Welchen Anteil sollten Aktien in meinem Depot besitzen?

Posted by
Welchen Anteil sollten Aktien in meinem Depot besitzen?

Es gilt allgemein als Tatsache, dass Aktien als Anlageklasse in keinem Depot fehlen sollten. Auf lange Sicht bringen sie nachweislich höhere Renditen als verzinsliche Anlagen – was auch als “Prämie” für das höhere Risiko zu sehen ist. Wie hoch der Anteil der Aktien in einem Vermögensportfolio sein sollte, hängt dabei nicht zuletzt von der persönlichen Einstellung zu Rendite und Risiko ab. Wer risikobereiter ist, wird stärker auf Aktien setzen als risikoscheue Anleger und umgekehrt.

Aktienquoten gezielt an Börsenentwicklungen anpassen

Daneben wird die Aktienquote aber auch von der jeweiligen Markt- und Börsenlage bestimmt. In “guten” Börsenzeiten kann es sinnvoll sein, den Aktienanteil zu erhöhen, in “schlechten” Phasen, die Aktienquote zu reduzieren, um den Erfolg des Portfolios insgesamt zu verbessern und Risiken zu verringern. Vermögensverwalter und Manager von Mischfonds oder Dachfonds stehen immer wieder vor der Entscheidung, wie sie ihr Portfolio in sich verändernden Situationen neu strukturieren. Das ist selbstverständlicher Bestandteil eines aktiven Fonds- und Vermögensmanagements. Dabei haben sich im Zeitablauf einige “typische” Vorgehensweisen oder Strategien herauskristallisiert, die wir Ihnen an dieser Stelle übersichtsartig präsentieren möchten.

Auch wenn diese Methoden nicht unumstritten sind und aus wissenschaftlicher Sicht häufig kritisiert werden, in der Praxis haben sie sich nicht selten bewährt und werden daher gerne eingesetzt. Sie können in diesem Sinne auch Anstöße für das eigene Agieren an den Börsen geben. Zumindest verbessert die Darstellung das Verständnis über Denken und Handeln vieler Vermögensverwalter und Fondsmanager. Dadurch fällt vielleicht auch die Auswahl entsprechender Fondsprodukte leichter.

1. Die Kapital-Preis-Strategie

Diese Handelsstrategie orientiert sich an fundamentalen Daten. Das Management versucht hier, auf der Basis einer ausgefeilten und differenzierten ökonomischen Analyse Vorstellungen über die weitere Entwicklung des Aktienmarktes zu entwickeln. Dazu dienen Prognosen über das künftige Wirtschaftswachstum, die Ertragslage von Unternehmen, die Arbeitslosigkeit, die Entwicklung von Zinsen und Inflation usw. Liegt das aktuelle Kursniveau an der Börse unter dem prognostizierten, sind Aktien also tendenziell “unterbewertet”, wird der Aktienanteil erhöht, um von erwarteten überproportionalen Kursgewinnen zu profitieren. Im umgekehrten Fall wird die Aktienquote gesenkt. Viele Mischfonds, Dachfonds und vermögensverwaltende Fonds arbeiten so. Das Konzept ist an sich schlüssig. Seine “Schwäche” liegt in der “richtigen” Einschätzung der Zukunft. Selbst die besten Experten liegen bei Vorhersagen oft gründlich daneben. Wenn die Entwicklung falsch beurteilt wird oder Unvorhergesehenes eintritt, geht die Strategie womöglich nicht auf.

Mehr zum Thema  Folge 74 - Rendite von Fonds per Excel-Sheet berechnen (Fonds #23)

2. Die Trendfolge-Strategie

Hier geht es darum, von erkennbaren Börsentrends zu profitieren. Die dahinter stehende Annahme ist, dass ein feststellbarer Trend zur Fortsetzung neigt. Geht es an der Börse stetig aufwärts, wird folgerichtig die Aktienquote deutlich erhöht, bei anhaltenden Abwärtsbewegungen dagegen nachhaltig gesenkt. In Zeiten mit Seitwärtsbewegungen wird dagegen ein “Mittelweg” gewählt. Bei der Umsetzung der Trendfolge-Strategie spielt die sogenannte technische Analyse eine wichtige Rolle. Sie versucht, Trends und Trendwenden treffsicher zu identifizieren. Die Trendfolge-Strategie funktioniert recht gut, wenn an der Börse länger anhaltende Bewegungen in die eine oder andere Richtung existieren. Schwierig wird es, wenn es zu häufigen und schnellen Trendwechseln kommt. Dann verursacht die Trendfolge-Strategie vergleichsweise hohe Kosten durch Umschichtungen mit gleichzeitig mäßigem Renditeerfolg.

