Was ist der NASDAQ?

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Was ist der NASDAQ?

Wenn unter Börsianern vom „NASDAQ“ die Rede ist, meinen sie damit in der Regel den Nasdaq Composite Aktienindex. Dabei handelt es sich um den größten Aktienindex an der US-Technologiebörse NASDAQ, in dem mehr als 3.000 verschiedene Unternehmen aus dem Technologiesektor gelistet sind. Eine besondere Bedeutung hat der Index auch als Frühindikator für Trends am Aktienmarkt.

Die NASDAQ – vollelektronischer Aktienhandel seit 1971

Der Name des Nasdaq Composite leitet sich von der Bezeichnung der größten elektronischen Börse der USA ab, die ihren Sitz am Times Square in New York hat. Die Börse wurde im Jahr 1971 von der National Association of Securities Dealers (NASD) gegründet. Vom Namen dieser Organisation beziehungsweise der Abkürzung dafür leitet sich auch der Name NASDAQ ab. Die Buchstaben A und Q stehen dabei für „Automated Quotations“ und spielen darauf an, dass es sich bei dieser Börse von Anfang an um eine vollelektronische Handelsplattform handelte. Betreiber der NASDAQ ist seit dem Februar 2008 die NASDAQ OMX Group, Inc. Für die Kontrolle des an der NASDAQ stattfindenden Wertpapierhandels ist die United States Securities and Exchange Commission (SEC) zuständig.

Nasdaq Composite und Nasdaq-100

Der Nasdaq Composite Index sollte nicht mit dem Nasdaq-100 verwechselt werden, der jeweils die 100 Technologieaktien umfasst, die die höchste Marktkapitalisierung aufweisen. Im Unterschied dazu spiegelt der Nasdaq Composite die Wertentwicklung sämtlicher Aktien wider, die an der NASDAQ gehandelt werden. Es handelt sich um einen Kursindex, bei dem der jeweilige Indexstand ausschließlich anhand der Aktienkurse der im Index enthaltenen Titel errechnet und lediglich um Erträge aus Sonderzahlungen und Bezugsrechten bereinigt wird. Kapitalmaßnahmen – beispielsweise Aktiensplits – beeinflussen den Index nicht und führen daher auch nicht zu Verzerrungen. Während der börsentäglichen Handelszeiten an der NASDAQ wird die Berechnung des Nasdaq Composite einmal pro Sekunde aktualisiert.

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Ein Blick auf die Historie

Der Nasdaq Composite ist am 5. Februar 1971 zum ersten Mal veröffentlicht worden. Der damalige Stand entspricht der Indexbasis von 100 Punkten. Um historische Langzeitvergleiche zu ermöglichen, wurde der Index auf monatlicher Basis bis ins Jahr 1938 zurückgerechnet. Seinen bislang größten Einbruch innerhalb eines Tages verbuchte der Nasdaq Composite mit einem Minus von 11,35 Prozent am 19. Oktober 1987, dem sogenannten Schwarzen Montag. Damals hatte der Dow Jones Industrial Average Index an der New York Stock Exchange binnen eines Tages 22,6 Prozent verloren. Der bislang höchste Tagesgewinn des Nasdaq Composite wurde dagegen am 3. Januar 2001 mit einem Plus von 14,17 registriert. Wichtige Meilensteine in der Entwicklung des Nasdaq Composite waren das erstmalige Überschreiten der Marken von 1. 000 Punkten am 17. Juli 1995 und von 2.000 Punkten am 16. Juli 1998. Die 3.000-Punkte-Marke wurde am 3. November 1999 überwunden und nur wenig später, am 29. Dezember 1999, schloss der Index erstmalig oberhalb von 4.000 Punkten. In dieser Dynamik zeichnete sich bereits die sogenannte Dotcom-Blase ab, eine schwerpunktmäßig den Technologiesektor und die „New Economy“ betreffende Spekulationsblase, die schließlich im Frühjahr 2000 ihren Höhepunkt erreichte. Nachdem der Index am 9. März 2000 die Marke von 5.000 Punkten überschritten und einen Tag später mit 5.048,62 Punkten sein bisheriges Allzeithoch erreicht hatte, gab er in den folgenden Monaten deutlich nach und verlor bis zum 9. Oktober 2002 insgesamt 77,9 Prozent. Nach einer darauffolgenden Erholungsphase, die bis ins Jahr 2007 anhielt, folgten im Umfeld der von den US-Hypotheken- und Immobilienmärkten ausgehenden internationalen Finanzkrise erneut deutliche Einbrüche. Im September 2008 schloss der Index erstmals seit 2005 wieder bei weniger als 2.000 Punkten, konnte in den folgenden Jahren aber wieder deutlich hinzugewinnen.

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Der Nasdaq Composite als Frühindikator für die Aktienmarktentwicklung

Der Technologieaktien umfassende Nasdaq Composite sowie der Dow Jones Utility Average, der die 15 größten börsennotierten Versorgungsunternehmen der USA umfasst, gelten unter den verschiedenen Aktienindizes als gute Frühindikatoren. Die Auswertung der bisherigen Entwicklung zeigt, dass meist mit einem weltweiten Rückgang der Aktienkurse zu rechnen war, wenn beide Indizes auf ein 18-Wochen-Tief zurückgefallen waren. Umgekehrt folgte meist ein allgemeiner Aufwärtstrend, wenn sie ein 13-Wochen-Hoch erreichten. Die Gewinne der Versorgungsunternehmen weisen in der Regel keine großen Schwankungen auf, weshalb der Dow Jones Utility Average als berechenbarer Indikator dafür gilt, ob Aktien in einer bestimmten Marktsituation gegenüber verzinslichen Wertpapieren tendenziell unter- oder überbewertet sind. Im Unterschied dazu unterliegen die im Nasdaq Composite enthaltenen Technologieaktien weitaus stärkeren Kursschwankungen und reagieren daher auch wesentlich schneller auf bevorstehende Bullenmärkte oder drohende Bärenmärkte.

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