Was ist ein “Bärenmarkt” und was zeichnet ihn aus?

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Bulle - Bär - Wiener Börse

Bulle - Bär - Wiener Börse

Bär und Bulle symbolisieren das Auf und Ab der Märkte. Dabei wird eine Börsenentwicklung, die mit anhaltend fallenden Kursen einher geht, als “Bärenmarkt”, “bärisch” (englisch: “bearish”) bezeichnet. Diese Definitionen entstammen einem für Bären typischen Verhalten und damit ist nicht der Winterschlaf gemeint, sondern sein Bewegungsablauf beim Jagen von Beute. Dabei schlägt der Bär stets mit seiner Pranke von oben nach unten, was somit faktisch fallende Kurse symbolisiert. Einer Anekdote zufolge, fühlte sich ein spanischer Literat an der Amsterdamer Börse im 16. Jahrhundert angesichts des Treibens dort an die damals von den Spaniern nach Lateinamerika “importierten” Arenakämpfe erinnert, bei denen ein Bär gegen einen Bullen antrat. Dabei kämpfte der Bär eben mit seinen Pranken von oben nach unten (fallende Bewegung), während umgekehrt der Bulle mit seinen Hörnern von unten nach oben den Kampf aufnahm (steigende Bewegung).
Charakteristisch für einen Bärenmarkt ist jedenfalls, dass die Kursentwicklungen über einen längeren Zeitraum nach unten tendieren. In diesem Fall sprechen Börsianer und Anleger auch von einer Baisse. Etwas salopper formuliert lässt sich der Bärenmarkt also gut merken: Ein Bär baisst.

Typisch: Bären-Anhänger

Bären-Anhänger erwarten vornehmlich einen Kursabfall, sind also eher pessimistisch geprägt. Ihre Anlagestrategie zielt deshalb auf fallende Kurse und ist angesichts zukünftiger Marktentwicklungen von Skepsis geprägt. In diesem Sinne spekulieren die Verfechter des Bärenmarktes beispielsweise auf die Baisse oder sind bemüht, durch den Erwerb von Verkaufsoptionen von fallenden Kursen zu profitieren. Dabei sollten Anleger jedoch aufpassen, nicht in eine so genannte “Bärenfalle” zu tappen, die sich durch nur kurz fallende und anschließend erneut steigende Kurse auszeichnet. Zumal Investoren derartige Szenarien noch verstärken könnten, nachdem sie erkannt haben, dass sie eben doch in diese Falle geraten sind und ihre Wertpapiere spontan verkaufen beziehungsweise kaufen. Damit Sie nicht in solch eine Bärenfalle tappen, empfehlen wir Ihnen einen Direktbroker. Vorteil ist dabei, dass sie sich eigenes Wissen durch umfangreiche Statistiken, Charts und Informationen aneignen können. Mit Hilfe unseres Vergleichrechners finden Sie alle Top-Angebote.

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Bärenmärkte “brauchen” ihre Zeit

Bärenmärkte beziehen sich stets auf konkrete Zeiträume. Dauert ein Bärenmarkt etliche Jahre an, spricht man auch von einem säkularen Markt. Kommt es hingegen zu einem rapiden Kurseinbruch, zum Beispiel innerhalb eines Tages, wird dieser als “Crash” bezeichnet. Historisch betrachtet gilt beispielsweise die Periode nach dem großen Börsencrash von 1929 als Bärenmarkt. In diesem Zeitraum fielen die Kurse jahrelang und immer wieder sukzessive nach unten. In jüngerer Zeit waren auch die Börsenentwicklungen im Zuge der Finanzmarktkrise um das Jahr 2008 von einem Bärenmarkt geprägt. Hier fiel zum Beispiel der DAX innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte seines Wertes: von circa 8000 auf lediglich noch 4500 Punkte.

Beliebte Motive: Bulle & Bär

Übrigens stehen die tierischen Rivalen für das Marktgeschehen häufiger vor den jeweiligen Leitbörsen, hierzulande stehen sich Bulle & Bär in Frankfurt am Main vor der alten Börse gegenüber. Die zwei tierischen Figuren dienen Touristen häufig als beliebtes Fotomotiv und werden bei Berichten zum aktuellen Börsengeschehen oft als Hintergrund eingeblendet.

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