Wie finde ich den richtigen bzw. günstigsten Broker?

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Wie finde ich den richtigen bzw. günstigsten Broker?

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Den günstigsten Broker zu finden ist einfach — den richtigen zu finden, erfordert etwas mehr. Denn günstig ist relativ: Trade Republic kostet 1 Euro pro Order und ist für Sparpläne unschlagbar — aber für einen Profi-Trader, der US-Optionen handelt, wäre das nicht die richtige Wahl. Dieser Beitrag gibt einen klaren Entscheidungsrahmen.

Schritt 1: Definieren Sie Ihren Anlegertyp

Drei ehrliche Fragen vor dem Broker-Vergleich:

  • Wie oft handeln Sie? Einmal monatlich per Sparplan, gelegentlich bei Einzelkäufen, oder mehrmals pro Woche aktiv?
  • Welche Produkte benötigen Sie? ETFs und Aktien reichen für die meisten Privatanleger vollständig. Optionen, Futures oder internationale Märkte erfordern spezialisierte Broker.
  • Wie groß sind Ihre typischen Orders? Unter 500 Euro: Pauschalgebühren (Trade Republic 1 €, Scalable Capital 0,99 €) sind ideal. Ab 5.000 Euro: Prozentuale Gebühren wie bei LYNX (0,14 %) werden relativ günstiger.

Schritt 2: Die vier wichtigsten Auswahlkriterien

KriteriumWorauf achten
Ordergebühr und SparplankostenPauschal oder prozentual? Mindestgebühr? Sparplan kostenlos und ab welchem Betrag?
Produktangebot und HandelsplätzeGewünschte Märkte verfügbar? ETF-Auswahl ausreichend? Market Maker oder direkter Börsenzugang?
Sicherheit und RegulierungBaFin-Lizenz vorhanden? Einlagensicherungssystem klar? Wertpapiere als Sondervermögen?
ZusatzleistungenWird Guthaben verzinst? Telefon-Support erreichbar? Steuerdokumente automatisch erstellt?

Schritt 3: Die richtige Wahl nach Anlegertyp

AnlegertypEmpfehlungWarum
Einsteiger, ETF-SparplanTrade Republic1 € pauschal, kostenloser Sparplan, Tagesgeld verzinst, einfachste App
Aktiver Anleger, Tagesgeld + großes ETF-AngebotScalable Capital2,0 % Zinsen auch im FREE Broker, 2.700+ ETF-Sparpläne, PRIME+ Flatrate ab 6+ Orders
Vieltrader, Optionen, internationalLYNX135+ Märkte, Optionen ab 2 €/Kontrakt, TWS-Plattform, Telefonsupport auf Deutsch
Profis, US-Märkte, internationales DepotCapTraderIB-Infrastruktur, sehr niedrige US-Kosten, sehr guter deutschsprachiger Service
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Was kostet ein Broker-Vergleich konkret?

Drei Szenarien, damit die Zahlen greifbar werden:

SzenarioTrade RepublicScalable FREELYNXFilialbank
ETF-Sparplan 100 €/Monat0 €0 €nicht verfügbar1,50 € (1,5 %)
Einzelkauf 500 € DE-Aktie1,00 €0,99 €5,80 € (Mindest)12–20 €
Einzelkauf 5.000 € DE-Aktie1,00 €0,99 €7,00 € (0,14 %)15–30 €

Gut zu sehen: LYNX ist bei kleinen Orders teurer als Neobroker, gleicht das bei großen Volumen und internationalen Märkten aber aus.

Warum die Hausbank keine Option ist

Filialbanken berechnen für Wertpapierorders typischerweise 10 bis 25 Euro pro Transaktion — dazu Depotführungsgebühren von 20 bis 60 Euro jährlich. Bei einem monatlichen Sparplan von 200 Euro über 20 Jahre macht das bei angenommener Marktrendite von 7 % einen Endvermögensunterschied von über 20.000 Euro aus. Der Wechsel zu einem Direktbroker ist per Gesetz kostenlos und dauert in der Praxis unter einer Stunde.

→ Trade Republic Depot eröffnen

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Häufige Fragen zur Broker-Wahl

Kann ich mehrere Broker gleichzeitig nutzen?
Ja — und das ist sogar sinnvoll. Viele Anleger nutzen Trade Republic oder Scalable Capital für den ETF-Sparplan und LYNX für aktiven Optionshandel. Es gibt keine Obergrenze für die Anzahl der Depots.

Was kostet ein Depotwechsel?
Nichts. Ein Depotübertrag ist in Deutschland per Gesetz für den Kunden kostenlos — der abgebende Broker darf keine Gebühr berechnen. Wertpapiere werden steuerneutral übertragen, Anschaffungskosten mitgenommen. Dauer: 2–4 Wochen.

Wie erkenne ich, ob ein Broker seriös ist?
BaFin-Lizenz im öffentlichen BaFin-Register prüfen, Einlagensicherungssystem klären, Sondervermögen-Status der Wertpapiere bestätigen. Alle in diesem Beitrag genannten Broker sind BaFin-reguliert oder werden von einer gleichwertigen EU-Behörde beaufsichtigt.

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Was ist der Unterschied zwischen Market Maker und direktem Börsenzugang?
Bei einem Market Maker (z. B. LS Exchange bei Trade Republic) stellt ein einziger Anbieter Kauf- und Verkaufskurse. An der Börse (z. B. XETRA) treffen echte Angebot und Nachfrage aufeinander. Für Standard-Aktien und ETFs ist der Unterschied bei liquiden Werten meist unter 0,1 % — bei großen Orders oder illiquiden Werten kann echter Börsenzugang günstiger sein.

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