketing und Gewohnheit an die Hausbanken gebunden sind, obwohl sich mit nur ein wenig Vergleichsarbeit deutlich bessere und günstigere Angebote finden ließen.

Ich frage mich manchmal was noch alles passieren muss, bis sich dieses Verhalten ändern wird. Es ist ein langwieriger Prozess, doch langsam aber sicher kehrt etwas mehr Sensibilität für dieses Thema bei den Anlegern ein. Was den Banken auch in die Karten spielt, ist, dass sich viele Kunden alleine über das Thema Wertpapierveranlagung nicht drüber trauen und qualitativ hochwertige Vermögensberatung zu einem angemessenen Preis für kleine und mittlere Anleger kaum zu bekommen ist. Doch genau an diesem Punkt setze ich mit meiner Firma veranlagung.net an.

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DieKleinanleger: Wie sieht Deiner Meinung nach eine professionelle Vermögensberatung aus? Wie gehst Du im täglichen Leben mit Interessenskonflikten durch Provisionen, versteckte Gebühren und Kickback-Zahlungen um? Was unterscheidet Dein Angebot von dem der Hausbank?

Stefan Schuster: Der große Unterschied ist, dass ich keine Produkte verkaufe, sondern Lösungen. Ich biete ein qualitativ hochwertiges Gesamtkonzept zur erfolgreichen Geldanlage an. Im ersten Schritt screene ich den gesamten Markt an Wertpapierprodukten und filtere die besten Produkte der Anlageklassen Aktien, Anleihen, Immobilien und Gold heraus. Aus diesen Top-Produkten stelle ich dann, angepasst an die individuellen Kundenbedürfnisse wie z.B. Anlagehorizont, Risikoneigung usw., ein effizientes Portfolio zusammen. Das bedeutet, ich nutze den Diversifikationseffekt zwischen den verschiedenen Anlageklassen um ein Wertpapierportfolio zu erstellen, welches das ideale Verhältnis zwischen Ertrag und Risiko aufweist. Diese Strategie basiert auf der Modernen Portfoliotheorie nach Harry Max Markowitz, für welche dieser 1990 mit den Wirtschaftsnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Den Interessenkonflikt durch Provisionen eliminiere ich komplett, da ich keine Provisionen verrechne. Stattdessen erfolgt meine Entlohnung in Form einer 100%ig transparenten Service-Fee. Kickback-Zahlungen spielen für mich keine Rolle bei der Produktauswahl, gewählt werden die Produkte der höchsten Qualität, oft sind das auch Produkte welche niedrige bzw. gar keine Kickback-Zahlungen aufweisen. Dank meines Geschäftsmodells bin ich auf diese Zahlungen nicht angewiesen.

DieKleinanleger: Wir bekennen immer gerne, dass wir Fans von kostengünstigen und transparent agierenden ETFs für die „Grundversorgung“ eines Kleinanleger-Portfolios sind. Wie stehst Du zu ETFs, die immerhin auch einen Teil Deiner Arbeit erledigen? Wo siehst Du den Vorteil von aktiven Management gegenüber einer passiven Veranlagungsstrategie?

Stefan Schuster: Ich bin ebenfalls ein großer Verfechter von ETFs. Wenn ich in einem Segment keinen eindeutig herausragenden aktiv gemanagten Fonds finde, greife ich auf ETFs zurück. Mit einem ETF ist man im Zweifelsfall dank des Kostenvorteils auf der sicheren Seite. Bei den aktiv gemanagten Fonds ist es deutlich schwieriger die wahren Perlen herauzufiltern, immerhin schaffen es rund 90% aller aktiv gemanagten Fonds nicht, ihre Benchmark zu schlagen. Doch genau darin besteht der große Wert meiner Dienstleistung und meines ebooks „Veranlagen leicht gemacht“. Langfristig hervorragende Investmentergebnisse von aktiven Managern sind kein Zufall. Es gibt dafür bestimmte Voraussetzungen, welche sich analysieren lassen. So ist es möglich die Top-Performer jedes Segments zu finden und somit einen Mehrertrag gegenüber der Benchmark zu erzielen.

