Zuletzt aktualisiert: April 2026
Online-Broker haben die Mindestanforderungen für den Aktienhandel drastisch gesenkt. Wer früher mindestens 1.000 Euro benötigte, damit die Bankgebühren nicht überproportional ins Gewicht fielen, kann heute mit einem ETF-Sparplan ab 1 Euro monatlich starten. Was das konkret bedeutet — und ab welchem Betrag sich Einmalkäufe rechnen.
Für Sparpläne und Einmalkäufe gelten unterschiedliche Mindestbeträge
Der entscheidende Kostenfaktor ist das Verhältnis von Ordergebühr zu Anlagesumme. Als Faustregel gilt: Die Transaktionskosten sollten unter 1 % des Ordervolumens liegen.
| Anlageform | Mindestbetrag (sinnvoll) | Broker-Empfehlung |
|---|---|---|
| ETF-Sparplan | ab 1 € monatlich | Trade Republic, Scalable Capital (kostenlos) |
| Aktien-Sparplan | ab 1 € monatlich | Trade Republic, Scalable Capital (kostenlos) |
| Einzelkauf Aktie/ETF | ab 100 € | Trade Republic (1 € Gebühr = 1 % bei 100 €) |
| Einzelkauf bei Filialbank | ab 2.000 € | nicht empfohlen (Mindestgebühr 20–50 €) |
Bei Trade Republic kostet jede Order pauschal 1 Euro — unabhängig vom Volumen. Damit ist selbst ein Einmalkauf von 200 Euro wirtschaftlich (1 Euro = 0,5 % Kosten). Bei Filialbanken mit 20 Euro Mindestprovision wäre erst ab 2.000 Euro diese Kostenquote erreicht.
Der neue Standard: 1 Euro statt 1-%-Provision
Diskont- und Online-Broker haben den Wertpapierhandel durch zwei Prinzipien verändert. Erstens: umfassende Marktinformationen und Kursdaten für alle Kunden kostenlos verfügbar. Zweitens: Kosten, die sich an der Transaktion selbst orientieren — nicht am Volumen.
Wer 1.000 Euro in eine Aktie anlegt, zahlt heute:
- Filialbank: 10–50 Euro Mindestprovision — das entspricht 1–5 % des Anlagebetrags, bevor ein einziger Cent Rendite erzielt wurde.
- Trade Republic: 1 Euro pauschal — das sind 0,1 % des Anlagebetrags.
- Scalable Capital FREE: 0,99 Euro — vergleichbar günstig.
Der Kostenunterschied wirkt sich direkt auf das benötigte Startkapital aus: Wer weniger für Transaktionen zahlt, braucht weniger Kapital, damit die Geldanlage wirtschaftlich ist.
Ab wann lohnen sich ETF-Sparpläne?
Bei kostenloser Ausführung (Trade Republic, Scalable Capital) lohnt sich ein ETF-Sparplan ab der ersten Rate. Es gibt keine sinnvolle Untergrenze — 25 Euro monatlich über 20 Jahre ergeben bei 7 % Marktrendite rund 13.000 Euro, bei einem Eigenkapitaleinsatz von 6.000 Euro.
Der Zinseszinseffekt sorgt dafür, dass der Anlagehorizont wichtiger ist als das Startkapital. Wer früh beginnt — auch mit kleinen Beträgen — hat gegenüber späteren Großinvestoren einen strukturellen Vorteil, den kein höherer Einmalbetrag wettmachen kann.
Ab wann lohnen sich Einzelaktien-Käufe?
Bei Trade Republic (1 Euro pauschal) ist die Grenze bereits bei 100 Euro erreicht. Bei höherwertigen Orders ab 500 Euro sind beide Neobroker klar im Vorteil gegenüber jeder Filialbank.
Für Vieltrader und größere Positionen ab 5.000 Euro lohnt sich ein Vergleich mit LYNX oder CapTrader: Deren prozentuale Gebührstruktur (0,14 % bei LYNX, Mindest 5,80 Euro) kann bei großen Orders günstiger sein als eine Pauschale.
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Wichtig: Anlagehorizont ist entscheidender als Startkapital
Aktien und ETFs erzielen langfristig eine Rendite, die mit anderen Geldanlagen kaum zu erreichen ist. In jedem rollierende 15-Jahres-Zeitraum seit 1970 hat ein breit gestreuter Weltindex-ETF positive Renditen erzielt — auch wer kurz vor einer Krise eingestiegen ist.
Dennoch: Investieren Sie nur Kapital, das Sie für mindestens 10 Jahre entbehren können. Wer sein Geld in drei Jahren benötigt, sollte es nicht in Aktien stecken — unabhängig vom Startkapital.
Häufige Fragen zum Startkapital
Kann ich wirklich mit 25 Euro monatlich anfangen?
Ja. Bei Trade Republic und Scalable Capital fällt keine Sparplangebühr an. 25 Euro monatlich bei 7 % Rendite ergeben über 20 Jahre rund 13.000 Euro bei 6.000 Euro Eigenkapitaleinsatz — der Rest kommt vom Zinseszins.
Wie viel Kapital brauche ich für den ersten Aktienkauf?
Bei Trade Republic (1 Euro Pauschale) ist selbst ein Kauf von 100 Euro mit 1 % Kosten wirtschaftlich vertretbar. Als praktische Empfehlung: Sparplan ab 1 Euro, Einmalkauf ab 200–300 Euro.
Sollte ich zuerst einen Notgroschen aufbauen?
Ja. Vor dem ersten Aktieninvestment sollten 2–3 Monatsgehälter als liquide Reserve vorhanden sein. Tagesgeld bei Scalable Capital (2,0 % p.a. auch im FREE Broker) oder eine Direktbank eignen sich dafür gut.
Weiterführende Links
- Depotkonto-Vergleichsrechner
- Wie finde ich den richtigen Broker?
- Aktien für Anfänger
- Mit wenig Geld in Aktien investieren
- Macht ein ETF-Sparplan Sinn?

