Stop-Loss-Orders und die Marktbeobachtung minimieren das Kursverlustrisiko privater Anleger

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Stop-Loss-Orders und die Marktbeobachtung minimieren das Kursverlustrisiko privater Anleger

Der Aufwärtstrend an den Aktienmärkten ist ungebrochen, im langfristigen Vergleich ist eine Rendite möglich, die die von festverzinslichen Wertpapieren bei weitem übertrifft. Allerdings gibt es trotz einer breiten Streuung der Geldanlagen auch immer wieder Trends und Situationen, die die Langfristperformance zumindest teilweise verhageln können: Zeigt ein Unternehmen plötzlich in allen Produktlinien eine Schwäche, dann wird sich der Kurs vom Gesamtmarkt abkoppeln. Dann entsteht für eine Aktie bzw. ein Unternehmen ein Seitwärtstrend oder ein Abwärtskanal, der letztendlich auch zu einem erheblichen Kursverlust bei dieser Position führen kann.

Diese Herausforderung ist für den Anleger allerdings sehr gut zu meistern, wenn er seine Anlagen im Blick behält. Zudem ist die unterdurchschnittliche Wertentwicklung eines Wertpapiers ein so häufiges Phänomen, dass die Anleger wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen können. Anhand zweier Beispiele lässt sich die Sicherung der Rendite und das Prinzip der Umschichtung sehr gut erklären. Im besten Fall kehrt eine Aktie nach einer kurzfristigen Schwäche wieder auf den Wachstumskurs zurück und der Anleger kann diesen Wert nun günstiger ins Depot zurückkaufen. Davon zu unterscheiden sind Positionen, deren Substanzwert in der Zukunft so erheblich sinken wird, dass es das Beste ist, sich davon zu trennen. Zwei Aktien mit hoher Marktkapitalisierung verdeutlichen diesen Unterschied auf einzigartige Weise: Die Aktie der E.ON AG (ENAG99) und die der Daimler AG (710000).

Ein schleichender Verlust an Marktanteilen bietet jede Menge Ausstiegssignale

Bis etwa zum Jahr 2008 galten die Energieversorger als defensive Investments und zeichneten sich auch durch stetige Dividendenzahlungen aus. Die Aktie stieg in den Jahren 2005 bis 2008 stetig an und erreicht mit einem Kurs von 50,17 Euro ihren Höchstwert (Anfang Januar 2008). Auf Basis der für das Geschäftsjahr 2007 gezahlten Dividende von 1,37 Euro ergab sich immerhin eine Dividendenrendite von 2,73 %!

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Dann trübten sich aber die Gewinn- und Zukunftsaussichten ein: Das Unternehmen investierte nicht frühzeitig und intensiv genug in erneuerbare Energien, die eine Abnahmeverpflichtung und garantierte Renditen für bis zu 20 Jahre allen Betreibern grüner Kraftwerke sicherten. Die ehemaligen Großkraftwerke mit ihrer Stromproduktion aus Kohle oder Kernkraft verloren zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit.

Der Privatanleger konnte und kann bei ähnlichen Entwicklungen durch zwei bewährte und zugleich leicht beherrschbare Instrumente rechtzeitig aussteigen: Ein in einer Watchlist geführter oder selbst gesetzter und nachverfolgter Stop-Loss von 20 % unter dem Höchstwert vermeidet starke Kursverluste. Und ermöglicht es, sich einen Großteil der bisher erzielten Rendite zu sichern. Stop-Loss bedeutet, dass der Anleger bei einem Kursrücksetzer von 20 % verkauft. Anleger, die diese Strategie verfolgt haben, konten sich einen Verkaufspreis von ca. 42 Euro sichern. Der Kursabsturz bis zur heutigen Notierung von knapp über 14,27 Euro wäre ihm erspart geblieben. Zudem hätte der Anleger Mehrwerte dadurch realisieren können, dass er diese Gelder in einen Indexfonds oder andere gute Einzelwerte angelegt hätte.

Anleger, die dieses Signal nicht nutzen möchten und eher auf den Jahreserfolg des Unternehmens achten, hätten spätestens bei der Dividendenkürzung von 1,50 Euro auf 1,00 Euro pro Aktie die Notbremse ziehen und sich Gewinne sichern bzw. Verluste vermeiden können.

Anleger können Management-Entscheidungen abfedern und später wieder einsteigen

Ein weiteres, viel zu wenig beachtetes Beispiel für die Sicherung erzielter Kursgewinne und die Umschichtung ist die gescheiterte Fusion zwischen Daimler & Chrysler. Der aufmerksame Kleinanleger bemerkte bei Nutzung der Stop-Loss-Strategie oder auch des Betrachtens der Unternehmensgewinne bzw. der Dividende der damaligen DaimlerChrysler AG, dass beide Entscheidungssignale rechtzeitig anschlugen und die Positionen rechtzeitig veräußert werden konnten.

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Für das Geschäftsjahr 2008 mit der Auszahlung im Jahr 2009 wurde die Dividende pro Aktie von 2,00 Euro auf nur noch 0,60 Euro mehr als gedrittelt, womit auch verschiedene weitere Kennzahlen wie die Dividendenrendite oder das Kurs-Gewinn-Verhältnis plötzlich unvorteilhaft erschienen. Wer vorher die Quartalsberichte gelesen hat und die Schwierigkeiten bzw. Verluste von Chrysler verinnerlicht hatte, der konnte ausgehend von einem Höchstkurs von 75 Euro bei etwa 60 Euro aussteigen (Stop-Loss bei 20 % Kursverlust). Nach Trennung von Chrysler begann schließlich ein neuer Aufwärtstrend, der inzwischen zu neuen Höchstkursen führt.

Auch hier hätte die Absicherungsstrategie – wie in vielen anderen Fällen auch – das vollkommen richtige Signal zum Umschichten gesetzt.

Zusammenfassend kann man sagen: Diese Signale funktionieren auch bei sehr stetigen Abwärtstrends. Extrembeispiel ist der wahrscheinlich ewigen Höchstkurs der Deutsche Telekom AG Aktie von über 100, deren Kurs dann jahrelang langsam abgeschmolzen ist. Die aus nicht so gut rentierenden Positionen freiwerdenden Gelder können dann nach einem Investment in den Index oder gute Werte eine höhere Rendite erzielen und den Kursverlust der ursprünglichen Position vermeiden.

Aktien und andere Wertpapiere können Sie übrigens mittels der ISIN oder WKN über die Börse kaufen. Wir empfehlen dazu auf günstige Diskont-Broker wie CapTrader (4.000 Euro Mindesteinlage) oder OnVista (keine Mindesteinlage) zurückzugreifen. Weitere Broker-Angebote finden Sie mit Hilfe unseres Vergleichsrechners bzw. mit Hilfe unserer Top-3 am Ende des Artikels.

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