Was ist der X-DAX?

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Was ist der X-DAX?

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Der DAX ist für viele Anlegerinnen und Anleger der wichtigste Bezugspunkt am deutschen Aktienmarkt. Berechnet wird er allerdings nur während der offiziellen Xetra-Handelszeiten. Wer die Marktentwicklung außerhalb dieser Zeiten verfolgen will – etwa abends, wenn die US-Börsen den globalen Handel dominieren – braucht einen Hilfsindikator. Der bekannteste davon ist der X-DAX.

Der DAX im Überblick

Bevor wir zum X-DAX kommen, ein kurzer Blick auf den DAX selbst: Seit September 2021 umfasst der deutsche Leitindex nicht mehr 30, sondern 40 Unternehmen. Berechnet wird er auf Basis der Xetra-Handelsdaten der Deutschen Börse, im Sekundentakt während der Haupthandelszeit. Wer noch mehr zum DAX wissen will, findet in unserem DAX-Grundlagenartikel eine ausführliche Erklärung.

Die Xetra-Handelszeiten

Die kontinuierliche DAX-Berechnung beginnt börsentäglich um 9:00 Uhr (MEZ bzw. MESZ im Sommer). Die ersten DAX-Werte werden veröffentlicht, sobald für alle DAX-Unternehmen Eröffnungskurse vorliegen – spätestens jedoch um 9:03 Uhr. Liegen bis dahin nicht alle Kurse vor, wird auf die Schlusskurse des Vortages zurückgegriffen.

Um 17:30 Uhr beginnt die sogenannte Schlussauktion, die in der Regel 5 bis 15 Minuten dauert. Erst nach deren Ende stehen die offiziellen Schlusskurse fest. Diese Zeitspanne von 9:00 bis circa 17:45 Uhr nennt man in der Fachsprache der Börse die „Xetra-Zeiten“.

Warum es Indikatoren außerhalb der Xetra-Zeiten braucht

Der Aktienhandel endet nicht um 17:30 Uhr. US-Börsen wie NYSE und Nasdaq sind dann gerade erst geöffnet, und ihre Bewegungen wirken sich unmittelbar auf europäische Aktien aus. Auch vor 9:00 Uhr morgens gibt es bereits Handelsaktivität – etwa über regionale Börsenplätze oder im außerbörslichen Handel. Damit Anleger die DAX-Entwicklung trotzdem verfolgen können, hat die Deutsche Börse zwei Hilfsindikatoren etabliert: den L/E-DAX und den X-DAX.

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Der L/E-DAX

Der L/E-DAX wird morgens zwischen 8:00 und 9:00 Uhr berechnet sowie abends zwischen 17:45 und 20:00 Uhr. Die Verzögerung nach 17:30 Uhr erklärt sich durch die Schlussauktion. „L/E“ steht für „Late/Early“ – also den späten und frühen Randhandel. Bis 2011 gab es nur den L-DAX (Late-DAX); dieser wird heute nicht mehr verwendet.

Berechnet wird der L/E-DAX nach der gleichen Indexformel wie der DAX selbst, ebenfalls auf Basis der Xetra-Kurse. Da außerhalb der Xetra-Zeiten aber nur wenige Trades stattfinden, ist seine Aussagekraft begrenzt.

Der X-DAX

Der X-DAX deckt eine deutlich längere Zeitspanne ab: Er wird von 8:00 bis 9:00 Uhr sowie von 17:45 bis 22:00 Uhr berechnet. Damit erfasst er nicht nur den deutschen Vor- und Nachbörsenhandel, sondern auch große Teile der US-Handelszeiten – ein entscheidender Vorteil gegenüber dem L/E-DAX.

Der zentrale Unterschied liegt aber in der Berechnungsgrundlage: Der X-DAX basiert nicht auf Xetra-Aktienkursen, sondern auf den Preisen der DAX-Futures an der EUREX. Hinzu kommen weitere Größen wie der EURIBOR-Referenzzinssatz, die in die Berechnung einfließen.

L/E-DAX oder X-DAX – was ist zuverlässiger?

Als Indikator für die voraussichtliche DAX-Eröffnung am nächsten Handelstag gilt der X-DAX als die deutlich verlässlichere Größe. Da er sich aus liquiden Futures-Daten speist, reagiert er sensibler und schneller auf neue Marktinformationen. Der L/E-DAX hingegen leidet unter der dünnen Liquidität im außerbörslichen Aktienhandel und liefert nur eingeschränkte Hinweise auf die tatsächliche Marktentwicklung.

Wer also abends nach Börsenschluss wissen will, wo der DAX am nächsten Morgen voraussichtlich eröffnet, sollte einen Blick auf den X-DAX werfen – nicht auf den L/E-DAX.

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