Online Aktien kaufen – wie geht das?

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Online Aktien kaufen – wie geht das?

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Generell sollte der Kleinanleger nicht über dubiose Finanzvermittler, sondern über die Börse Aktien kaufen. Doch wie kauft man etwas über die Börse? Und geht das tatsächlich einfach übers Internet?

Um an der Börse aktiv zu werden, brauchen Sie einen Broker – bei Einsteigern empfehlen wir einen Neobroker wie Trade Republic, der mit einer schlanken Gebührenstruktur und kostenlosen ETF-Sparplänen gerade für den Einstieg gut geeignet ist.

Der Broker – Ihr Zugang zum Kapitalmarkt

Geht es auch ohne Broker?

Nein, es geht nicht ohne Broker. „Normale“ Personen – also Sie und ich – sind nicht zum Handel an einer Börse zugelassen. Ein Broker ist damit so etwas wie ein Modem: Ohne Modem kommen Sie nicht ins Internet, ohne Broker nicht an den Kapitalmarkt.

Wie finden Sie den richtigen Broker?

Die Anforderungen an einen Broker hängen vom Anleger ab. Als Fondsmanager haben Sie andere Bedürfnisse als beim Anlegen für sich selbst. Für Kleinanleger haben wir drei Mindestkriterien zusammengestellt, die ein Broker erfüllen sollte:

  1. Keine laufenden Depotgebühren. Es gibt genügend Broker, die vollständig auf Depotgebühren verzichten.
  2. Minimale Orderspesen. Jeder Cent bringt zusätzliche Rendite. Viele Kleinanleger berechnen ihre Rendite ohne Gebühren – das klingt besser, ist aber naiv. Jeder Euro, den Sie zu viel an Orderspesen zahlen, wirkt sich direkt auf die Nettorendite aus.
  3. Kostenloser Support. Ein zuverlässiger Kundenservice – per Telefon, Chat oder E-Mail – ist besonders wichtig, wenn einmal eine Order nicht wie geplant ausgeführt wird.

Einen systematischen Vergleich auf Basis Ihres persönlichen Anlageverhaltens liefert unser Depotkonto-Vergleichsrechner.

Welchen Broker verwenden Die Kleinanleger?

Wir arbeiten überwiegend mit Trade Republic. Das Berliner Fintech hat seit Ende 2023 eine deutsche Vollbanklizenz und wird von der BaFin beaufsichtigt. Trade Republic punktet durch eine der schlankesten Gebührenstrukturen am Markt: Pro Trade fällt eine Fremdkostenpauschale von 1 € an, unabhängig vom Ordervolumen. Depot- und Kontoführung sind kostenlos. Auf ETF-Sparpläne wird überhaupt keine Gebühr erhoben – über 2.700 ETFs lassen sich ab 1 € Sparrate kostenfrei besparen.

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Für Kleinanleger, die regelmäßig kleinere Beträge investieren, ist das gegenüber klassischen Filialbanken ein Unterschied von mehreren Prozentpunkten Jahresrendite. Das Depot ist in wenigen Minuten vollständig digital per Video-Ident eröffnet und in der Regel am selben oder nächsten Werktag handelbar.

Depot bei Trade Republic eröffnen

Was kommt nach der Depoteröffnung?

Sobald Ihr Depot aktiviert ist, geben Sie die erste Order nicht einfach durch Eingabe von Stückzahl und Wertpapier auf. Sie entscheiden zusätzlich über die Orderart: Kaufen Sie zu jedem Preis? Oder nur bis zu einem bestimmten Preis? Um die relevanten Orderarten zu verstehen, hier eine kompakte Übersicht.

Welche Orderarten gibt es beim Aktienkauf?

Market Order

Bei einer Market Order wird zum nächsten verfügbaren Kurs gekauft oder verkauft – unabhängig davon, wie weit dieser vom letzten gehandelten Kurs entfernt liegt.

Beispiel: Der Kurs einer Aktie liegt bei 50 €. Sie platzieren eine Market Order. Es gibt aktuell nur eine Person, die verkaufen will – aber erst ab 90 €. Da Sie Market Order gewählt haben und damit „zu jedem Preis“ kaufen, erhalten Sie die Aktie zu 90 €. Sobald wieder normale Liquidität vorhanden ist, kann der Kurs auf 50 € zurückfallen – Sie hätten 80 % mehr bezahlt, als das Wertpapier tatsächlich wert ist.

