Was ändert sich mit Trump für Kleinanleger?

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Was ändert sich mit Trump für Kleinanleger?

Seine ersten Tage im Amt hat er hinter sich – Donald Trump. Vieles war durchwachsen, viele seiner vollmundigen Versprechungen konnte bislang nur mit Mühe oder gleich gar nicht auf den Weg in die Realität schicken. Vieles zeigte sich hier politisch eher durchwachsen, manches auch recht unerfreulich. Im Hinblick auf die Wirtschaft bringt Donald Trump aber durchaus einige Vorteile mit sich, jedenfalls für Anleger. Worauf man in diesen Zeiten besonders achten sollte, und was sich wegen Trump und seiner Politik besonders lohnen kann, wollen wir in diesem Beitrag einmal untersuchen.

Wirtschaft und Politik

Beides muss man immer auseinander halten. Wirtschaft bewertet nicht, vor allem nicht moralisch, sondern Wirtschaft nutzt Gegebenheiten. Dieses Prinzip muss man sich immer vor Augen halten. Ein gutes Beispiel bieten die Anschläge von Paris. So schrecklich sie für die Betroffenen und Angehörigen waren, so sehr die Welt, auch die politische Welt, geschockt war, die Börsen ließen die Anschläge vergleichsweise kalt. Nach einigen kleineren Verlusten am Morgen der Anschläge bewegte sich der französische Leitindex schon am Vormittag wieder ins Plus. Auch der Dax in Frankfurt schwächelte nur für wenige Stunden, danach war alles wieder wie vorher – jedenfalls für die Börse, politisch und für das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung war für lange Zeit nichts mehr in Ordnung. Die Börse sieht dagegen nur wirtschaftliche Realitäten.

Genauso verhält es sich mit Trump. Politisch mag er einen erschrecken, vielen wird bei seiner Persönlichkeit und beim „Rechtsruck“ seiner unberechenbaren Politik Angst und Bange. Auch die geplante Abschottung der USA und die Aufkündigung vieler Kooperationen scheint vielen eine eher düstere Zukunft zu verheißen. Wirtschaftlich sieht das allerdings anders aus. Trumps Pläne beflügeln einen großen Teil der Wirtschaft und machen vielen Hoffnung auf gute Gewinne. Einige Aktienfondsmanager (Was ist ein Fonds?) sind von Trump regelrecht begeistert – allein in finanzieller Hinsicht versteht sich.

Hohe Investitionen

Schon ganz zu Beginn in seinem Wahlkampf, hat Trump angekündigt, Amerika endlich wieder „auf Vordermann zu bringen“, gemeint ist hier vor allem die Infrastruktur. Die ist zugegeben sehr marode im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Die Möglichkeit für ordentliche Straßen und moderne Flughafengebäude scheinen indes begrenzt zu sein.

Dass man diesen Bereich als sehr wertvoll ansieht, zeigte sich schon kurz nach seiner Wahl. Viele Kurse gingen durch die Decke, allenorts war man voll Hoffnung für gute Gewinne. Für ein paar Tage zeigten sich die amerikanischen Indices so lebhaft und fröhlich wie schon lange nicht mehr.

Angekündigt waren und sind vor allem Investitionen in die Infrastruktur: Strassen, Tunnel, Brücken, Flughäfen sowie neue Bahnstrecken quer durch Amerika. Es soll verbessert, saniert und vieles auch erweitert oder völlig neu geschaffen werden. Bis zu einer Billion US-Dollar an Investitionen in den nächsten Jahren hat Trump angekündigt. Woher das Geld kommen soll, ist bislang noch völlig unklar, so etwas hat die Börse aber auch bislang nie gestört. ‚Wenn jemand Geld in etwas einsetzen will, wird er es schon auftreiben, Hauptsache es wird investiert‘, ist hier der Leitgedanke für die Börse.

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Die Ankündigungen haben einen regelrechten Rausch ausgelöst – in vielen Bereichen. Ein wichtiger Bereich ist dabei die Old Economy.

Old Economy wieder salonfähig

Bislang war sie ein für Spekulanten und viele Anleger eher ungeliebtes Kind: die „Dirty Old Economy“: In diesen Bereich fallen alle Bereiche alle klassischen industriellen Bereiche – also vor allem der Maschinenbau, die Bauindustrie aber auch die chemische Industrie und nach mancher Klassifizierung gehört auch die Automobilindustrie mit dazu (das sieht in diesem Punkt allerdings nicht jeder so).

Niemand mochte in den professionellen Anlage-Bereichen diese Aktien, sie wurden eher gemieden. Nur wenige Fondsmanager rührten sie an, wenn es um die Zusammenstellung des Depots ging. Wegen der mangelnden Nachfrage dümpelten viele nur so vor sich hin.

