Zuletzt aktualisiert: April 2026
In dieser Folge beschäftigen wir uns mit der Abwicklung eines Goldkaufes aus der Sicht eines Kleinanlegers. Wenn Sie mehr zum Thema Gold erfahren wollen (Goldkurs, Gold-Fakten, etc.), klicken Sie hier.
Als Privatanleger haben Sie heute grundsätzlich drei Möglichkeiten, in Gold zu investieren:
- Kauf von physischem Gold (Goldbarren, Goldmünzen)
- Kauf von physisch hinterlegten Gold-ETCs (z.B. Xetra-Gold, EUWAX Gold II)
- Kauf von Buchgold in Form von Zertifikaten, Fonds oder Goldminen-Aktien
Jede dieser Varianten hat ihre Stärken und Schwächen – und welche für Sie am besten passt, hängt davon ab, wofür Sie Gold in Ihrem Portfolio einsetzen wollen.
Kauf von physischem Gold
Wir empfehlen Kleinanlegern, die Gold als Krisenreserve außerhalb des Finanzsystems halten möchten, den Kauf von physischem Gold in Form von Goldmünzen oder Goldbarren.
Der offizielle Goldkurs wird für eine Feinunze Gold (ca. 31 Gramm) festgelegt. Gold wird generell in US-Dollar gehandelt (mehr dazu: Folge 36 – Der Goldpreis). Den aktuellen Goldkurs finden Sie z.B. auf finanzen.net.
Je nach Geldbörse und Anlagezielen können Sie unterschiedliche Größen wählen: Gängig sind Goldbarren von 1 Gramm bis zu 1.000 Gramm sowie Anlegermünzen wie der Wiener Philharmoniker, der Krügerrand, der Maple Leaf oder die American Eagle. Anlegermünzen werden von staatlichen Prägeanstalten wie der Münze Österreich AG emittiert und zeichnen sich durch hohe Liquidität beim Wiederverkauf aus.
Beim Kauf fallen Aufschläge auf den reinen Materialwert (Spotpreis) an. Diese sind umso höher, je kleiner die Stückelung ist: Bei einer ganzen Feinunze liegt der Aufschlag typischerweise bei 2 bis 5 Prozent, bei einer Zehntelunze können es dagegen 5 bis 8 Prozent oder mehr sein. Wer größere Summen in Gold anlegt, fährt mit größeren Einheiten daher deutlich günstiger.
Wo kaufen?
Während früher der Gang zur Hausbank der Standardweg war, hat sich der Markt in den letzten Jahren stark gewandelt. Heute kaufen die meisten Privatanleger ihr Gold bei spezialisierten Edelmetallhändlern – entweder in der Filiale oder online. Bekannte deutschsprachige Anbieter sind etwa Degussa, Heraeus, Pro Aurum, philoro oder die Münze Österreich. Der Vorteil: Die Spreads sind meist transparent auf der Website einsehbar und liegen spürbar unter dem, was Filialbanken verrechnen.
Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie nur bei seriösen Händlern kaufen, die LBMA-zertifiziertes Material anbieten. Vermeiden Sie Online-Marktplätze wie eBay oder Kleinanzeigen – das Fälschungsrisiko ist hier real.
Lagerung
Wer physisches Gold kauft, muss sich auch Gedanken über die sichere Verwahrung machen. Die klassischen Optionen sind: ein Tresor zu Hause, ein Bankschließfach oder ein professioneller Wertlagerdienst. Jede Variante hat Vor- und Nachteile bei Kosten, Zugriff und Versicherungsschutz. Für kleinere Beträge (bis ca. 10.000 Euro) ist ein qualitativer Safe zu Hause meist die pragmatischste Lösung; für größere Summen empfiehlt sich ein Schließfach oder ein Zolllager.