3. Die volatilitätsabhängige Strategie

Bei dieser Handelsstrategie wird die Aktienquote über das Risiko gesteuert. Es gibt immer wieder Börsenphasen, in denen die Kurse stärker oder weniger stark schwanken. Oft nimmt die Volatilität zu, wenn ein Trendwechsel stattfindet und eine Abwärtsbewegung beginnt. Die volatilitätsabhängige Strategie betreibt Risikobegrenzung, indem in Zeiten mit stärkeren Kursschwankungen der Aktienanteil reduziert, bei relativer Kursstabilität dagegen erhöht wird. Die eher defensiv ausgerichtete Strategie ist vor allem auf Investoren ausgerichtet, die bei Geldanlagen konservativ denken und handeln. Diese Vorgehensweise funktioniert bei sich gegenläufig entwickelnden Aktien- und Rentenmärkten. Problematisch wird die Strategie dann, wenn Aktien- und Rentenmärkte gleich laufen, was gelegentlich vorkommt. Die Auswahl an Fonds, die so agieren, ist vergleichsweise begrenzt.

4. Die zyklusorientierte Strategie

Diese Strategie setzt darauf, dass an der Börse immer wieder unterjährig auftretende Zyklen zu beobachten sind. Oft sind die Aktienmärkte in der ersten Jahreshälfte recht optimistisch gestimmt, während der Herbst gemeinhin als eine kritische Zeit gilt. Dies ist nicht nur ein “Gefühl”, sondern wird tendenziell auch durch statistische Untersuchungen bestätigt. Die zyklusorientierte Strategie versucht dadurch, regelmäßig wiederkehrende Kursmuster durch antizyklisches Verhalten auszunutzen. In Phasen der Euphorie mit hohen Kursen wird dann eher auf Aktienverkauf gesetzt als in depressiven Zeiten mit Kursschwächen. In diesem Fall wird verstärkt nachgekauft. Bei hohen Kursen verkaufen, bei niedrigen kaufen – das leuchtet ein. Das Risiko dieser Strategie liegt darin, dass die Kurszyklen keineswegs gesichert sind. In durchaus auftretenden Börsenjahren mit einem anderen Verlauf schlägt die Strategie fehl.

Mehr zum Thema  Was ist Smart Beta? - Eine neue Generation von ETF!?

Eine Strategie, die immer erfolgreich ist

Welche Strategie Sie auch immer für Ihr Aktiendepot oder Ihre Fondsanlage wählen – der Anlageerfolg wird auch wesentlich von den Kosten Ihres Investments bestimmt. Hier zahlt es sich aus, auf Discount-Broker zu setzen, bei denen der Wertpapierhandel und die Depotverwahrung möglichst günstig ausfallen. Mit unserem Depot-Vergleichsrechner können Sie ganz einfach Anbieter am Markt finden, die auf Ihr Anlageverhalten abgestimmt attraktive Konditionen bieten. Diese Strategie zahlt sich garantiert für Sie aus.

Weiterführende Links

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (3 votes cast)
Welchen Anteil sollten Aktien in meinem Depot besitzen?, 5.0 out of 5 based on 3 ratings

Beste Broker-Angebote

Depot-KontoKosten je Order
OnVista Depotkonto3,99
Captrader Depotkonto 4,00
Flatex-Broker5,00
Der erste Schritt zum Investment in Aktien, Anleihen, Fonds oder ETFs ist die kostenlose Eröffnung eines Broker-Accounts.

Leave a Reply

Your email address will not be published.