Seit Trumps Wahlsieg änderte sich das schlagartig. Schon während des Wahlkampfes freute man sich auf die Investitionen, nach dem Wahlsieg schien das Investitionsprogramm, das Trump angekündigt hatte, in greifbare Realität zu rücken. Allein schon die „Mauer zu Mexiko“ erregte als Bauprojekt großes Aufsehen. Sogar einige deutsche Unternehmen ergingen sich unverhohlen in der Hoffnung, mit dem politisch sehr umstrittenen Projekt „sicher gute Geschäfte machen zu können“.

Wenn es um Aktien geht, stehen hier nicht nur die der Baubranche vor einem regelrechten Boom, sondern auch Aktien von Baumaschinenherstellern und all jener Unternehmen, die unverzichtbare Geräte für die Modernisierung der maroden amerikanischen Infrastruktur herstellen oder vertreiben. Also auch mit Aktien von Tunnelbaugeräteherstellern könnte man durchaus noch gute Gewinne machen.

Am deutlichsten sieht man das am Verhalten der Fondsmanager: Gefragt sind hier vor allem die Baumaschinenhersteller und Ingenieursdienstleistern. Aber auch die Aktien von amerikanischen Stromkonzernen werden auf Lager gelegt, weil man auch hier massive Gewinne erwartet. Diesem Beispiel kann man durchaus folgen, auch Experten sehen wegen der massiven Nachfrage diese Aktien in den nächsten Jahren konstant stark ansteigen.

Immerhin performt der Bausektor in den USA seit der Wahl auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Wahl – der Anfangshype kurz nach der Wahl ist aber bereits wieder in die üblichen Schwankungen übergegangen. Ein Beispiel für diesen Hype ist die Aktie von Caterpillar: Sie liegt nach einem fulminanten Hoch direkt nach Trumps Wahlsieg auf einem sehr hohen Niveau und hält sich dort auch.

Jobs, Jobs, Jobs…

Trump selbst hat sich schon mehrfach als „der größte Job-Creator, den Gott je geschaffen hat“ bezeichnet. Irgendwie muss er diesem Versprechen dann wohl auch gerecht werden.

In diesem Bereich hat er auch schon einiges auf den Weg gebracht: Zwei bis dorthin recht umstrittene Pipeline-Projekte wurden schon kurz nach seinem Amtsantritt wiederaufgenommen, weil er das so angeordnet hat.

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Industriearbeitsplätze scheinen Trump wichtig zu sein, mit der New Economy hat er dagegen weniger am Hut, wie es scheint. Trumps klares Bekenntnis zur traditionellen Schwerindustrie ist unübersehbar. In diesem Bereich wird es wohl auch noch einige Maßnahmen geben, die Jobs schaffen sollen. Bergbau, wie der Kohlebergbau, ist ebenfalls ein Bereich, den Trump „wiederbeleben“ will.

Aktien von Unternehmen im Bereich der Schwerindustrie, der metallverarbeitenden Industrie aber auch aus verwandten Bereichen legen in vielen Bereichen eine gute Performance hin. Hier können sich in Zukunft sicherlich noch gute Gewinnaussichten ergeben.

Trump und der Finanzsektor

Niemand liebt Trump so sehr wie die Boys von der Wall Street. Das hängt nicht nur damit zusammen, dass viele in seinem Mitarbeiterstab aus dem Investment-Bereich kommen – von seinem Chefstrategen über dem Wirtschaftsberater bis hin zum Finanzminister.

Trump tut auch alles, um dem Finanzsektor und Wall Street Unternehmen das Leben zu erleichtern und Gesetze aus dem Weg zu schaffen, die belastend sind. So etwa das Dodd-Frank-Gesetz, dass eigentlich zur Wahrung der Stabilität und zur Verhinderung weiterer Finanzkrisen in Kraft trat. Es versieht die Banken mit einer Menge Auflagen und Vorgehensweisen, die Banken in ihren Gewinnen aber auch in ihrer Tätigkeit einschränken.

Wer einem die unbeliebten Gesetze vom Hals schafft, oder sie zumindest gehörig aufweicht, ist natürlich ein großer Freund der Banker. Gleichzeitig sieht es für den gesamten Finanzsektor aufgrund der Erleichterungen aber derzeit auch so rosig aus wie schon lange nicht mehr. Vieles ist möglich, es lässt sich viel mehr Gewinn erwirtschaften und die Stabilitätskriterien und Sicherheitsanforderungen sind bereits jetzt schon weit geringer als vorher.