Wir empfehlen Kleinanlegern, keine Market Orders zu verwenden, weil Sie den Ausführungskurs nicht kennen. Stattdessen:

Limit Order

Bei einer Limit Order legen Sie einen Preis fest, zu dem die Transaktion höchstens (bei Kauf) oder mindestens (bei Verkauf) ausgeführt werden darf. Die ist für Kleinanleger der sinnvollste Ordertyp – egal, ob Sie Aktien, ETFs oder Anleihen handeln.

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Limit-Kauf

Sie wollen 100 Stück einer Aktie kaufen und geben als Limitkurs 20 € an. Der Broker führt den Kauf dann nur bei 20 € oder günstiger aus. Sie geben also höchstens 2.000 € zzgl. Spesen aus.

Limit-Verkauf

Umgekehrt: Sie möchten Ihre 100 Stück wieder abstoßen und geben eine Verkaufsorder mit Limit 30 € auf. Der Broker führt den Verkauf nur bei 30 € oder höher aus. Sie erhalten mindestens 3.000 € abzüglich Spesen.

Stop Loss Order

Diese Orderart lässt sich ausschließlich bei Verkäufen einsetzen. Eine Stop Loss Order wird typisch zur Verlustbegrenzung verwendet. Beispiel: Sie fahren in den Urlaub und möchten, dass eine Aktie verkauft wird, falls deren Kurs unter 20 € sinkt – dafür geben Sie eine Stop Loss Order bei 20 € ein. Wird diese Marke erreicht, wandelt der Broker die Order automatisch in eine Market Order um.

Wir verwenden Stop Loss Orders selten, weil wir uns nicht von kurzfristigen Kursschwankungen beeinflussen lassen wollen und unser Anlagehorizont länger ausgerichtet ist. Sinnvoll ist ein Stop Loss, wenn Sie bereits einen Kursgewinn abgesichert sehen wollen: Sie haben eine Aktie zu 20 € gekauft, der Kurs steht bei 28 €, Sie vermuten, der faire Wert liegt bei 25 €. Mit einem Stop Loss bei 25 € sichern Sie sich mindestens 5 € Kursgewinn, ohne die Aktie aktiv zu verkaufen.

Stop Buy Order

Diese Orderart lässt sich ausschließlich bei Käufen einsetzen. Eine Stop Buy Order kauft eine Aktie erst, sobald ein bestimmter Kurs erreicht oder überschritten wird – etwa, wenn eine psychologische Barriere nach oben durchbrochen wurde. Beispiel: Der Kurs steht bei 18 €, Sie wollen erst einsteigen, wenn 20 € durchbrochen werden. Für klassische Buy-and-Hold-Strategien ist diese Orderart in der Regel nicht relevant.

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Unsere Einschätzung zu Orderarten

Für den typischen Kleinanleger sind Limit Orders der sinnvollste Standard. Wenn Sie ein Unternehmen analysiert haben, es für solide halten und den aktuellen Kurs für angemessen bewerten, bekommen Sie mit einer gut platzierten Limit-Order genau den Kurs, den Sie bezahlen wollen – oder einen besseren. Market Orders machen nur in Ausnahmefällen Sinn, wenn eine Ausführung so schnell wie möglich erforderlich ist – mit dem oben beschriebenen Preisrisiko.

Häufige Fragen zum Online-Aktienkauf

Wie lange dauert die Kontoeröffnung bei einem Neobroker?
Bei Trade Republic und Scalable Capital ist der Prozess in 5–10 Minuten abgeschlossen, inklusive Video-Ident. Handelbar ist das Depot in der Regel am selben oder folgenden Werktag.

Kann ich eine offene Order nachträglich ändern oder löschen?
Ja, solange die Order noch nicht ausgeführt ist. Bei allen relevanten Neobrokern und Direktbanken sind Orderänderungen und Stornierungen kostenfrei.

Wie groß sollte meine erste Order sein?
Wir empfehlen Einsteigern, zunächst mit einem ETF-Sparplan ab 25–50 € monatlich zu starten und erst nach ersten Erfahrungen mit Einzelaktien zu beginnen. Für Einzelwerte sollten Ordervolumen nicht unter 250 € liegen, weil die Fixkosten sonst die Rendite spürbar belasten.

Was passiert, wenn mein Limit nicht erreicht wird?
Die Order verfällt entweder am Handelstag (Tagesorder) oder bleibt bis zum selbst gesetzten Gültigkeitsdatum aktiv. Bei Neobrokern ist der Standard meist „gültig bis Monatsende“, kann aber pro Order angepasst werden.

Hier eine Übersicht und weitere Folgen zum Thema Aktien:

Folge 34 – Die ultimative Aktien-Zusammenfassung

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