Wie kann man ETFs kaufen?

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Wie kann man ETFs kaufen?

Jeder ETF ist ein eigenständiges Wertpapier – welches mit einer Wertpapierkennnummer oder ISIN versehen – an der Börse gehandelt wird. Die aus dem Englischen stammende Bezeichnung ETF bedeutet so etwas wie Exchange Traded Funds, also börsengehandelter Fonds. Den ETF kann der Anleger also bei jeder Bank und jedem Direktbroker (der günstigste dabei ist zurzeit CapTrader mit 4 € je Trade) durch das Aufgeben eines Wertpapierauftrags ordern. Im Gegensatz zu den geschlossenen Fonds investieren ETFs selber wieder in Wertpapiere, Indices oder in der Anlagestrategie beschriebene Geldanlagen. Die meisten davon werden ebenso börsentäglich gehandelt, so dass der Anleger jederzeit investieren oder auch wieder verkaufen kann.

Wir haben der Frage “Was ist ein ETF” bereits als Teil unserer Fondsreihe eine eigene Finanzwissen-Folge gewidment und möchten an dieser Stelle auf diese Verweisen:

Folge 69 – Was ist ein Exchange Traded Fund (ETF)?

Bei der Frage, wie der ETF gekauft werden soll spielt deshalb der Ablauf der Entscheidungsfindung und auch die etwaige Beratung durch den Bankberater eine entscheidende Rolle:

ETF als Sammelbegriff für ganz unterschiedliche Fondskategorien

Exchange Traded Funds bedeutet lediglich, dass die Fondsgesellschaft die hohen Anforderungen erfüllt, die von der Börsenaufsicht an ein an der Börse gehandeltes Produkt gestellt werden. Wie beispielsweise die Trennung des Fondsvermögens als Sondervermögen vom Vermögen der Bank oder der herausgebenden Fondsgesellschaft. Zudem wird der ETF anhand des Depotbestands täglich neu bewertet, so dass eine an den tatsächlichen Vermögenswerten entsprechende Kursstellung für den Rücknahmekurs und den Kaufkurs ermöglicht wird.

In einem ersten Schritt sollte sich der Anleger deshalb vergewissern, welchem Anlagezweck das Investment dienen soll und welche Anlagedauer geplant ist. ETFs, die in Aktien und Indices investieren, sind eher für einen längeren Zeitraum gedacht. In der langfristigen Berechnung haben Aktien eine wesentlich höhere Rendite als die klassischen Festverzinslichen, unterliegen aber auch mehr kurzfristigen Schwankungen. Für kürzere Anlagedauern empfehlen sich dann ETFs, die beispielsweise die verschiedenen Laufzeiten von festverzinslichen Wertpapieren nachbilden, um einen guten Ausgleich zwischen möglichst hohen Zinsen und Flexibilität der Reaktion auf Zinsschwankungen zu gewährleisten. Bei einem Beratungsgespräch in der Bank wird beim Kauf von Fonds oder ETFs meist auch zusätzlich ein Beratungsprotokoll ausgefüllt.

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Wertpapierverwaltung nach dem Kauf des ETF

Anders als bei den meisten geschlossenen Fonds, die ausschließlich bei der Fondsgesellschaft bzw. dem Emittenten verwaltet werden, werden die ETFs in einem Wertpapierdepot verwaltet. Dieses hält der Kunde bei einer Bank oder einem Direktbroker. Damit sind verschiedene Vorteile verbunden: Die tagesaktuelle Bewertung der ETFs ist im Gesamtdepotwert enthalten, so dass der Anleger keine aufwendigen manuellen Berechnungen des Gesamtvermögens mehr vornehmen muss. Zusätzlich werden Porftolio-Betrachtungen wie beispielsweise die Aufteilung in Wertpapierkategorien leichter nachvollziehbar. Dank der Aufbewahrung der ETFs im Wertpapierdepot werden auch Verkaufstransaktionen oder Auszahlungen während der Laufzeit wesentlich einfacher. Insbesondere interessant ist dies für ETFs, die in Festverzinsliche investieren. Der Verkauf des ETFs wird im Gegensatz zu einem geschlossenen Fonds sehr schnell durchgeführt: An der Börse werden die entsprechenden ETFs noch am selben Tag verkauft. Bei einem geschlossenen Fonds erklärt sich der Fondsinitiator bereit, einen Käufer zu suchen und diesen Verkauf dann manuell abzuwickeln: Es gibt dann einen Kaufvertrag über die Fondsanteile, der von beiden Seiten unterschrieben werden muss und erst dann erfolgt die Überweisung des Fondswertes.

Beim Kauf des ETFs auch unbedingt auf Details achten

Beim Kauf des ETFs sollten sich die Anleger – insbesondere auch bei längerer Anlagedauer – bewusst werden, ob sie die jährlichen Auszahlungen bevorzugen oder mit dem ETF einen Zins- und Zinseszinseffekt starten möchten. Bei der sog. “Thesaurierung” werden die Erträge vollständig reinvestiert, so dass das Vermögen des ETFs schneller wachsen kann. Damit ergibt sich schneller eine Art Zins- und Zinseszinseffekt. Andererseits kann eine jährliche Auszahlung natürlich auch motivieren, denn der Anleger sieht schwarz auf weiß auf seinem Konto, was die Geldanlage in diesem Jahr gebracht hat.

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One Comment

  1. Ich bin von ETFs völlig begeistert. Sie sind eine pflegeleichte Anlage und zudem sehr kostengünstig und transparent. Die niedrigen Kosten beim Kauf und für die Verwaltung schlagen unmittelbar auf die Rendite durch. Da macht schon ein Prozent Kostenunterschied zu aktiv gemanagten Fonds viel aus, weil im Zeitablauf auch der Zinseszinseffekt zum Tragen kommt.

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