Das sieht ma auch an der Entwicklung des Finanzsektors, der schon seit Ende des Jahres auf ein Hoch gelangt ist, und den SP500 weit überflügelt. Das Hoch vom Dezember (immerhin eine Steigerung von 33 % im Wert) wurde im Februar dann noch ein weiteres Mal weit überschritten und seitdem performt der Sektor auf einem hohen Niveau. Das erkennt man auch an einzelnen Unternehmen, wie etwa Goldman Sachs. Die Papiere der amerikanischen Investmentbank konnten teilweise um bis zu 40 % zulegen. Dieser Trend wird sich, aufgrund der entschärften Gesetze, sicher noch länger fortsetzen. So unbeliebt Papiere aus dem Finansektor bislang waren – viele ließen vor allem von Banken-Aktien immer tunlichst die Finger – so gewinnträchtig erweisen sie sich jetzt. Ein bisschen Vorsicht ist aber natürlich immer noch anzuraten, vor allem bei Papieren einzelner Banken. Hier kann sich schnell einmal etwas recht drastisch verändern. Viel Gewinn macht man derzeit mit (zu) günstig bewerteten Aktien von Banken und Versicherungen, wenn man sie denn findet.

Trump un die Rüstungsindustrie

Schon im Wahlkampf wurde deutlich, dass Trump nicht unbedingt zu denen gehört, die sich bevorzugt friedlich an den Tisch setzen und verhandeln. Er betont zwar immer, dass es wichtig ist, „Deals“ zwischen den USA und anderen Nationen einzeln auszuhandeln, scheut andererseits aber vor massiven Militärschlägen keineswegs zurück.

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Zu seinem Plan, Amerika „wieder groß“ zu machen, gehört daneben auch eine massive Erhöhung des Verteidigungsetats um immerhin fast 10 % dazu. In Zahlen ausgedrückt soll sich der ohnehin schon recht hohe Etat um bis zu 54 Milliarden zusätzliche Dollars aufgestockt werden. Das Verhältnis Trumps zur Nato ist gespalten, eigentlich möchte er gerne mehr Geld von den anderen Nato-Partnern. Das Bündnis aufkündigen will er, wie anfangs befürchtet wurde, nun aber doch nicht.

Der Trump-Effekt auf die Rüstungsindustrie ist dementsprechend stark, Trump treibt die Kurse nach oben. Unternehmen aus dem Rüstungssektor konnten sich schon zuvor über gute Geschäfte freuen, Anleger über gute Aktiengewinne mit diesen Unternehmen. Die weltweite Krisen- und Terrorlage hat zu einem erhöhten Sicherheitsbedürfnis weltweit geführt, dass die Aktien in den letzten beiden Jahren ohnehin schon steil zulegen liess. Trumps massive „Militär-Macht-Politik“ tut nun ein Übriges, um die Gewinne dieser Unternehmen zu fördern. Daneben ist auch noch ein Großauftrag für Boeing in Diskussion, da der neu entwickelte F-35 Kampfjet Trump zu teuer ist, und er lieber auf den bewährten F-18 Super-Hornet-Jet zurückgreifen würde. Auch die großen Waffenverkäufe, die Saudi-Arabien bei den USA jüngst tätigen konnte, wird amerikanische Rüstungsunternehmen natürlich sehr gefreut haben. Wenn das in diesem Stil weitergeht, und Trump vor allem Geschäfte abschließt, werden wohl auch die Gewinnerwartungen noch deutlich weiter steigen.

Ob man gerade solche Aktien von Tod und Zerstörung in seinem Portfolio haben möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden. Viele lehnen Aktien der Rüstungsindustrie ab, weil sie damit weltweite Kriege und Konflikte fördern. Werden Waffen verkauft, werden sie in der Regel auch benutzt und angesichts der Vielzahl radikaler Spinner in dieser unserer Welt mag das vielleicht gar keine so gute Idee sein, Waffenverkäufe auch noch zu fördern, oder davon persönlich zu profitieren. Aber das ist natürlich lediglich der eigenen Entscheidung und dem eigenen Gewissen vorbehalten.

Trump – politisch problematisch, wirtschaftlich vielfach positiv

So schlecht wie er für die Welt sein mag – für die Wirtschaft ist Trump vielfach recht gut. Er hat einen deutlichenTrump-Effekt in vielen Branchen hinterlassen, und selbst wenn man den Mann nicht mag, kann man immerhin von dem Effekt auf die Wirtschaft profitieren. Für irgendetwas muss es ja gut sein.

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One Comment

  1. Ich sehe Trump positiv, auch politisch. Die Absage an das Klimagedöns ist äußerst gut. Er ist wie das kleine Kind, das sich als einziger überhaupt traut, den Kaiser nackt zu nennen.

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