Kauf von Gold-ETCs
Seit einigen Jahren gibt es mit physisch hinterlegten Gold-ETCs (Exchange Traded Commodities) eine bequeme Alternative, die zwischen physischem Gold und reinem Buchgold steht. Die bekanntesten Produkte im deutschsprachigen Raum sind Xetra-Gold und EUWAX Gold II.
ETCs sind börsengehandelte Wertpapiere, die vollständig mit echtem Gold hinterlegt sind – meist gelagert in den Tresoren der Clearstream Banking in Frankfurt. Sie kaufen sie wie eine Aktie über Ihren Broker. Die wichtigsten Vorteile:
- Niedrige Kosten: Die laufenden Gebühren liegen meist zwischen 0,2 und 0,4 Prozent pro Jahr, der Kauf-Spread beträgt nur wenige Basispunkte.
- Tägliche Handelbarkeit: Sie können ETCs an jedem Börsentag in Sekunden kaufen und verkaufen.
- Steuervorteil: Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr sind Gewinne bei entsprechend konstruierten ETCs wie Xetra-Gold und EUWAX Gold II in Deutschland und Österreich steuerfrei.
- Physischer Lieferanspruch: Im Notfall können Sie sich das Gold sogar ausliefern lassen.
Für die meisten Privatanleger sind ETCs heute der einfachste Weg, um Gold ins Portfolio aufzunehmen – vor allem, wenn es primär um Diversifikation und nicht um eine physische Krisenreserve geht. Um ETCs zu kaufen, benötigen Sie ein Depot bei einem Online-Broker. Eine Übersicht finden Sie in unserem Broker-Vergleich.
Kauf von Buchgold
Neben physischem Gold und physisch hinterlegten ETCs gibt es eine Vielzahl anderer Goldprodukte – zusammengefasst oft als Buchgold bezeichnet. Dazu zählen Gold-Zertifikate, Gold-Anleihen, Goldminen-Aktien und -Fonds sowie Gold-Derivate mit Hebelwirkung.
Beispiel Goldminenaktie: Die XYZ-Mine AG hat pro Einheit Gold Produktionskosten von 1.500 US-Dollar. Bei einem Goldkurs von 4.700 US-Dollar macht die XYZ-Mine AG einen Rohgewinn von 3.200 US-Dollar je Einheit. Während die Produktionskosten annähernd gleich bleiben, ist der Erlös je Einheit extrem volatil – da er direkt vom Goldkurs beeinflusst wird. Eine geringfügige Änderung des Goldkurses wirkt sich daher signifikant auf den Gewinn des Unternehmens und somit auch auf den Aktienkurs aus. Goldminen-Aktien bieten also einen impliziten Hebel auf den Goldpreis, sind aber auch deutlich riskanter.
Gold-Zertifikate sind hingegen reine Schuldverschreibungen des Emittenten – im Insolvenzfall des Emittenten droht ein Totalverlust. Das ist der fundamentale Unterschied zu physisch hinterlegten ETCs. Da Gold gerade als Krisenwährung gedacht wird, stehen klassische Zertifikate im Widerspruch zur eigentlichen Motivation einer Goldanlage.
Wer eine große Menge an Geld verwaltet, wird sicherlich nicht Tausende von Goldmünzen oder Barren kaufen, sondern auf ETCs oder andere Formen von Papiergold umsteigen – für den Kleinanleger ist die Kombination aus etwas physischem Gold plus einem ETC meist der beste Kompromiss.
Außerdem bietet die Anlage in physisches Gold den Vorteil gegenüber Papiergold, dass ein großes Vermögen in kürzester Zeit relativ schnell mobil gemacht werden kann – ein nicht unwichtiger Vorteil vor allem in Krisenzeiten.
Weiterführende Links
- Folge 35 – Gold – Zahlen, Fakten & more
- Folge 36 – Der Goldpreis
- Folge 37 – Die Rendite von Gold
- Historischer Goldpreis
Eine Übersicht und weitere Folgen zum Thema Gold finden Sie hier:
Folge 45 – Die ultimative Gold Zusammenfassung


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