Kann man auch mit wenig Geld (in Aktien) investieren?

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Kann man auch mit wenig Geld (in Aktien) investieren?

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Kleinanleger und Geldanlage — das gilt in Deutschland immer noch als Widerspruch. Dabei ist es heute möglich, bereits ab 1 Euro monatlich in globale Aktienmärkte zu investieren. Voraussetzung: der richtige Broker und eine realistische Erwartung, was mit kleinen Beträgen über welchen Zeitraum möglich ist. Dieser Beitrag beantwortet beide Fragen.

Ab welchem Betrag lohnt sich die Aktienanlage wirklich?

Eine Untergrenze gibt es rechtlich nicht. Praktisch macht die Anlage jedoch erst ab einem Betrag Sinn, bei dem die Ordergebühr nicht unverhältnismäßig ins Gewicht fällt. Bei Trade Republic und Scalable Capital kosten ETF-Sparpläne nichts — hier lohnt sich selbst eine monatliche Sparrate von 25 oder 50 Euro.

Für Einmalkäufe gilt als Faustregel: Die Ordergebühr sollte unter 1 % des Ordervolumens liegen. Bei Trade Republic (1 Euro pauschal) ist das bereits ab 100 Euro erreicht. Bei Filialbanken mit 12 Euro Mindestprovision wäre dafür ein Kaufvolumen von mindestens 1.200 Euro nötig.

Was kann man mit kleinen Beträgen realistisch erreichen?

Der Zinseszinseffekt macht auch kleine regelmäßige Beträge langfristig wirkungsvoll. Ein Rechenbeispiel bei angenommener Jahresrendite von 7 % (historischer Durchschnitt breit gestreuter Aktien-ETFs):

Monatliche SparrateNach 10 JahrenNach 20 JahrenNach 30 Jahren
50 €ca. 8.700 €ca. 26.100 €ca. 60.900 €
100 €ca. 17.400 €ca. 52.100 €ca. 121.800 €
200 €ca. 34.800 €ca. 104.000 €ca. 243.600 €

Eingezahlt wurden bei 200 Euro über 30 Jahre: 72.000 Euro. Der Rest — 171.600 Euro — entsteht durch Zinseszins. Das ist die Kernaussage langfristiger Aktienanlage: Nicht der einzelne Betrag entscheidet, sondern die Zeit im Markt.

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Welche Anlageform eignet sich für kleine Beträge am besten?

Für Kleinanleger sind ETF-Sparpläne auf breit gestreute Weltindizes die naheliegendste Wahl:

  • Breite Streuung ab kleinen Beträgen: Ein ETF auf den MSCI World enthält über 1.400 Unternehmen — auch wer nur 50 Euro monatlich investiert, ist automatisch global gestreut.
  • Keine Mindestanlage bei Neobroker: Trade Republic und Scalable Capital starten ab 1 Euro monatlich.
  • Niedrige laufende Kosten: ETFs kosten zwischen 0,10 und 0,20 % jährlich — im Vergleich zu 1,0–2,0 % bei aktiv gemanagten Fonds ein erheblicher Unterschied.
  • Automatismus: Der Sparplan wird ohne weiteres Zutun monatlich ausgeführt. Kein Zeitaufwand, keine Entscheidung notwendig.

Einzelaktien sind für sehr kleine Beträge weniger geeignet: Das Klumpenrisiko (alles auf eine Karte) und die prozentualen Orderkosten machen erst ab größeren Einzelpositionen Sinn. Als Beimischung, sobald ein ETF-Grundstock aufgebaut ist, sind sie aber durchaus legitim.

Welcher Broker ist für kleine Anlagebeträge am günstigsten?

BrokerSparplan-GebührMindestrateEinmalkauf (100 €)
Trade Republickostenlos1 €1,00 € (= 1,0 %)
Scalable Capitalkostenlos1 €0,99 € (= 1,0 %)
Filialbank1,5–2,5 % der Rate25–50 €10–25 € (= 10–25 %)

Für kleine Sparraten und Einmalkäufe ist Trade Republic die klar günstigste Option. Bei einem Sparplan von 50 Euro monatlich macht der Unterschied zwischen 0 Euro (Trade Republic) und 1,25 Euro (1,5 % Sparplangebühr) zwar wenig aus — auf 20 Jahre gerechnet aber ca. 700 Euro mehr im Depot.

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Häufige Fragen zur Geldanlage mit kleinen Beträgen

Muss ich erst einen Notgroschen haben, bevor ich investiere?
Ja — das ist eine der wichtigsten Grundregeln. Bevor Sie langfristig in Aktien investieren, sollten Sie 2–3 Monatsgehälter als liquide Reserve auf einem Tagesgeldkonto oder Girokonto halten. Wer im Notfall seine Aktien verkaufen muss, riskiert, genau im falschen Moment zu einem tiefen Kurs auszusteigen.

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Lohnt sich ein Sparplan schon ab 25 Euro monatlich?
Ja. Bei einem kostenlosen ETF-Sparplan entstehen keine Ordergebühren, und 25 Euro monatlich sind bei Trade Republic und Scalable Capital problemlos möglich. Über 20 Jahre bei 7 % Rendite entstehen aus 25 Euro monatlich rund 13.000 Euro — bei einem Eigenkapitaleinsatz von 6.000 Euro.

Was ist besser für Einsteiger: Einmalanlage oder Sparplan?
Beide sind sinnvoll — je nach verfügbarem Kapital. Wer einen größeren Betrag hat, kann diesen sofort investieren (statistisch besser als gestaffelter Einstieg) und parallel einen kleinen monatlichen Sparplan für laufende Einzahlungen einrichten. Wer nur wenig Kapital hat, startet mit dem Sparplan und baut den Einmalanlage-Block schrittweise auf.

Wie risikobehaftet ist die Anlage kleiner Beträge in Aktien?
Das Risiko ist identisch mit dem der Anlage größerer Beträge — die Schwankungsbreite in Prozent ist dieselbe. Entscheidend ist, nur Geld zu investieren, das langfristig (mindestens 10 Jahre) nicht benötigt wird. Ein Kursrückgang von 30 % ist dann kein Problem, soldern eine Kaufgelegenheit für den Sparplan.

Ab welchem Alter sollte man mit der Aktienanlage beginnen?
So früh wie möglich. Je früher man beginnt, desto länger arbeitet der Zinseszinseffekt. Wer mit 25 Jahren 100 Euro monatlich anlegt, hat bei Rentenantritt mit 67 bei 7 % Rendite ca. 290.000 Euro — wer erst mit 35 beginnt, kommt auf ca. 138.000 Euro. Der Unterschied von 10 Jahren Startzeit verdoppelt das Endvermögen annähernd.

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