Kann man alle DAX Aktien auf einmal kaufen?

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Kann man alle DAX Aktien auf einmal kaufen?

Zuletzt aktualisiert: April 2026

Die kurze Antwort auf die Titelfrage lautet: Ja — und zwar mit einem einzigen Wertpapier. Wer alle Aktien des DAX mit einem Kauf besitzen möchte, braucht dafür keinen dreistelligen Millionenbetrag und auch keine vierzig einzelnen Orders. Ein DAX-ETF erledigt das in einem einzigen Schritt, zu Kosten im Promillebereich, und lässt sich heute bei jedem modernen Broker als Sparplan ab einem Euro automatisieren. Was sich seit der ursprünglichen Fassung dieses Beitrags allerdings geändert hat, ist einiges — angefangen beim Namen des Index.

Vom DAX-30 zum DAX-40

Im September 2021 hat die Deutsche Börse die Zahl der im DAX enthaltenen Unternehmen von 30 auf 40 erhöht. Der Schritt war eine direkte Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal: Mit einem größeren Index sollte die Konzentration auf einzelne Werte reduziert und der deutsche Leitindex näher an internationale Standards wie den S&P 500 (500 Werte) oder den britischen FTSE 100 (100 Werte) herangeführt werden.

Für Anleger, die in einen DAX-ETF investieren, ist die Reform eine gute Nachricht: Der Index ist breiter geworden und repräsentiert damit einen größeren Ausschnitt der deutschen Wirtschaft. Zur Familie der zehn neuen Mitglieder gehörten unter anderem Airbus, Zalando, Porsche, Siemens Healthineers und Symrise — also Unternehmen aus Branchen, die zuvor im DAX nur schwach vertreten waren.

Wie funktioniert ein DAX-ETF?

Ein DAX-ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der die Zusammensetzung des DAX-Index exakt nachbildet. Statt vierzig einzelne Aktien zu kaufen, erwerben Sie einen einzigen Fondsanteil — und der Fonds selbst hält stellvertretend für Sie alle vierzig im DAX enthaltenen Unternehmen, und zwar in der exakt gleichen Gewichtung wie der Index.

Die Aktien gehören dabei dem Fondsvermögen, und das Fondsvermögen gehört rechtlich den Anteilseignern — also Ihnen. Ginge der ETF-Anbieter pleite, bleiben die enthaltenen Aktien weiterhin Ihr Eigentum, geschützt als Sondervermögen. Ein wichtiger Sicherheitsvorteil gegenüber Zertifikaten, bei denen Sie im Insolvenzfall zu den einfachen Gläubigern der emittierenden Bank gehören.

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Wichtig bei der Auswahl: Achten Sie auf einen physisch replizierenden ETF, der die DAX-Aktien tatsächlich kauft, und nicht auf ein synthetisch replizierendes Produkt, das die Wertentwicklung über ein Swap-Geschäft mit einer Bank abbildet. Synthetische ETFs sind nicht pauschal schlechter, haben aber ein anderes Risikoprofil (Kontrahentenrisiko), das für den typischen Privatanleger unnötig ist — zumal es auf den DAX mehrere große, physisch replizierende ETFs mit sehr niedrigen Kosten gibt.

Die besten DAX-ETFs im Vergleich (Stand 2026)

Zwei DAX-ETFs haben sich über die Jahre als Standard für Privatanleger etabliert: der iShares Core DAX und der Xtrackers DAX. Beide sind physisch vollständig repliziert, beide thesaurierend (Dividenden werden automatisch reinvestiert), beide mit Fondsvolumen weit im Milliardenbereich — also auch für sehr langfristige Anlagen keine Gefahr, dass der ETF vom Anbieter geschlossen wird.

ETFWKNISINTER p.a.Fondsvolumen
iShares Core DAX UCITS ETF (DE)593393DE00059339310,16 %ca. 8 Mrd. €
Xtrackers DAX UCITS ETF 1CDBX1DALU02742114800,09 %ca. 6,6 Mrd. €

Auf den ersten Blick wirkt der Xtrackers mit 0,09 Prozent Jahreskosten deutlich günstiger. In der Praxis ist der Unterschied auf das Gesamtdepot hochgerechnet allerdings klein: Bei einem Investment von 10.000 Euro sparen Sie mit dem Xtrackers pro Jahr rund sieben Euro. Der iShares Core DAX hat dafür eine etwas längere Historie in Deutschland (seit 2000 am Markt), ist steuerlich besonders einfach zu handhaben, weil er in Deutschland aufgelegt wurde, und ist bei nahezu allen Brokern kostenfrei sparplanfähig. Für Einsteiger ist das der einfachere Weg, für Optimierer der Xtrackers die etwas günstigere Alternative.

