Folge 28 – Orderarten (Aktien Teil 9)

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In den vorherigen Folgen haben wir viel über Aktien berichtet. In dieser Folge beschäftigen wir uns nun mit dem tatsächlichen Kauf einer Aktie. Diesem Kauf sollte natürlich eine eingehende Prüfung des Unternehmens vorausgegangen sein.

Grundsätzlich brauchen Sie, wie schon öfters Berichtet, einen Broker, um überhaupt an der Börse handeln zu können. Wir empfehlen hier laut Folge 11 – der Broker Ihr Zugang zum Kapitalmarkt, einen Onlinebroker mit möglichst geringen Orderspesen und keinen laufenden Kosten zu verwenden. Wenn Sie dann einen passenden Broker gefunden haben, gibt es einige Möglichkeiten, Orders durchführen zu lassen:

Market Order

Wenn Sie eine Market Order in Auftrag geben, wird zum nächsten Kurs gekauft oder verkauft. Dieser Kurs kann weit über oder weit unter dem vorherigen Kurs liegen. Warum?

Stellen Sie sich vor, der Kurs einer Aktie liegt bei 50 Euro. Sie sagen, kaufen mit Market Order. Jetzt gibt es nur eine Person, die verkaufen will, allerdings nicht unter 90 Euro. Da Sie eine Market Order gegeben haben – und Sie somit um jeden Preis kaufen oder verkaufen wollen – kaufen Sie die Aktie zu 90 Euro. Das kann ordentlich daneben gehen, vor allem, weil der Kurs sehr wahrscheinlich wieder zurück auf 50 Euro geht, wenn wieder mehr Teilnehmer am Markt (also Käufer und Verkäufer) handeln.

Wir empfehlen für den Kleinanleger generell keine Market Orders abzugeben, da Sie nicht wissen zu welchem Kurs die Order schlagend wird. Wir empfehlen daher Limit Orders zu verwenden.

Limit Order

Bei einer Limit Order bestimmen Sie einen Kurs, bei dem die Transaktion (Kauf oder Verkauf) höchstens oder mindestens ausgeführt werden darf. Die ist für Kleinanleger der beste Order-Typ, egal ob Sie Aktien, Anleihen oder andere Finanzprodukte kaufen.

Mehr zum Thema  Kann man auch mit wenig Geld (in Aktien) investieren?

Limit-Kauf

Sie wollen 100 Stück einer bestimmten Aktie kaufen und geben als Limitkurs 20 € an. Somit wird der Broker für Sie den Kauf nur bei 20 € oder darunter durchführen. Das heißt, Sie geben für die Aktien höchstens 2.000 € zzgl. Spesen aus.

Limit-Verkauf

Sie wollen sich danach von diesen 100 Stück Aktien trennen und geben eine Verkaufsorder mit Limitkurs 30 € an. So wird der Broker den Verkauf nur bei einem Kurs von 30 € oder darüber durchführen. Das heißt, Sie bekommen mindestens 3.000 € abzüglich Spesen für Ihre Aktien.

Bei normalen Market Orders haben Sie diese Sicherheit nicht, dafür wird die Order schneller und mit höherer Wahrscheinlichkeit durchgeführt, schließlich kann es ja auch sein, dass sich der Kurs in eine andere Richtung entwickelt und somit Ihre Order nicht schlagend wird.

Stop Loss Order

Diese Orderart kann nur bei Verkäufen verwendet werden. Eine Stop Loss Order wird generell in Auftrag gegeben, um große Verluste zu vermeiden.

Angenommen Sie fahren in Urlaub und wollen, wenn der Kurs einer Aktie unter 20 € sinkt, die Aktie verkaufen. Dafür geben Sie ein Stop Loss Order bei 20 € bei Ihrem Broker ein.

Generell verwenden wir keine Stop Loss Orders, da wir uns nicht von kurzfristigen Kursschwankungen beeinflussen lassen wollen und unser Anlagehorizont etwas länger ist.

Anders sieht das aus, wenn Sie z.B. eine Aktie für 20 € gekauft haben, der Kurs jetzt bei 28 € ist und Sie glauben die Aktie ist nur 25 € wert, wollen aber noch nicht verkaufen und geben somit, um zumindest 5 € Kursgewinn gemacht zu haben, eine Stop Loss Order bei 25 € an.

Mehr zum Thema  Folge 29 - Spekulationsblasen (Aktien Teil 10)

Stop Buy Order

Diese Orderart kann nur bei Käufen verwendet werden. Eine Stop Buy Order kauft eine Aktie, sobald diese einen gewissen Kurs erreicht und so z.B. eine psychologische Barriere durchbrochen hat.

So geben sie eine Stop Buy Order bei 20 € ein. Der Kurs ist jetzt bei 18 €, Sie wollen allerdings erst kaufen, wenn der Kurs bei 20 € ist. Auch diese Order ist für Kleinanleger nicht unbedingt geeignet.

Unsere Meinung

Wir finden, dass eigentlich nur Limit Orders für Kleinanleger geeignet und interessant sind.

Wenn Sie ein Unternehmen analysiert haben und zu dem Entschluss gekommen sind, dass dieses Unternehmen auch in der Zukunft gute Ergebnisse liefern wird und derzeit auch noch unterbewertet ist, können Sie mit einer gut platzierten Limit-Order sicher sein, dass Sie zum gewünschten Kurs (oder sogar noch günstiger) kaufen können.

Market Orders machen nur dann Sinn, wenn die Order so schnell wie möglich ausgeführt werden muss – allerdings besteht dabei für Kleinanleger ein Risiko, das nicht unbedingt eingegangen werden muss.

Weiter mit dem Thema Aktien geht es mit Folge 29 – Spekulationsblasen (Aktien Teil 10)

Hier eine Übersicht und weitere Folgen zum Thema Aktien finden Sie hier:

Folge 34 – Die ultimative Aktien-Zusammenfassen

 

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One Comment

  1. Eine gelungene Zusammenstellung! Sehr schön

    Als weitere Stop Loss Variante gibt es noch den Trailing Stop Loss. Die Untergrenze, zu der automatisch verkauft wird passt sich dabei dynamisch mit dem Ansteigen des Kurses an.

    Wenn ich z.B. 1000 Euro anlege, kann ich einen Abstand (Absolutwert, z.B. 100 Euro und manchmal auch prozentual definieren, z.B. 10%) definieren. Sagen wir 100 Euro.
    Wenn jetzt der Kurs auf 900 fällt, wird verkauft wie bei einem normalem Stop Loss.
    Steigt aber der Kurs zwischenzeitlich auf 1100 Euro, dann wird die neue Verkaufsgrenze automatisch auf 1000 Euro gelegt, sodass bei weiter fallenden Kursen nicht erst die schon in der Verlustzone liegende Grenze von 900 erreicht werden muss.

    Dazu ist aber zu sagen, dass meines Wissens nicht alle Anbieter Trailing Stop Loss als Option anbieten.

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