Am 09. Juni 2014 erreichte der DAX seinen damaligen Höchststand mit einem Wert von 10.008 Punkten, der die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten durchbrochen hat. Vor knapp etwa vier Monaten erschienen die Zukunftsaussichten gut: Die Konjunktur hatte Fahrt aufgenommen, die Kauflaune der Menschen stieg und auch die bedeutenden Konjunkturbarometer zogen nach oben. Inzwischen hat sich die Lage aber leicht eingetrübt, insbesondere wegen der Irritationen um den Konflikt in der Ukraine. Zudem ist es unklar, wie es politisch im Nahen Osten weitergeht, der zu den wichtigsten Ölförderregionen gehört.
Infolge dieser politischen Irritationen hat der DAX insbesondere in den letzten vier Wochen erheblich an Wert verloren. Von etwa 9.800 Punkten hat er knapp über 12 Prozent abgegeben und notierte bei einem Wert von nur noch 8.570 Punkten. Freitagvormittag begann eine Kurserholung, so dass der DAX bereits wieder bei 8.622 Punkten notierte. Anhand dieser doch recht hohen Schwankungsbreite (Volatilität genannt) stellen sich viele Anleger die Frage, ob es denn Kriterien oder Kennzahlen geben könnte, mit denen die Attraktivität oder die Preiswürdigkeit eines Investments aktuell oder im historischen Vergleich betrachtet werden kann.
Entscheidend ist eine Verhältniszahl zwischen Kaufpreis oder Kurs und jährlichem Gewinn
Erstaunlicherweise gibt es eine mathematische Kennzahl, die zwar bei unterschiedlichen Investments anders benannt wird, aber eine gleich hohe Aussagekraft hat. Im Bereich der Immobilien werden insbesondere bei Mehrfamilienhäusern vergleichbare, beinahe identische Objekte anhand ihres Verhältnisses der erzielbaren Nettomiete im Vergleich zum Kaufpreis bewertet. Bei Aktien und Aktienindices gibt es eine ähnliche Kennzahl, die hier Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) heißt.
Je niedriger diese Zahl ist, desto attraktiver erscheint das Investment für die Anleger! Ein extremes Beispiel eines als überkauft bezeichneten Marktes macht dies deutlich: Japanische Aktien notierten zu ihrer Blütezeit bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von weit über 30, was als vergleichsweise teuer galt. Wer dieses Kriterium im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung betrachtete, der konnte mit dem Einstieg in den japanischen Markt warten und die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich günstiger bekommen.
Beim damaligen DAX-Stand hatten einige Schwergewichte wie die Volkswagen-Aktie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von weit unter 10 (damals sogar unter 7), was als sehr günstig gilt. Lediglich Unternehmen, bei denen sehr viel Marktphantasie im Spiel ist, erreichen KGV-Bewertungen weit über 30 oder sogar über 150. Dann ist die große Hoffnung im Kurs eingepreist, dass die wachsenden Marktanteile sich irgendwann im Gewinn auszahlen werden.
Der Vergleich mit Festverzinslichen verdeutlicht den günstigen DAX
Wer sich die Bundeswertpapiere beispielsweise mit einer Laufzeit von knapp 4 Jahren ansieht, der wird eine wesentlich höhere Kennzahl des Emissionspreises und des jährlichen Kupons entdecken. Bei einem Zinskupon von nur 0,50 € auf 100 € Kurs ergibt sich ein KGV von sage und schreibe 200. Damit ist das Bundeswertpapier aus der Perspektive der Kurs-Gewinn-Kennzahlen mehr als 20- oder 30-mal teurer als die DAX-Werte.
Ähnlich sieht dies bei der Kennzahl „Kurs-Buchwert-Verhältnis“ aus. In den Börsenportalen finden sich meist nach der Eingabe der Wertpapierkennnummer Angaben zum Kurs-Buch-Verhältnis. Die Analysten berechnen aus dem vorgelegten Jahresabschluss die vorhandenen Sachwerte und teilen diese durch die Anzahl der ausgegebenen Aktien. Der aktuelle Börsenkurs wird durch diesen Substanzwert pro Aktie geteilt und ergibt eine Bewertungskennziffer.
Aus Sicht dieser beiden Kennzahlen erscheint eine Investition in den DAX aus vielerlei Hinsicht sinnvoll: Zum einen beteiligt sich der Anleger durch den Kauf des Indexes rechnerisch an der Wertentwicklung der bedeutendsten Unternehmen in Deutschland. Zudem sind die Transaktionskosten bei modernen Online-Brokern außerordentlich günstig. Aus diesem Grund empfehlen wir, in einen DAX-ETF zu investieren. Wie man das am besten macht, können Sie in unserem Artikel „DAX Indexfonds“ nachlesen.
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