Was bedeutet at-the-money?

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Was bedeutet at-the-money?

Die Formulierung „at-the-money“ ist an der Börse im Zusammenhang mit Optionen und dem Vergleich des aktuellen Börsenkurses des Basiswertpapiers und des Bezugspreises der Option zu finden. Wenn Sie sich der Formulierung nähern möchten, dann beginnen Sie am besten mit unserer Folge #33 „Wie Sie Aktien mit Hebel kaufen – Aktienoptionen„.

Der Begriff „at-the-money“ und dessen Bedeutung

Die Begriffe „im Geld“, „aus dem Geld“ und „am-Geld“ (at-the-money“ beziehen sich auf den Unterschied bzw. die Differenz zwischen dem Ausübungspreis der Option und der aktuellen Börsennotierung. Die Option hat damit schon einen niedrigen bis mittleren inneren Wert, der eben aus dem Vorteil der Wahrnehmung der Option resultieren würde.

Die mathematische Nähe zwischen Option und Basiswertpapier bedeutet, dass Sie zwar in eine Wertpapierart mit einem höheren Risiko (und einer höheren Chance) als Aktien investieren, der Hebel aber noch nicht ausgesprochen groß bzw. den maximalen Wert erreicht. Dies liegt daran, dass es für beide Seiten wahrscheinlich ist, dass der Käufer der Option diese am Laufzeitende bzw. Verfallstag ausübt.

Jeder Euro Kursbewegung hat dann die folgenden Auswirkungen:

  • Bei einer Call-Option „at-the-money“ spiegelt sich jede Kursbewegung des Basiswertpapiers nach oben in einem steigenden inneren Wert (und bei gleichbleibenden übrigen Daten auch Börsenbewertung) der Option wider. Die Kursbewegung des Basiswertes nach unten führt zu einem Sinken des Kurses der Option. Allerdings geht dieser Kursverlust – anders als bei dem Investment in CFDs – bei den hier betrachteten klassischen Aktien-Optionen für die Käufer niemals über den verwendeten Betrag hinaus. Im Extremfall kann die Option nur noch mit 0,01 Euro notieren oder auch wertlos werden.
  • Bei der Put-Option findet exakt die gegenläufige Bewegung statt, da diese mit Kursverlusten des Basis-Wertpapiers für den Inhaber der Option immer wertvoller werden.
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Indirekte Auswirkungen auf die weiteren Kennzahlen

Die Eigenschaft, dass eine Option „at-the-money“ ist, ändert sich ständig mit der Veränderung der Börsennotierung des Basis-Wertpapiers. Deshalb hat diese Eigenschaft nur ein paar indirekte Auswirkungen und ist anders als beispielsweise ein Zinssatz und der daraus entstehende Zinsbetrag nicht direkt miteinander gekoppelt. Die Optionen, die „at-the-money“ sind, haben aber meistens die folgenden Eigenschaften:

  1. Ihre Börsennotierung besteht aus dem inneren Wert, dem Zeitwert und der Risikoprämie (analog der Berechnung nach dem Black-Scholes-Modell). Sie ist im Vergleich zu den Optionen, die aus dem Geld sind, höher. Die Börsennotierung nähert sich nicht dem Nullwert an.
  2. Damit können Anleger bei gleichem Investitionsbetrag und gleichem Bezugsverhältnis zwischen Aktien-Option und Basiswert nur eine geringere Anzahl an Optionen kaufen. Der Hebel der Investition ist also geringer.
  3. Aktien, die „am-Geld“ sind, werden sehr häufig gehandelt. Anders als Optionen, bei denen der Bezugspreis 20 oder mehr Prozent entfernt liegt, besteht ja eine realistische Chance, dass dieses Investment Erträge bringen kann. Optionen, die sehr weit aus dem Geld sind, sind dann eher etwas für die Minderheit der extrem risikofreudigen Investoren. Diese setzen dann beispielsweise auf eine Produktinnovation oder Marktumwälzung, die einen Markt sehr schnell nach oben (Call-Option) oder unten (Put-Option) katapultieren wird.

Zusammengefasst kann deshalb gesagt werden, dass der Begriff „at-the-money“ ein vergleichsweise unbestimmter Begriff ist und im Endeffekt zu einer Einordnung des aktuellen Börsenkurses und des Basiskurses des Wertpapiers führen kann.

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