Wie kaufe ich einen DAX-ETF?

Für den Kauf eines ETFs brauchen Sie ein Wertpapierdepot bei einem Broker. Von einem ETF-Kauf über die Hausbank raten wir ab: Klassische Filialbanken verlangen in der Regel Depotführungsgebühren und Orderkosten im zweistelligen Euro-Bereich pro Trade, was bei einem monatlichen Sparplan von 100 Euro schon mehr als fünf Prozent der Anlagesumme als Gebühren verschlingt.

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Die deutlich günstigere Alternative sind moderne Neobroker wie Trade Republic. Dort richten Sie ein kostenloses Depot in wenigen Minuten ein, kaufen ETFs ab einem Euro Ordergebühr und können sowohl iShares Core DAX als auch Xtrackers DAX kostenlos im Sparplan besparen. Die Mindestsparrate beträgt ebenfalls einen Euro — das Depot ist damit auch für sehr kleine Sparbeträge geeignet. Eine vollständige Übersicht aller für ETF-Sparpläne geeigneten Broker finden Sie in unserem Broker-Vergleich.

Ein Hinweis zur Einordnung: DAX oder Welt-ETF?

Wer diesen Beitrag liest, hat typischerweise schon die Entscheidung getroffen, in den DAX investieren zu wollen. Das ist eine legitime Entscheidung. Der Vollständigkeit halber soll aber erwähnt werden, dass der DAX mit seinen 40 Unternehmen ein relativ schmaler Index ist — er umfasst nur deutsche Großkonzerne, keine globalen Unternehmen, keine Schwellenländer, keine kleinen oder mittleren Firmen.

Für Anleger, die das Ziel eines möglichst breit diversifizierten Kerninvestments verfolgen, ist ein weltweiter Index wie der MSCI World (rund 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern) oder der FTSE All-World (über 4.000 Unternehmen inklusive Schwellenländer) in der Regel die sinnvollere Wahl. Der DAX kann dann eine bewusste Ergänzung sein — etwa weil Sie besonderes Vertrauen in die deutsche Industrie haben oder einen Europa-Schwerpunkt setzen möchten. Als alleiniges Investment ist er für die meisten Privatanleger allerdings schmaler, als es die mediale Präsenz des Index vermuten lässt.

Mehr dazu gibt’s in unserer Erklärung zu Exchange Traded Funds und unserem Beitrag zu den Eigenarten moderner ETFs.

Häufige Fragen

Wie viele Aktien sind im DAX?
Seit September 2021 enthält der DAX 40 Unternehmen. Davor waren es 30 — die Erweiterung wurde nach dem Wirecard-Skandal beschlossen, um die Konzentration auf einzelne Werte zu reduzieren und den Index näher an internationale Standards heranzuführen.

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Wie hoch sind die Kosten eines DAX-ETFs?
Die laufenden Jahreskosten (TER) liegen bei den etablierten DAX-ETFs zwischen 0,09 und 0,16 Prozent. Zusätzlich zahlen Sie beim Kauf die Ordergebühren Ihres Brokers — bei klassischen Banken fünf bis zehn Euro pro Trade, bei Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital in vielen Fällen null Euro im Sparplan.

iShares Core DAX oder Xtrackers DAX — welcher ist besser?
Beide sind ausgezeichnete Produkte mit ähnlichem Fondsvolumen und identischer Strategie (physisch replizierend, thesaurierend). Der Xtrackers ist mit 0,09 Prozent etwas günstiger, der iShares hat seine längere Historie und ist als in Deutschland aufgelegter Fonds steuerlich besonders einfach. Für die Rendite macht der Unterschied bei typischen Anlagesummen weniger als zehn Euro pro Jahr aus.

Kann ich einen DAX-ETF als Sparplan besparen?
Ja, beide genannten ETFs sind bei nahezu allen großen Brokern sparplanfähig, und bei Trade Republic, Scalable Capital und vielen weiteren Neobrokern ist die Sparplan-Ausführung kostenfrei. Die Mindestsparrate liegt in der Regel bei einem Euro pro Monat.

Ist der DAX als alleiniges Investment breit genug diversifiziert?
Für ein reines Basisinvestment sind 40 Unternehmen aus einem einzigen Land eher schmal. Wer breit streuen möchte, ergänzt den DAX-ETF idealerweise um einen Welt-ETF (MSCI World oder FTSE All-World) — oder wählt den Welt-ETF direkt als Kern und nutzt den DAX-ETF als bewusste Übergewichtung auf Deutschland.

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