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DieKleinanleger: Und zum Abschluss noch: Was war Dein bis dato bestes und schlechtestes Investment?

Stefan Schuster: Das schlechteste waren bestimmt die Goldminenaktien Barrick Gold und Newmont Mining, in 2012 als der Goldpreis in Sphären zwischen 1600 und 1800 USD schwebte. Damals war ich noch im Bankbereich tätig und ich hab mich zu sehr von unserem Chefanalysten beeinflussen lassen, welcher ein fanatischer Goldverfechter war. Er meinte, dass die Diskrepanz zwischen dem starken Anstieg im Goldpreis und dem verhältnismäßig schwachen Anstieg der Goldminenaktien geschlossen werden müsste. Tja, er hatte sich geirrt, zum Glück war mein Investment nicht allzu groß, von der Anlage in Goldminen nehme ich seither großen Abstand.

Mein bestes Investment war in die Tech- bzw. Internetgiganten Apple, Amazon und Google. Diese Aktien halte ich schon seit über 5 Jahren und sie bereiten mir immer wieder aufs Neue große Freude.

DieKleinanleger: Vielen Dank für das Interview. DieKleinanleger wünschen Dir weiterhin alles Gute.

Gewinnspiel: Stefan war so freundlich und hat uns erlaubt unter all unseren NewsletterAbonnenten zwei Exemplare seines Buches zu verlosen. Registrieren Sie sich noch bis zum 31. Mai 2015 um am Gewinnspiel teilnehmen zu können.


Die Eintragung erfolgt selbstverständlich kostenlosund wir geben Ihre E-Mail Adresse niemals weiter.

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5 Comments

  1. Ich sehe das auch so, dass der Honorarberatung im Geldanlagebereich die Zukunft gehört. Wenn der Berater ein Honorar erhält, kann er beruhigt ETFs empfehlen, ohne Angst haben zu müssen, dass er nichts verdient. Leider tun sich viele Menschen in Deutschland schwer, für Dienstleistungen auch mal tiefer in die Tasche zu greifen, während die Anschaffung auch teurerer Konsumgüter für viele Menschen meist kein Problem ist. Ich glaube, da muss noch ein Umdenken stattfinden.

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    • Ich stimme dir Hier voll und ganz zu. Die Ausgaben für einen Honorarberater werden erst mal als Ausgabe und nicht als Investition gesehen. Die Provisionen die der Bankproduktverkäufer bekommt an den man kein Honorar bezahlen muss, sind versteckt und somit ist der Service vermeintlich kostenlos. Im Endeffekt entscheidet sich der Bankproduktverkäufer dann wohl eher für das Produkt mit der höheren Provision und nicht für das Beste für den Kunden.

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  2. Ich stimme Dr. Jürgen Nawatzki voll zu. Wenn es um Dienstleistungen geht, da halten sich die Leute noch zurück und sind nicht bereit mehr zu investieren, als es nötig ist. Jedoch der Konsumwahn von teuren Produkten zeigt weiterhin einen aufwärts Trend, und da hat man nicht Schwierigkeit das Geld bereit zu stellen.

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  3. Heutzutage sind die Leute noch verschlossen und schätzen wenig gute Dienstleistungen. Die Menschen sehen es nicht als Investition, sondern als Ausgabe.

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  4. Ich Teile durchaus Eure Meinung, gerade wenn es um Dienstleistungen geht, sind viele sehr reserviert und prüfen jede einzelne Kleinigkeit wohl genau, doch beim Anschaffung von teuren Gütern ist man wohl bereit größere Summen, ohne zu überlegen auf den Tisch zu legen. Der Status ist weiterhin wichtig.

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